Aller-Radweg

Neue Raststätte für Radler und Pilger am „Hermsdorfer Kreuz“

Von Hartmut Beyer
Ausflügler am so genannten Hermsdorfer Kreuz des Aller-Radwegs tauschen ihre Eindrücke aus.
Ausflügler am so genannten Hermsdorfer Kreuz des Aller-Radwegs tauschen ihre Eindrücke aus. Fotos: Hartmut Beyer

Neu Ummendorf

Es grünt so grün, und das Gelb des Rapses leuchtet täglich kräftiger. Daran erfreuen sich in dieser Zeit immer mehr Wanderer und Radfahrer auch in der Region zwischen Seelschem Bruch, Zechenholz und Allertal. Viele von ihnen bewegen sich auf einem außergewöhnlichen Radweg, von dem ein Abschnitt von Neu Ummendorf nach Wefensleben verläuft. Seit einigen Tagen können sie hier auch eine gemütliche Rast einlegen, denn am „Hermsdorfer Kreuz“ – so sagen die Einheimischen dazu – stehen jetzt Tisch und Bänke. Außerdem wurde dort ein Wegweiser aufgestellt, der über den weiteren Verlauf des Aller-Radwegs, des Pilgerwegs und des Städtepartnerschaftswegs informiert, die sich hier kreuzen beziehungsweise kongruent verlaufen.

Partnerschaftsweg ist einzigartig

Der Städtepartnerschaftsweg Braunschweig-Magdeburg existiert seit viereinhalb Jahren. Am 3. Oktober 2016 waren rund hundert Radfahrer bei seiner offiziellen Eröffnung auf dem Marktplatz von Helmstedt dabei gewesen, wo auch die Bürgermeister der Partnerstädte Braunschweig und Magdeburg das Projekt mit ihren Unterschriften besiegelten.

„Es ist übrigens der einzige Radweg dieser Art in Deutschland“, weiß Ummendorfs Bürgermeister Reinhard Falke, „und sein Zustand wird in einigen Bereichen durch ein Flurneuordnungsverfahren wesentlich besser werden. Zum Beispiel der Abschnitt, der von Ummendorf vorbei am Erxleber Berg zum ‚Hermsdorfer Kreuz‘ führt.“ Teile der genannten Radpisten bestehen immer noch aus Betonplatten, die zu DDR-Zeiten von der LPG zur Befestigung der Feldwege verlegt worden waren.

Erst vor wenigen Tagen sind entlang dem insgesamt 110 Kilometer langen Städtepartnerschaftsweg an einigen Punkten, an denen die Ausflügler gern den Blick in die Landschaft schweifen lassen, Tische und Bänke aufgestellt worden. Sie laden zum Verweilen ein, bevor es weiter geht, um versteckte Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten im und am Allertal zu entdecken.

Schöner weilen dank ABS

Um das Niveau des Aller-Radweges aufzuwerten, hat sich auch der Landkreis bemüht und an mehreren Punkten mit schöner Aussicht Sitzgelegenheiten aufgebaut. „Dies geschah im Rahmen eines Projektes Ü-58 durch die ABS Drömling GmbH, ein Eigenbetrieb des Landkreises Börde und des Altmarkkreises Salzwedel“, erklärt dessen Geschäftsführerin, Ines Kampe. ABS steht für Arbeitsförderung, Beschäftigung, Strukturentwicklung. „Sachkosten trug der Landkreis, und darüber hinaus konnten auch Fördermittel genutzt werden“, so Kampe weiter. An der Wegverbesserung solle noch zwischen Eggenstedt und Altbrandsleben gearbeitet werden.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat in einer Bewertung aus Radfahrersicht vermerkt: „Der Aller-Radweg ist wirklich eine Überraschung. Seine Ost-West Ausrichtung bietet einen interessanten Ausflug in die deutsch-deutsche Vergangenheit. Von Verden über Celle nach Wolfsburg, über Oebisfelde zur Allerquelle nach Eggenstedt und alternativ über Seggerde nach Magdeburg. Da gibt es viel zu entdecken, auch vieles, was überrascht.“