Bürger packen selber an

Raser gefährden neue Ideen für den alten Sportplatz in Schleibnitz

Gleich neben dem Sportplatz in Schleibnitz gibt es eine neue Attraktion für die Kinder des Ortsteils, einen Basketballkorb. Den hat Stefan Arndt dort angebracht. Er wird ausgiebig genutzt. Allerdings gibt es auch ein Problem. Auf der angrenzenden Straße rauschen die Autos rasant durch das Dorf.

Von Christian Besecke
Stefan Arndt (von rechts) spielt mit seinen Kindern Martha, Erik und Willi. eine Runde Basketball am Schleibnitzer Sportplatz.
Stefan Arndt (von rechts) spielt mit seinen Kindern Martha, Erik und Willi. eine Runde Basketball am Schleibnitzer Sportplatz. Foto: Hagen Uhlenhaut

Schleibnitz - Die Idee mit dem Basketballkorb hat etlichen Schleibnitzer Einwohnern gut gefallen. Immerhin sehen sie fast täglich den Effekt. Die Kinder pilgern zum Sportplatz und vergnügen sich dort. Dabei powern sie sich so richtig aus und bekommen ordentlich Bewegung. Und noch mehr ist in dem Ortsteil passiert. Stefan Arndt und weitere fleißige Helfer haben sich dem Sportplatz gewidmet. So bekamen die kleinen Fußballtore neue Netze, sodass sie sich die Kinder auch hier tummeln können. Für die Rasenmahd sorgt immer einmal wieder der benachbarte Bauer, der hier landwirtschaftlichen Flächen bewirtschaftet.

Es tut sich also etwas und Stefan Arndt und weitere Schleibnitzer haben ihren Anteil daran. „Es gibt doch gefühlt immer mehr Kinder bei uns und die müssen etwas zu tun haben, gerade in der Corona-Zeit“, sagt er gegenüber der Volksstimme. Er selber ist übrigens Ur-Schleibnitzer, wie zuvor sein Großvater und seine im Ort lebende Mutter. Zum August ist er außerdem wieder ständiger Bewohner des kleinen Dorfes. Er kehrt mit seiner Familie und damit auch drei Kindern wieder zurück. Bis vor kurzem noch selber aktiver Basketballer. Was lag also näher, als erst einmal einen Basketballkorb a, Sportplatz aufzuhängen. Nach und nach folgten weitere Aktivitäten, die auch die anderen Helfer unterstützten?

Sportplatz soll nach und nach umgestaltet werden

„Ich habe natürlich mit dem Ordnungsamtsleiter Kai Pluntke darüber im Vorfeld gesprochen“, erzählt er. Der Anspruch, den Kindern Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung zu bieten, kam gut an, zumal das Gelände des Sportplatzes schon eine ganze Weile nicht mehr genutzt wurde.

Die Aktivitäten der Schleibnitzer haben aber auch noch einen weiteren Hintergrund. In Richtung Hohendodeleben wird hier ab demnächst ein weiteres Baugebiet entstehen (Volksstimme berichtete). Mit dem Zuzug von weiteren Familien ist dabei zu rechnen. Auf diese Karte setzt die Stadt Wanzleben ohnehin, wenn es um die weitere Absicherung des Schulbetriebs in der Einheitsgemeinde geht.

Die Bestrebungen, Schleibnitz attraktiver zu machen, stoßen daher auf offene Ohren. Dazu gehört auch, dass Kinder die Straße zum Sportplatz gefahrlos überqueren können. „So manches Mal rauschen die Autos aber mit 90 oder 100 Kilometern pro Stunde durch den Ort“, beschreibt Stefan Arndt.

Das passt natürlich keineswegs zum Fernziel, den Sportplatz nach und nach umzugestalten in beispielsweise Fußball-, Tennis- oder Fahrradbereiche, Darüber möchte der Ex-Basketballer mit den Mitgliedern des Heimatvereins und den Bürgern sprechen.

Tempo-30-Zone auf der Kreisstraße wäre überlegenswert

„Es ist kein Geheimnis, dass gerade auf der Straße in Schleibnitz einige Autofahrer mit unangemessener Geschwindigkeit unterwegs sind“, sagt Ordnungsamtsleiter Kai Pluntke. In erster Linie sei hier allerdings der Landkreis Börde zuständig, da es sich um eine Kreisstraße handele. „Die Aktivität von Stefan Arndt und der Einwohner ist natürlich zu begrüßen“, sagt Pluntke weiter. „Überlegenswert wäre eine Tempo-30-Zone sicherlich, die Umsetzung ist allerdings nicht so einfach, eben wegen der Zuständigkeiten.“ Die Verwaltung sei aber durchaus bereit, sich die Sache einmal gemeinsam mit Vertretern des Landkreises anzuschauen. „Letztendlich haben auch wir ein Interesse daran, mögliches Gefahrenpotenzial zu vermeiden“, sagt er. Absprachen mit dem Landkreis seien eine Grundbedingung, um hier etwas zu erreichen. Dem Grunde nach hätten Bürger und Verwaltung nicht einmal schlechte Karten, den die Straße schließt nur ein paar hundert Meter weiter an die Kreuzung mit der Landesstraße 50 an. Hier ist es schon vermehrt zu schweren Unfällen gekommen, bei denen unangepasste Geschwindigkeit eine große Rolle spielten.