Altenweddingen l Der Leiter des Hauptamtes der Gemeinde Sülzetal, René Kellner, ist beim Vor-Ort-Termin mit der Volksstimme im Klemens-Fendler-Sportforum in Altenweddingen sichtlich angefressen. Auf dem Bolzplatz sind deutliche Spuren von Autoreifen zu sehen. Er ist teilweise umgepflügt worden.

„Das sieht mir ganz nach einer sogenannten Drift-Challenge aus“, sagt Kellner. Damit meint er extreme Bremsmanöver mit dem Auto, die in Filmen wie „The Fast and the Furious“ zu sehen sind. Solche Aktionen werden gern einmal von Jugendlichen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Aber muss das auf dem Bolzplatz in Altenweddingen sein? Diese Frage beschäftigt den Hauptamtsleiter.

„Die ganze Aktion ist hier keineswegs ein Kavaliersdelikt“, betont Kellner. „Für Hausfriedensbruch gibt es bis zu drei Jahre Haft. Darum handelt es sich in der Tat.“

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Das Gelände gehört der Gemeinde Sülzetal, wird allerdings vom örtlichen Sportverein gepflegt und gehegt. Gerade eben brummt ein Rasenmäher-Traktor über den Sportplatz und hält dort die Halme kurz. An seinen Einsatz auf dem Bolzplatz ist nicht zu denken. Hier muss zunächst der Boden gerichtet werden, denn die Bremsspuren haben entsprechende Furchen hinterlassen. „Wir haben uns die Spuren angesehen und diese gesichert“, sagt René Kellner. „So etwas können wir nicht einfach so stehen lassen und zur Tagesordnung übergehen.“

Die Mitglieder des Sportvereins Altenweddingen leisten oft und viel ehrenamtliche Arbeit, wenn es um die Pflege des Geländes geht. Der Bolzplatz ist auf einem Bereich des alten Sportplatzes entstanden und den Bürgern jederzeit zugänglich. Dafür sorgt schon allein das lädierte Tor, welches seit Jahren offen steht und in seiner jetzigen Form kaum einen ordentlichen Verschluss darstellt.

„Da müssen wir wohl aktiv werden, um das Gelände zu sichern“, stellt der Haupamtsleiter fest. „Was mich am meisten an der Sache ärgert ist aber, dass hier ehrenamtliches Engagement mit Füßen getreten wird. Wenn die freiwilligen Helfer dieses Resultat sehen, sind sie alles andere als begeistert.“ Es bleibe abzuwarten, ob das alte Tor in einen brauchbaren Zustand versetzt werden kann. „Das sind unnötige Ausgaben für die Gemeinde, wir sind finanziell nicht auf Rosen gebettet“, erklärt René Kellner. „Ein entsprechender Umgang und ein Respekt vor den Leistungen der Sportler fehlen völlig.“

Informiert über die Entdeckung haben die Gemeinde Mitglieder des Sportvereins. „Am Donnerstagabend war noch alles in Ordnung“, weiß der Hauptamtsleiter zu berichten. Daher liege die Vermutung nahe, dass am zurückliegenden Wochenende hier die Unbekannten mit ihren Autos aktiv waren. René Kellner bittet in diesem Zusammenhang die Bevölkerung um Mithilfe. Eventuelle Beobachtungen nehme die Verwaltung auch vertraulich entgegen.

Zu erreichen ist der Bolzplatz von der Breiten Straße her. Kurz vor der Einfahrt ins Sportforum führt ein holpriger Feldweg zu dem lädierten Tor. Auch hier seien entsprechende Reifenspuren gesichtet und ausgewertet worden.