Seehausen l Die Spuren der Zeit sind an der evangelischen Kirche St. Laurentius unübersehbar. An der Südseite, der Seite zum weitläufigen Pfarrgarten hin und abgewandt vom Markt, hat die Witterung der vielen Jahrzehnte, die das Gotteshaus auf dem Buckel hat, Sandsteine und Fugen bröckeln lassen. Ja, ganze Steinblöcke müssen wohl ausgetauscht und erneuert werden, damit die alte Fassade nicht noch mehr Schaden nimmt und die Kirche insgesamt in ihren Fortbestand gefährdet. Die Sanierung soll in diesem Jahr erfolgen.

Damit es nicht soweit kommt, schlüpft der Seehäuser Pfarrer Thomas Seiler einmal mehr in die Rolle eines Baumanagers. Erfahrungen konnte er damit seit 1991 genug sammeln. Damals hat sich die Kirchengemeinde und der Förderverein Seehäuser Kirchen mit etlichen Partnern daran gemacht, das Mammutprojekt der Sanierung der vor dem Verfall stehenden Kirche St. Laurentius in Angriff zu nehmen. Erst im Jahr 2018 ließ die Kirchengemeinde von Baufachleuten aus Quedlinburg die Marktseite der Kirche sanieren. Auch an ihr hatten die Jahrhunderte ihre deutlichen Spuren hinterlassen.

Sanierung begann nach der Wende

Nach der Wende konnte die Kirchengemeinde 1991 zunächst die Sakristei wiederaufbauen und 1997 den Turm im Inneren sanieren. Mit dem letzten Beschluss des damaligen Stadtrates Seehausen vor der Eingemeindung 2008 sind Fördermittel in Höhe von 177.000 Euro aus der Stadtkernsanierung für die Turmsanierung freigegeben worden. Das war die Initialzündung für die weiteren Sanierungsschritte des Gotteshauses.

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Treue Partner bei der schrittweise Instandsetzung der Kirche St. Laurentius sind für die Kirchengemeinde seit dem Beginn 1991 der eigene Kirchenkreis Egeln, der Förderverein Seehäuser Kirche, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland. Hinzu kommt das Engagement vieler Seehäuser oder von Menschen, die sich der Stadt und ihrer Marktkirche St. Laurentius innig verbunden fühlen. Sie unterstützten die Sanierung ebenso mit kleinen oder größeren Geldbeträgen aus privaten Taschen. „Ohne das Engagement des Kirchenkreises, der Kirchengemeinde, der vielen Seehäuser sowie der Stiftungen hätte die Sanierung kein Erfolg werden können“, resümierte Pfarrer Thomas Seiler.

Doch jetzt stoße die Finanzierung der Südseite der Kirche St. Laurentius an ihre Grenzen. Für das Projekt sind 102.000 Euro nötig. 30.000 Euro kommen vom Kirchenkreis Egeln, 30.000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und 20.000 Euro von der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland. Macht zusammen 80.000 Euro an Fördermitteln. Fehlen noch 22.000 Euro, die die Kirchengemeinde Seehausen aufbringen muss. Wobei der Förderverein Seehäuser Kirchen 5000 Euro beisteuern will. Der Rest muss über Spenden finanziert werden. „Wir müssen alle Reserven einsetzen. Noch nie war der Zeitpunkt so günstig wie jetzt für den Erhalt der Kirche St. Laurentius Seehausen zu spenden“, verdeutlicht Seiler. Trotz dieses finanziellen Engpasses sei der Pfarrer davon überzeugt, die Sanierung der Südseite noch in diesem Jahr zu wagen.