Langenweddingen l Das Entwicklungskonzept ist nicht bei allen Bürgern im Sülzetal auf pure Begeisterung gestoßen. Ganz im Gegenteil – die Mitglieder der Initiative zum Erhalt der Grundschulstandorte sehen etliche der gemachten Ausführungen kritisch. Sie haben eine Stellungnahme erarbeitet und sie entsprechend der gesetzten Frist bei Lars Appelt von der Landgesellschaft Halle eingereicht. Zudem gingen ihre Vorschläge per Mail auch an Kommunalpolitiker.

Die Mitglieder der Initiative haben sich am Sonnabend in Langenweddingen versammelt und ihre Stellungnahme vorgestellt. „Die in dem Entwicklungskonzept behandelte Schließung der Grundschule in Langenweddingen ist nicht akzeptabel, ja sogar unnötig“, stellt Christiane Hoffmann, die außerdem die Vorsitzende des Schulfördervereins in Langenweddingen ist, klar. Dabei verweist sie auf den IGEK-Ortssteckbrief über Langenweddingen. Darin ist die Rede von einer „insgesamt hohen Attraktivität als Wohnstandort durch das Gesamtangebot Grundschule, Gesamtschule, Kindertagesstätte (Kita), Sporthalle und aktive Vereine“. Es ergäben sich „mögliche Folgerisiken mit der geplanten Grundschulschließung“.

Schülerzahlen sind ausreichend

„Das ist auch schon richtig eingeschätzt und genau das gilt es zu bewahren, dafür stehen wir als Initiative ein“, folgert Claudia Seidemann vom Förderverein der Kita „Spatzennest“. „Wir wollen alle drei vorhandenen Schulstandorte bewahren. Rein von den Vorgaben des Landes Sachsen-Anhalt gesehen spricht nichts für eine Schließung der Schule in Langenweddingen. Die Mindestzahlen werden über- all erfüllt.“ Die im IGEK angenommene Zahl von 80 Schülern sei total fehl am Platz. Tatsächlich schreibt die Landesgesetzgebung hier 60 Kinder vor.

„Es ist doch total widersinnig, die Langenweddinger Schule dicht zu machen“, befindet Christiane Hoffmann. „Wir haben hier die Sekundarschule, die das Zentrum für die umliegenden Orte bildet. Alle kommen hierher und wir sollen unsere Grundschulkinder dann später nach Osterweddingen schicken.“ Außerdem bilde der Ort sein eigenes Einzugsgebiet, während an den anderen Standorten umliegende Gemeinden mit für die entsprechenden Schülerzahlen sorgen.

„Ein Auslaufen der Beschulung in Langenweddingen ist selbst nach den Betrachtungen im IGEK nicht begründet“, bringt die Vorsitzende des Schulfördervereins vor. „Positive Zahlen und der wachsende Zulauf aus anderen Orten rechtfertigen dies keineswegs.“ Da stimmt auch Ortschaftsrat Josef Kluba (parteilos) zu. „Ich muss in diesem Zusammenhang auf den Anspruch ,kurze Beine – kurze Wege‘ verweisen“, sagt er. „Das gilt umso mehr, weil in Langenweddingen auch vom Umfeld her alles passt.“ Der Standort müsse nicht geschlossen werden, da es Alternativen zum Erhalt gebe. „Die Unterbringung auf dem Gelände der Gemeinschaftsschule wäre möglich“, betont Claudia Seidemann. „Unter Betrachtung baulicher und wirtschaftlicher Aspekte wäre das sogar langfristig machbar.“

Konzept kann eingesehen werden

Dazu schlagen die Mitglieder der Initiative zwei Varianten vor. Einmal den Neubau durch die Errichtung eines Nebenhauses und zum anderen die Einrichtung eines künftig wohl möglichen Schulverbundes mit Osterweddingen.

Ihr Konzept wollen sie nicht nur vom Gemeinderat noch einmal besprochen wissen, sie bieten interessierten Bürgern auch die Einsichtnahme an. „Die Einwohner können sich bei uns melden“, unterstreicht Christiane Hoffmann. „Fakt ist, dass wir bei der Umsetzung einer Schulschließung enorme Folgeschäden für unseren Ort befürchten.“ Diese würden dann in einer Beschleunigung des demographischen Wandels und der Schwächung der gesamten Infrastruktur des Ortes bestehen. „Die Attraktivität für mehr Zuzug wäre zudem mit einem Mal vom Tisch gewischt“, fügt Initiativmitglied Guido Skirlo hinzu.