Eilsleben l Es war im Mai 2017, da leuchteten die Augen der Ausflügler in Richtung Allerwiesen, denn plötzlich war da am kilometerlangen Fuß- und Radweg ein pittoresker kleiner Rastplatz aufgebaut und lud zu einer Pause ein. Es war nicht einfach eine simple Bank, sie war besonders zusammengezimmert und mit Verzierungen versehen worden. Und von ihrem Standort aus hat man einen freien Blick zum mühevoll sanierten Wasserturm.

Bemerkenswert auch, dass die Verweilstätte in privater Initiative eines ehemaligen Eilslebers entstanden war, der wegen der Arbeit weggezogen war, aber mit dieser Bank seine Verbundenheit mit seinem Heimatort ausdrücken wollte. „Ich habe die Bank bereits 2016 aus abgelagertem Holz aus eigener Ernte selbst gebaut“, erklärt Frank Müller, von Beruf Lokführer. Auch das Material fürs hübsche Drumherum – Begrenzungssteine und Split – hatte er herangeschafft. „Ein Bekannter hat dann noch das Schild für den Informationstext über den Wasserturm gebaut und mit Plexiglas versehen“, so Müller weiter.

Frank Müller, der Eilsleben mit der Bank etwas Gutes tun wollte, wurde nun wiederholt schwer enttäuscht. Nachdem bereits im Herbst 2017 Randalierer das Holz heftig beschädigt hatten, haben sie sich dieser Tage die Informationstafel vorgenommen und zerstört. Vermutlich kämen sie aus einer Gruppe, die sich abends hier auf den alten Abwasserrohren aufhält, meint er. „Das Schild werde ich noch einmal aufarbeiten lassen, aber das ist dann das letzte Mal, dass ich für die Sache etwas investiere. Es wäre schön, wenn jeder die Augen offen hält und auf eine sorgsame Nutzung achtet, damit sich die Randale nicht wiederholt“, wünscht sich Müller. „Sollte wieder durch Vandalismus Schaden entstehen, werde ich die Bank mit Schild ganz entfernen, denn ich wollte Freude empfinden und nicht Ärger.“

Zweite Bank am Turm?

Die Wiesenspaziergänger würden das wohl sehr bedauern. Sie könnten sich je nach Jahreszeit zwar weiter über blühende, verschneite oder überflutete Wiesen, über Schwärme von Störchen oder galoppierende Pferde freuen, doch der Blick von der Bank zum Wasserturm wäre Geschichte.

Eine zweite Bank hat Frank Müller auch für den Bereich direkt am Wasserturm gebaut. Sie soll dort auch aufgestellt werden, aber Hendrik Conradi, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Wasserturm, die maßgeblich für seine Sanierung gesorgt hat, macht sich schon jetzt Gedanken: „Das Problem Vandalismus besteht, wie wir wissen, im gesamten Ort. An den Bushaltestellen, am Bahnhof, an der Bärburg, am Wasserturm und so weiter. Unternommen wird erkennbar für den Bürger jedoch nicht viel“, meint Conradi.