Einheitgemeinde Wanzleben

Verwaltung warnt vor Baden in nicht öffentlichen Gewässern

Im Sommer ist das Baden bei den Kindern sehr beliebt. Dafür sind eigentlich die beiden Freibäder in Wanzleben und Klein Wanzleben gedacht. Allerdings gibt es auch andere Gewässer, die frequentiert werden. Die Verwaltung rät jedoch davon ab, da dort ungeahnte Gefahren lauern. Außerdem kommen Kinder im Zuckerdorf in den Ferien kostenfrei ins Bad.

Von Christian Besecke und Josephine Schlüer 26.07.2021, 15:50 • Aktualisiert: 27.07.2021, 09:47
Beim Besuch des Spaßbades in Wanzleben sind die Badegäste abgesichert, denn hier haben die Schwimm-Meister ein Auge auf die Schwimmer.
Beim Besuch des Spaßbades in Wanzleben sind die Badegäste abgesichert, denn hier haben die Schwimm-Meister ein Auge auf die Schwimmer. Foto: Hagen Uhlenhaut

Wanzleben - In Sachen Bademöglichkeiten ist die Stadt Wanzleben mit ihren Angeboten vergleichsweise gut aufgestellt. „Es gibt zwei öffentliche Bäder, die zur Abkühlung und zum Schwimmen genutzt werden können“, sagt Ordnungsamtsleiter Kai Pluntke. Damit meint er das Spaßbad in Wanzleben und das Schwimmbad in Klein Wanzleben. Im letztgenannten haben Kinder im Alter bis zu 14 Jahren in den Ferien kostenfreien Eintritt. Der wird von der örtlichen Bürgerstiftung übernommen (Volksstimme berichtete).

„Das ist eine komfortable Lösung und sie wird von den Bürgern allgemein sehr begrüßt“, sagt Kai Pluntke. „Außerdem ist über die Schwimm-Meister ein geordneter Betrieb in beiden Bädern abgesichert.“ Das heißt, im Notfall ist sofort ein Rettungsschwimmer zur Stelle. „Diese Sicherheit sollte man nicht aufs Spiel setzen, indem man in irgendwelche Gewässer der Umgebung steigt, die nicht fürs Baden freigegeben sind. Dort schaut nämlich keine ausgebildete Fachkraft nach dem Rechten. Es kann sogar teuer werden, dort erwischt zu werden.

Geheimtipps für Wagemutige sind die Tonkuhlen in Wanzleben und der Ziegeleiteich in Seehausen. „Mit dem Angebot in den Schwimmbädern ist so etwas natürlich überhaupt nicht zu vergleichen“, schätzt Pluntke ein. „Außerdem weiß niemand was unter der Wasseroberfläche lauert.“ In Wanzleben könnten das beispielsweise alte Gleise und stehengelassene Loren sein. Auch in Seehausen geht von rostigen Hinterlassenschaften Gefahr aus. Der dortige See bietet sich ebenfalls nicht für eine Abkühlung an. „Mir ist nicht bekannt, dass hier einmal Leute ihr Glück beim Baden versucht hätten“, sagt Seehausens Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch lachend. „Sie würden ihr blaues Wunder erleben. Der See ist im Normalfall ein 1,50 bis 2 Meter tief und es hat sich einiges an Schlamm abgesetzt.“

Verwaltung warntvor Gefahren

Früher habe es sogar einmal ein Freibad in Seehausen gegeben, aber in den Schlammteichen der Zuckerfabrik. „Die wurden seinerzeit regelmäßig gereinigt und meine Mutter hatte mir sogar eine Jahreskarte für ganze sechs Mark gekauft“, erinnert sich Jockisch. Spätestens seit der Wende war aber Schluss damit. Heute ist das Gelände verkauft. Auch Eckhard Jockisch empfiehlt den Bürgern, die Freibäder in der Umgebung zum Erholen aufzusuchen. Doch auch, wo Schwimm-Meister vor Ort die Lage im Griff haben, sollten Eltern dennoch ein Auge auf ihre Kinder haben. Oft würden Mütter und Väter ihre Schützlinge unbeaufsichtigt mit Luftmatratzen und anderen Wasserspielzeugen spielen lassen, die zu einer Gefahr werden können.

Zudem warnt die Verwaltung davor in Flüssen zu baden, auf denen sich Wasserfahrzeuge bewegen. „Wichtig ist auch, dass sich Kinder abkühlen bevor sie ins Wasser gehen“, so Pluntke. Er weist zudem auf die allgemeinen Baderegeln hin, wie etwa nicht sofort nach dem Essen mit vollem Bauch schwimmen zu gehen. Derzeit würden auch viele Urlauber an die Nord- und Ostsee fahren. Ein Spaßbad sei ohnehin leichter zu sichern als ganze Küstenabschnitte. Beim Familienurlaub an den Meeren sei es besonders wichtig auf die Angehörigen, insbesondere Kinder zu achten. Dort überschätzen sich die Menschen oft, das würden auch die Zahl der jährlichen Badetoten bestätigen. Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) seien in Deutschland im Jahr 2019 417 Menschen ertrunken. Im vergangenen Jahr gab es 378 Todesfälle durch Ertrinken.

Appelle an die Vernunft der Bürger

Der Ordnungsamtsleiter appelliert an die Vernunft der Badelustigen. Zwar besitze die Stadt Wanzleben kaum Sanktionsmöglichkeiten, wenn Menschen in ungesicherten Gewässern nach Abkühlung suchen. Doch zur eigenen Sicherheit sei es wichtig dort zu baden, wo man notfalls gerettet werden kann, sollten körperliche Beschwerden auftreten. Auch sollten Kinder und Jugendliche an ungesicherten Stellen nicht allein baden.

Vor dem Baden in der Bode warnt wiederum die Stadt Oschersleben. Wenn auch recht unbedrohlich auf den ersten Blick handele es sich immer noch um ein Fließgewässer. Die DLRG weist auch auf den Paragrafen 29, Absatz 4 Satz eins, des Wassergesetzes des Landes Sachsen-Anhalt hin, nach dem das Baden in künstlichen Gewässern nur dann erlaubt ist, wenn die Wasserbehörde mit Zustimmung des Eigentümers und des Unterhaltungspflichtigen den Gemeingebrauch zugelassen hat. „Den Eigentümer eines natürlichen Gewässers, das dem Gemeindegebrauch unterliegt, treffen neben der Pflicht das Baden zu dulden, grundsätzlich keine weiteren Pflichten. Er kann die Badenden gewähren lassen ohne Sicherheitsvorkehrungen treffen zu müssen“, heißt es dort. Das Baden (...) finde auf eigene Gefahr statt. Es bestehe keine Haftung für sich aus der Natur ergebenden Gefahren.