Pilotprojekt für Schulen

Wanzleber MakerThek wird mit Empfehlung des Bildungsministeriums im südlichen Bördekreis aktiv

Die als Pilotprojekt geschaffene MakerThek in Wanzleben wird mit ihren Kursen und Workshops in der Region Wanzleben/Oschersleben demnächst an den Schulen aktiv. Das Bildungsministerium hat das Angebot an die Lehranstalten weitergeleitet und etliche von ihnen wollen das Angebot künftig auch nutzen.

Von Christian Besecke und André Ziegenmeyer
Maker-Manager Manfred Gramer (vorn) hat das vom Ministerium empfohlene Programm mit Hilfe der Maker-Gruppe ausgearbeitet.
Maker-Manager Manfred Gramer (vorn) hat das vom Ministerium empfohlene Programm mit Hilfe der Maker-Gruppe ausgearbeitet. Foto: Hagen Uhlenhaut

Wanzleben/Oschersleben - Mitinitiator Ernst Isensee, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins der Stadt- und Kreisbibliothek Wanzleben, ist ganz begeistert von der Resonanz auf das Angebot der Wanzleber. „Die MakerThek ist mit Unterstützung des Fördervereins der Wanzleber Stadt- und Kreisbibliothek sowie der Stadt Wanzleben geschaffen worden“, sagt er. Sie sei eine Investition in die Zukunft, denn schon das Motto: „Mobil von Ort zu Ort“ deutet auf die neue Art hin, wie Kurse und Workshop-Angebote künftig zu den Teilnehmern gelangen sollen.

Genau dieses Konzept haben die Wanzleber Anfang April im Bildungsministerium vorgestellt. Beim Ministerium war man praktisch sofort von der Sinnhaftigkeit überzeugt, denn die Angebote der Wanzleber sind jetzt an Lehranstalten im Raum Oschersleben/Wanzleben weitergegeben worden – und zwar mit Empfehlung. „Die Idee des Treffens war, das Projekt vorzustellen, weitere Mitstreiter zu gewinnen und den Fortbestand zu sichern“, berichtet Ernst Isensee. Dass nach einer ausführlichen Präsentation und Diskussion des Konzeptes sofort die Bereitschaft da war, dieses in der kompletten Region umzusetzen, überraschte die Vertreter des Fördervereins und den Maker-Manager Manfred Gramer doch gehörig und vor allen Dingen positiv.

Gramer hat die Workshops als Angebot für die Schulen erarbeitet. „Das Bildungsministerium sieht inhaltlich darin die Möglichkeit, die bei Schülern entstandenen pandemiebedingten Defizite mittel- und langfristig zu kompensieren“, sagt er. Die Workshops beschäftigen sich mit neuen digitalen Verfahren, etwa dem 3D-Druck. Es gibt Programmier- aber auch Handwerks- und Bastelkurse und auch das immer beliebter werdende Upcycling – das Wiederverwerten von Abfallstoffen.

Das Ministerium für Bildung hat über das Landesschulamt im ersten Baustein des Programms „Lernrückstände aufholen“ sogar ein zusätzliches Budget zugewiesen, welches die Schulen nutzen können.

Das wollen beispielsweise das Gymnasium in Wanzleben und die Börde-Schule in Klein Oschersleben nutzen. „Die entsprechenden Unterlagen wurden bereits an die Klassenlehrer ausgegeben, und es gab eine positive Resonanz“, sagt Leiterin Dr. Susanne Pichottky gegenüber der Volksstimme. Allerdings sei es zunächst einmal für das Gymnasium wichtig, die durch die Corona-Pandemie entstandenen schulischen Rückstände aufzuholen. „Wir werden das Angebot der MakerThek aber ganz bestimmt nutzen“, versichert sie, zumal es schon entsprechende Gespräche mit Maker-Manager Manfred Gramer gegeben habe.

Auch Silke Heick, die Leiterin der Börde-Schule, ist von dem Projekt angetan. Allgemein legt die Förderschule viel Wert auf digitale Themen. „Ich habe das Thema in die Fachkonferenzen reingetragen. Die Resonanz im Team war sehr positiv“, erläutert Silke Heick. Die Schule werde das Angebot annehmen. Die Feinabstimmung stehe aber noch aus – also die Frage, welcher konkrete Kurs es zu welchem Termin sein soll.

Die Arbeitsgruppe Digitalisierung, die es an der Schule gibt, habe sich schon vor den Konferenzen damit beschäftigt und sei ebenfalls angetan. Tatsächlich gebe es den Kontakt zur MakerThek schon länger. Als die Idee dazu geboren wurde, habe Ernst Isensee auch die Schule in Klein Oschersleben besucht. „Wir haben ihm zum Beispiel bei der Frage zugearbeitet, welche Angebote für Schulen sinnvoll sein könnten“, informiert Silke Heick. Ein Vorschlag habe darin bestanden, dass die Schüler Roboter programmieren könnten.

Auch das Fachnetzwerk „IT-Schulstrukturen gemeinsam entwickeln“, zu dem die Einrichtung gehört, habe beraten und zugearbeitet. „Wir verstehen uns als Bindeglied zwischen Schulen, Schulträgern, Schulpartnern und dem Landesschulamt bei der Frage, wie man Digitalisierung in den Schulen auf den Weg bringen und die entsprechenden Kompetenzen bei den Kindern schulen kann“, so die Leiterin. Die Kurse und Workshops, die die MakerThek nun angeboten habe, seien ein guter, niedrigschwelliger Einstieg und damit auch für Grund- oder Sekundarschulen geeignet.

Die MakerThek bietet zudem auch Online-Formate an.

Das Pilotprojekt wird durch den „Fonds hochdrei“ der Kulturstiftung des Bundes insgesamt mit 200 000 Euro gefördert, wovon die Stadt Wanzleben-Börde 20 000 Euro trägt. Die Förderung ist zum 1. Januar 2021 gestartet worden und bis zum 31. Dezember 2022 befristet. Die Leitung des Projektes hat die Stadt- und Kreisbibliothek Wanzleben. „Das Angebot zur Nutzung durch das Ministerium ist ein erster großer Erfolg für das Projekt „MakerThek Börde“, schätzt Ernst Isensee ein.