Wernigerode l Behutsam öffnet Ronny Hassmann die Luke zur Brutröhre. Die Hand des Tierpflegers kommt auf den jungen Steinkauz zu, schließt sich um seinen Körper und holt ihn ans Tageslicht. Das haben sich die drei kleinen Eulenvögel aus dem Wildpark in Wernigerode wohl anders vorgestellt. Ein Weibchen und zwei Männchen sind am 1. Mai im Wildpark Christianental geschlüpft. Hassmann setzt die ungefähr 200 Gramm leichten Käuzchen in eine Transportbox. Nun soll es in die Freiheit gehen: Athene noctua, so der wissenschaftliche Name, ist für ein Auswilderungsprojekt in Thale vorgesehen.

In freier Wildbahn bekommt man Steinkäuze kaum noch zu Gesicht. Das liegt zum einen sicherlich an ihrer geringen Größe von nur etwa 23 Zentimetern und ihrem Federkleid, dass ihnen eine gute Tarnung verleiht. Die kleinen Eulenvögel sind jedoch stark gefährdet. „Steinkäuze sind in der Natur sehr selten geworden. Umso mehr freuen wir uns, dass uns nach vielen Jahren wieder ein Zuchterfolg geglückt ist“, sagt Frank Lüddecke vom Wildpark Christianental in Wernigerode.

Beitrag zum Artenschutz

Mit viel Liebe kümmert sich Tierpfleger Ronny Hassmann um die Käuzchen. Mit Erfolg. Der Steinkauz-Nachwuchs aus dem Wildpark Christianental wird eine neue Heimat im nördlichen Harzvorland finden. Die drei Jungvögel aus Wernigerode werden in Thale auf ihre Auswilderung vorbereitet. Der Wildpark unterstützt damit den Arbeitskreis zum Greifvogel- und Eulenschutz in Sachsen-Anhalt (Agesa). „Wir sind stolz darauf, dass wir einen kleinen Beitrag für den Artenschutz und die Stärkung des Freilandbestandes der bedrohten Steinkäuze leisten können“, so Wildpark-Chef Lüddecke.

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Das Wiederansiedlungsprojekt zwischen Quedlinburg, Blankenburg und Wernigerode läuft seit den 1990er-Jahren. Das Gebiet biete besondere Lebensbedingungen für die Vogelart, erklärt Projektinitiator Eckhard Kartheuser aus Thale.

Spiele

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Streuobstwiesen sind ideal

Auf den vom Agesa-Verein gepachteten Flächen kehre nach und nach das Leben zurück, fügt er hinzu. Nicht nur die Steinkäuze würden dort die besten Voraussetzungen finden, sondern auch Wespenbussarde, Grünspechte oder Bienenfresser. Im Schlepptau der kleinsten Eulenart seien weitere fast ausgerottete Tierarten – Wachteln, Feldhasen oder Rebhühner – wieder aufgetaucht. Streuobstwiesen seien ein ideales Auswilderungsgebiet für den Kauz, fügt der Experte hinzu. „Er braucht Baumhöhlen, in denen er brüten kann“, sagt Kartheuser. Die finde er vor allem in Kopfweiden und Obstbäumen mit weichem Holz. Zum anderen benötige der nicht ausschließlich nachtaktive Vogel abgegraste Wiesen, um sein Futter – vor allem Mäuse und Würmer – orten zu können.

Da sich die Steinkäuze gern zur Nahrungssuche auf dem Boden und in offenen Landschaften mit kurzer Vegetation fortbewegen, seien sie leichte Beute für Marder, Habichte oder verwilderte Hauskatzen, erklärt Kartheuser. Auch der Straßenverkehr stelle eine Gefahr für die Eulen dar. Die moderne Landwirtschaft enge den Lebensraum für Steinkäuze ebenso ein, berichtet der Wildvogel-Experte.

Doch wie läuft so eine Auswilderung eigentlich ab? „Zuallererst werden die Steinkäuze beringt, erhalten sozusagen ihren eigenen Personalausweis“ erläutert Kartheuser. In der Beringungszentrale der Vogelwarte Hiddensee werden Gewicht, Größe sowie die Mauser unter der Ringnummer gespeichert.Zwischen August und Oktober werden die Tiere ausgewildert.

Lebendfutter für die Käuze

In transportablen Volieren direkt im Auswilderungsgebiet können sie sich bereits an die Umgebung und ihre Geräusche gewöhnen. Hier werden sie auch darauf trainiert, selbst Mäuse zu erbeuten, um für das Leben in freier Wildbahn gewappnet zu sein. „Wenn sie soweit sind, öffnen wir die Tore und sie entschwinden in die Freiheit. Dann geht das Hoffen los“, sagt der Vorsitzende des Agesa-Arbeitskreises. Solange sie im Christianental lebten, wurden die kleinen Eulenvögel nur mit toten Tieren gefüttert. In der Auswilderungsstation müssen die Tiere lernen selbst zu jagen. „Ihr Jagdinstinkt ermöglicht ihnen das Überleben in der freien Natur.“ Sobald sie in Freiheit sind, suchen sie sich ihr Futter selbst. „Draußen kommen sie super zurecht“, versichert der Experte. Eine Auswilderung sei jedoch kein leichtes Unterfangen. Im Normalfall werden jedes Jahr 30 bis 40 Tiere in die Freiheit entlassen. Die Sterblichkeitsrate im ersten Jahr liege bei fast 80 Prozent. Und dennoch lohne es sich, für die übrigen 20 Prozent zu kämpfen. „Damit wir auch unseren nachfolgenden Generationen noch die Schönheit unserer Natur zeigen können“, so Kartheuser weiter.

Keine Frage, dass sich Eckard Kartheuser im Naturschutz engagiert. Seit 27 Jahren setzt sich der Vogelfreund für Steinkäuze ein. Mittlerweile gebe es zwölf Brutpaare in Sachsen-Anhalt. Die Liebe zur Flora und Fauna an Kinder und Jugendliche weiterzugeben, sei ihm ein Herzensbedürfnis.