Wernigerode l Platinblonde Haare, Schönheitsfleck über den rot geschminkten Lippen. Das eng anliegende Kleid betont ihre zierliche Silhouette. Wo sie auftaucht, erregt sie Aufmerksamkeit. Monique Bangert hat sich Marilyn Monroe des Harzes einen Namen gemacht. „Für mich ist das keine Verkleidung, kein Kostüm.“ Darauf legt die Blondine Wert. „So sehe ich auch im Alltag aus.“

Und das schon seit vielen Jahren. „Ich habe mir bereits als Jugendliche die Haare blondiert“, sagt die gebürtige Blankenburgerin, die mehrere Jahre in Wernigerode gelebt hat und jetzt mit ihrer Familie in Allrode sesshaft ist. Seit ihrer Jugend habe sie sich optisch kaum verändert, aber weiter an ihrem Erscheinungsbild gefeilt. Schon damals sei Marilyn Monroe ihr Vorbild gewesen. „Sie ist die 50-er Jahre Stil-Ikone schlechthin.“

Inspirierende Mode

Die 1950er Jahre haben es Monique Bangert ohnehin angetan. „Es ist das Lebensgefühl dieser Zeit, das mich fasziniert, die Musik und die Mode.“ Kleider seien damals gut geschnitten gewesen. „Fraulich, akkurat, aber nicht aufdringlich oder gar ordinär.“ Solche Kleider zu tragen, zeuge von Respekt sich selbst gegenüber. „Und das sieht man heute leider nicht mehr so oft.“

Bilder

Der Zeitgeist der Fünfziger sei zwar verflogen, auf Festivals aber leben Monique Bangert und Gleichgesinnte – Authentiker, wie sie sich selbst nennen – ihre Leidenschaft aus. „Da gibt es das ‚Summershelter‘ in Heyrothsberge oder das ‚Firebirds‘-Festival in Leipzig.“ Dort, wo die Männer mit Pomade im Haar in ihren Oldtimern vorfahren, die Frauen ihre Petticoats zur Schau stellen, wo Rock‘n‘Roll-Musik aus den Boxen dröhnt, da scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. „Wir genießen die Musik und treffen Leute aus der gleichen Subkultur.“

Als Marilyn auf dem Catwalk

Zudem seien diese Veranstaltungen eine gute Gelegenheit, neue Modelabels kennenzulernen. „Die Aussteller dort präsentieren Kleidung – Marken aus den Staaten oder aus Berlin, die sich in Optik und Schnitt an der Mode von damals orientieren.“

Von einem dieser Aussteller sei sie dann auch angesprochen worden: Ob sie sich vorstellen könnte, auf Modenschauen zu laufen. „Warum nicht, dachte ich mir.“ Inzwischen habe sie schon einige Male als Marilyn Monroe den Catwalk erobert. „Es gibt viele junge Menschen, die sich für die Musik der 50-er Jahre begeistern, aber sich nicht an die Mode herantrauen. Solche Leute möchte ich inspirieren.“ Als Laufstegmodel sieht sich Monique Bangert noch am Anfang. „Aber ich habe Spaß dabei, könnte mir vorstellen, das und auch die Auftritte als Marilyn-Monroe-Double auszubauen.“ Hauptberuflich ist die Harzer Monroe übrigens in der Verwaltung tätig. „Ich weiß, dass ich mit meinem Aussehen auffalle. Wenn ich irgendwo hinkomme, werde ich immer erstmal begutachtet. Ich merke das gar nicht mehr.“ Manche Leute würden sie ansprechen, andere eher nicht. „Aber bisher gab es nur positive Reaktionen“, sagt Monique Bangert. Vor allem von Frauen, wie sie bemerkt habe. „Dabei geht es mir eigentlich nicht wirklich ums Auffallen. Das bin einfach ich. Für mich ist das normal.“

Trauriges Schicksal

Marilyn Monroe sei nach wie vor ihr Idol. Deshalb habe sie sich auch mit Leben ihres berühmten Vorbilds beschäftigt. „Ein trauriges Schicksal. Sie ist jung gestorben. Wie es zu Ende ging, ist nicht geklärt.“ Aber das mache eben einen Teil der Faszination aus.