Reddeber l Dieses Haus rockt: Das Wohnzimmer ist ein kleiner Konzertsaal. Voll ausgestattet mit Technik und Beleuchtung. Selbst in der Küche spielt die Musik. Den Herd schmückt das Bild einer brennenden Gitarre. Das Domizil der Stiftung Rockhaus ist so gut wie bezugsfertig. „Wir sind kurz vor der Fertigstellung“, sagt Stiftungschef Wolfgang Menger. „Die letzten Fliesen werden verlegt. Und wir bekommen warmes Wasser.“ In wenigen Tagen soll auf dem Gelände im Gewerbegebiet Reddeber Pre-Opening – also Voreinweihung – gefeiert werden. „Dann funktionieren hoffentlich auch alle Steckdosen.“

Die Stiftung ist noch kein Jahr alt. Menger und seine Mitstreiter haben jede Menge zu tun. „Wir arbeiten konzentriert an unserem Projekt ‚Rampensau 2020‘, ein Musikpreis für Kinder- und Schülerbands in den drei Harzbundesländern Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen. Wir sind gerade dabei, uns Unterstützer ins Boot zu holen.“ Nur eines von vielen geplanten Projekten der Stiftung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Rockmusik in der Region zu fördern. Herzstück der Stiftungsarbeit wird das „Rockhaus“ in Reddeber. „Wir planen unter anderem Wohnzimmerkonzerte im Stiftungshaus“, verrät Menger. Die Besucher bekommen aber nicht nur Musik auf die Ohren, sondern können gleichzeitig ihren Geschmackssinn verwöhnen lassen. „Die Konzerte werden kulinarisch begleitet.“ Zum Beispiel irische Musik mit Whisky-Verkostung, ein italienischer Abend mit Pizza und Pasta oder ein Cocktailabend unter dem Motto „Shake it easy“.

Reise durch die Rockgeschichte

Im Fokus steht im Moment allerdings die Vorbereitung auf das nächste Bandfever – die inzwischen sechste Auflage des Rocksicals über Wernigerodes Musikgeschichte. Am 29. Mai wollen Menger und seine Musikerfreunde dafür wieder die Bühne im Kik-Saal erobern – diesmal unter dem Motto „Next Generation“. „Thematisch geht es wieder querbeet durch die Rockgeschichte“, kündigt der Wernigeröder an. „Natürlich hat Bandfever inzwischen eine eigene Geschichte, auch die wollen wir erzählen.“

Und die Gäste des Musikspektakels können sich auf viele Überraschungen freuen. „Zum Beispiel auf eine Art Stargate, aus dem der ein oder andere Zeitreisende heraustritt.“ Auf Bernd Minnich als neuen Erzähler. Auf viele altbekannte Bandfever-Sänger, nicht nur Wolfgang Menger, sondern auch Kai-Uwe Scheffler, Annika Stock und Pepe Brüll alias Joe Cocker. Zudem werden einige neue Stimmen dabei sein. Darunter die Blankenburger Sängerin IsyVoice und Florian Steinbrecher von Meier and Friends.

Kinder sind mit von Partie

„Neben dem Chor der Diesterweg-Schule, der bei ‚Another brick in the wall‘ wieder die Mauer zum Einstürzen bringt, holen wir diesmal noch weitere Kinder auf die Bühne.“ Wie Maja Jilg, die schon zusammen mit Rolf Zuckowski auf dem Brocken gesungen hat. Oder die junge Pianistin Philine Keller.

„Wir erwarten zum sechsten Rocksical ein etwas anderes Publikum“, sagt Bandfever-Erfinder Menger. „Die einzelnen Sänger haben ihren eigenen Fankreis. Mal schauen, was passiert.“

Im Moment heißt es deshalb für die Bandfever-Crew proben, proben, proben. Denn der 29. Mai ist nicht mehr weit. „Die Plakate sind gedruckt, der Kartenverkauf ist gestartet. Und wir freuen uns.“ Nun bleibt nur zu hoffen, dass sich Wolfgang Menger nicht wie üblich kurz vor der Vorstellung verletzt, damit er seinen Auftritt zur Abwechslung mal schmerzfrei genießen kann.