Wernigerode l „Für mich ist der weitere Ausbau der Friedrichstraße ein Weihnachtsgeschenk“, sagt Jörg Völkel. Der Bauamtschef in Wernigerode hat zum Pressegespräch gebeten, denn, so Völkel: „Auf die Hasseröder kommt einiges zu. Sie sollen wissen, was sie erwartet.“ Freud und Leid, schmucke Straßen, aber Umleitungen und Sperrungen – das sei der Ausblick bis 2022. Bauträger ist in erster Linie die Landesstraßenbaubehörde, die Stadt beteiligt sich am Ausbau der Nebenanlagen.

Insgesamt zehn Bauprojekte werden in den nächsten fünf Jahren in Hasserode umgesetzt. „Es geht um Straßenbau, Hochwasserschutz, Sicherung der Bahnübergänge der Harzer Schmalspurbahnen und Schadensbeseitigung nach dem Juli-Hochwasser“, resümiert der 61-Jährige. Er selbst wird die Schönheitskur für Hasserode nicht mehr komplett bis zum Abschluss begleiten können, denn der Amtsleiter geht 2019 in Altersteilzeit.

Die ersten Arbeiten laufen bereits auf der Insel. Dort saniert das Landesamt für Hochwasserschutz die Straße Insel, kaputte Stützwände und Versorgungsleitungen. „Noch mindestens ein Jahr dauern die Arbeiten, so lange wird es keinen Durchgangsverkehr auf der Insel geben“, so Völkel.

Sturbach-Sanierung ab März

Im März beginnt die Stadt mit der Sanierung des Sturzbach-Durchflusses. Ein bisher 80 Zentimeter dicker Durchlass wird durch ein Rohr mit 1,20 Meter Durchmesser ersetzt. „Das ist eine wichtige Vorleistung für die Sanierung der Friedrichstraße“, erläutert er.

Der dritte Bauabschnitt auf der Hauptverkehrsader, der Landesstraße 100, beginnt im Juli. Bauherr ist die Landesstraßenbaubehörde. „Bis Ende 2019 wird der Abschnitt zwischen Lutherstraße bis Bahnübergang Amtsfeldstraße saniert.“ 2019 folgt der Bau eines Regenrückhaltebeckens im sogenannten Wäldchen in der Lutherstraße. „Damit wird im Falle eines Hochwassers die Einleitmenge in die Holtemme verringert.“ Die Stadtverwaltung lässt derweil parallel zum Hochwasserschutzprojekt des Wasser- und Abwasserverbands Holtemme-Bode Stellplätze bauen und die Gehwege in der Lutherstraße sanieren.

HSB sichert Bahnübergänge ab 2020

Die Harzer Schmalspurbahnen beginnen 2020 mit der Sicherung der Eisenbahnkreuzungen. Zunächst wird der Übergang in der Kirchstraße, dann in der Lutherstraße und ab 2021 in der Frankenfeldstraße mit Schranken ausgestattet. Die Stadt beteiligt sich an den Kosten von 1,1 Millionen Euro für alle drei Übergänge. Die Finanzierung stehe jedoch noch nicht, da ein Förderprogranm 2019 ausläuft. Ebenfalls in der Frankenfeldstraße werde die Stadt eine neue Brücke bauen.

Der vierte und letzte Abschnitt der L 100 wird ab 2020 zwischen Trift und Ortsausgang saniert. Die Arbeiten sollen 2021 beendet werden. Parallel tauscht die Stadt die Rohre, durch die der Sturzbach unter der Frankenfeldstraße fließt, weiter bis Hohe Warte/Triangel aus. Die Sanierung der Frankenfeldstraße, die dann von den Tiefbauarbeiten in Mitleidenschaft gezogen sein wird, folgt 2020.

Behinderungen für Anlieger und Autofahrer werden nicht zu vermeiden sein, räumt der Bauamtsleiter ein. „Wir koordinieren die Arbeiten so, dass nichts parallel läuft.“ Ob die Friedrichstraße ab Juli für den Verkehr voll gesperrt wird, sei noch nicht entschieden. „Im ersten Bauabschnitt hatten wir sie voll gesperrt und sind sehr zügig vorangekommen“, erinnert er. „Fest steht aber auch, dass Umleitungen immer komplizierter werden, weil es in Oberhasserode wenig Ausweichrouten gibt, besonders beim letzten Bauabschnitt der L 100 in der Amtsfeldstraße.“ Im Winter 2018/19 werde die Baustelle vermutlich für den Verkehr freigegeben, sodass Autofahrer problemlos Schierke erreichen können.

Insgesamt investieren Land, Stadt, HSB und die einzelnen Versorgungsträger 11 Millionen Euro. „Die Stadt ist mit einem Anteil von etwa 5 Millionen Euro dabei“, schätzt Jörg Völkel. Woher das Geld kommt, ist noch nicht entschieden. „Bislang ist Fördergeld nur für den dritten Bauabschnitt der Friedrichstraße gesichert“, fügt er hinzu.