Blankenburg l „Wir saßen beim Frühstück, als es plötzlich einen riesigen Knall gab. Das hat uns so erschüttert. Wir haben gedacht, es bricht Krieg aus.“ So beschreiben Maria (75) und Peter Haschke (77) jenen Moment, als im benachbarten Hauseingang der Bertolt-Brecht-Straße 3 eine Gasflasche detoniert war. Die Explosion am 13. Dezember vergangenen Jahres hatte einen 78-jährigen Blankenburger in den Tod gerissen. Dessen 76-jährige Ehefrau, die sich mit schwersten Verletzungen noch aus der ersten Etage ins Freie retten konnte und danach in eine Spezialklinik geflogen wurde, starb dort dreieinhalb Monate später. 14 Menschen wurden insgesamt verletzt. Mehrere Bewohner des betroffenen Straßenzuges wurden auf einen Schlag wohnungslos. Denn durch die Detonation war nicht nur die Wohnung, in der die Explosion vermutlich durch falsches Hantieren mit jener Gasflasche ausgelöst worden war, ausgebrannt. Auch die Wohnungen in direkter Nachbarschaft wurden so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass in der vergangenen Woche entschieden wurde, drei der insgesamt vier Neubaublöcke in der Bertolt-Brecht-Straße abzureißen.

In wenigen Minuten obdachlos

„Im Moment der Explosion flogen Türen und Fenster. Das vergisst man nicht“, muss auch Erika Förster immer noch an jenen Morgen zurückdenken. „Das war einfach grausam. Binnen weniger Minuten war ich obdachlos“, berichtet die 80-Jährige. Sie konnte sich durch das verqualmte Treppenhaus in Sicherheit bringen. „Ich bin gleich in Hausschuhen runter“, erzählt sie. Doch erst Tage später wurde das ganze Ausmaß der Verwüstung in ihrer Wohnung sichtbar. Die Möbel, das Geschirr, der Hausrat - nahezu alles war zerstört.

Glück im Unglück für die Seniorin: „Die Versicherung hat alles ersetzt“, berichtet sie. Und inzwischen hat sie auch eine neue Wohnung beziehen können: „Es war schon eine große Umstellung“, so Erika Förster, die 1979 als eine der ersten in die Bertolt-Brecht-Straße 3 eingezogen war. „Nun bin ich aber froh, dass ich wieder eine eigenen Wohnung habe.“

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Handgezeichnetes Bild

Das bestätigen auch Maria und Peter Haschke, die besonders Angelika Oberbeck von der Blankenburger Wohnungsgesellschaft loben. „Sie hat sich sehr um uns gekümmert“, so die beiden, die ebenfalls im Regenstein eine neue Bleibe gefunden haben. Ebenso Familie Baumgartl: „Im Januar haben wir uns in der Käthe-Kollwitz-Straße eine Wohnung angeschaut. Im März konnten wir einziehen“, berichtet Heiko Baumgartl (49). Auch für ihn und seine Familie gab es keine Überlegung, woanders hinzuziehen: Allein schon wegen der Arbeitsstellen und dem nahe gelegenen Sportforum, wo Heiko Baumgartl seit Jahrzehnten als Trainer und Schiedsrichter aktiv ist und Sohn Glenn (20) dem runden Leder nachjagt.

Sowohl Baumgartls, als auch Familie Haschke und Erika Förster waren während jener Wochen, in denen die Wohnungsgesellschaft und die Blankenburger Wohnungsgenossenschaft neue Quartiere für sie herrichteten, im Berghotel „Vogelherd“ untergebracht. Nun nutzten sie die Gelegenheit, um sich bei Hotelchef Hans-Joachim Klingebiel und seinem Team mit Mandy Hase, Sabine Schuhmacher, Harald Würbeleit und Robert Danigel herzlich für die liebevoll Betreuung zu bedanken. Dazu hatte der „Haus- und Hofmaler“ des Blankenburger Fußballvereins, Hans Gall, extra ein Bild des Barockgartens mit Stadtansicht gezeichnet und eine kunstvoll gestaltete Grußkarte verfasst.

Dank

Den gemeinsamen Abend nutzten die Betroffenen der Explosion auch, um allen zu danken, die in dieser schweren Zeit zu ihnen gestanden haben - besonders alle jenen, die durch ihre Spenden geholfen haben. Darüber hinaus allen Kameraden der Feuerwehren, Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU), den Wohnungsunternehmen, den Fußballern und dem Vorstand des Blankenburger FV sowie befreundeten Vereinen, dem Umzugsteam von Heiko Duckek und vielen weiteren Helfern.