Wasserleben/Berßel l Familie Festerling aus Wasserleben feiert in diesem Jahr ein Weihnachtsfest, wie sie es absolut nicht geplant hatte. Die fünfköpfige Familie feiert statt in ihrer eigenen Wohnung beim Vater von Constanze Festerling in Berßel. Denn wenige Tage vor dem Weihnachtsfest hat ein Brand in der Wohnung der Festerlings in der Backgasse in Wasserleben all das zerstört, was die junge Familie sich bis dahin aufgebaut hatte.

„Ja, es stimmt, wir haben gegenwärtig nur das, was wir auf dem Leib tragen und was uns Verwandte, Freunde und Kollegen geschenkt haben“, sagt Constanze Festerling, die die Bilder des Brandes so schnell nicht aus ihrem Kopf bekommen wird.

Es war Dienstag, der 11. Dezember. Constanze Festerling kam von der Arbeit nach Hause, als sie Qualm aus ihrem Haus in Wasserleben steigen sah. „Nach dem ersten Schreck habe ich sofort die Feuerwehr alarmiert, doch auch sie konnten nichts mehr retten. Zum Glück war keines unserer Kinder im Haus, doch unsere beiden Hunde kamen in den Flammen um“, sagt die junge Frau. Glück im Unglück hatte der elfjährige Sohn Haakon, der nach der Schule seinen Bus verpasst hat. „Es wäre möglich gewesen, dass er zum Zeitpunkt des Brandausbruchs zu Hause gewesen wäre. So kam auch er nur mit dem Schrecken davon.“

Die Brandursache ist inzwischen geklärt. Spezialisten der Kriminalpolizei des Harzer Reviers in Halberstadt haben eine technische Ursache ermittelt, die ihren Ursprung in der Küche hatte. In Wasserleben kursierenden Gerüchten ist somit die Grundlage genommen.

Feuer hat Eigentum vernichtet

Bei dem Feuer, das vor allem in den Innenräumen des Hauses wütete, ist das gesamte Hab und Gut der Familie vernichtet worden. „Wir hatten es uns so schön eingerichtet. Seit Jahren haben wir Zimmer für Zimmer modernisiert. Erst vor drei Wochen ist das letzte Zimmer fertig geworden. Nun ist alles weg, einschließlich der Treppe, die wir ebenfalls neu eingebaut hatten“, sagt Tobias Festerling, der seit etwa 25 Jahren in dem Haus wohnt. Ehefrau Constanze zog erst später dazu.

Zurzeit wohnen die Festerling bei Constanzes Vater in Berßel. „Zum Glück ist hier ausreichend Platz, so dass sich jeder auch mal zurückziehen kann, um das Geschehene zu verarbeiten“, sagt Constanze Festerling, die von der Hilfsbereitschaft der Menschen überwältigt ist. „Allein was die Weihnachtsgeschenke für die Kinder angeht, haben wir sehr viel bekommen. Die eigentlich geplanten Geschenke sind ja mit in den Flammen aufgegangen“, sagt die Mutter, die zum Großteil selbst nicht wusste, was ihre Kinder an Heiligabend an Geschenken erwartete.

Constanze Festerling bedankt sich ebenso wie ihr Mann bei allen Spendern, die der jungen Familie bislang unter die Arme gegriffen haben. Von den jeweiligen Arbeitskollegen in Ilsenburg gab es Unterstützung. „Ich kann die Gefühle nur schwer beschreiben, die einem durch den Kopf gehen, wenn die Kollegen spontan zwei große Kisten mit Weihnachtsgeschenken für die Kinder hinstellen. Das ist wirklich unglaublich“, sagt er.

Die Spendenbereitschaft ist in der Nordharzer Region ist ebenfalls sehr hoch. Allerdings haben die Festerlings ein großes Problem - sie können all das Angebotene nirgendwo lagern. Ob ihr Haus in Wasserleben überhaupt noch bewohnbar ist, wird Anfang Januar erst ein Statiker feststellen. Zum Glück hatte das Haus eine Gebäudeversicherung, eine Hausratsversicherung indes konnten sich die Festerlings nicht leisten.

Hilfe bei neuer Wohnung benötigt

„Bei drei Kindern bleibt vom Lohn nicht mehr allzuviel übrig. Wir haben es lieber in die Kinder investiert als in eine Versicherung, leider müssen wir jetzt die Konsequenzen tragen. Wenn wir wissen, wo wir demnächst einmal wohnen werden, dann stehen wir im Prinzip vor einer leeren Wohnung“, sagt Constanze Festerling.

Hilfe hat auch Nordharz-Bürgermeister Gerald Fröhlich (parteilos) angeboten. „Ich habe die E-Mail-Adresse von der Diskussion zum Entwicklungskonzept wieder aktiviert. Dort können Spendenwillige vorerst mit einer Nachricht ihre Hilfsangebote für Familie Festerling hinterlegen. „So lassen sich die Angebote koordinieren, um dann schnell reagieren zu können, wenn der Bedarf real wird“, so Fröhlich.

Hilfsangebote können per E-Mail an nordharz2030@gemeinde-nordharz.de geschickt werden.