Wernigerode/Schierke l Das Raumordnungsverfahren für das Winterberg-Projekt im Verkehrsministerium stockt seit Monaten. In nächster Zeit beraten Wernigerodes Stadträte über die Zukunft des geplanten Ganzjahreserlebnisgebietes in Schierke. Die von den Linken angestoßene Aufhebung des Grundsatzbeschlusses wäre der Todesstoß für das Millionen-Projekt von Stadt Wernigerode und der Investorengruppe um Gerhard Bürger.

Die Aufhebung des Seilbahn-Beschlusses wäre ein „katastrophales Signal“, meldet sich die Bürgerinitiative „Pro Winterberg“ zu Wort. „Wir möchten Sie dringend bitten, den Antrag abzulehnen“, wendet sich Sven Borchardt von der Schierker Initiative in einem offenen Brief an die Stadträte. Das Winterberg-Projekt sei neben der Feuerstein-Arena das wichtigste Projekt zur Verlängerung der Aufenthaltsdauer von Gästen, vor allem von Familien in Schierke.

„Wer soll nach Schierke fahren, wenn dort außer guten Unterkünften wenig geboten wird?“, fragt Borchardt. „Touristen haben bereits heute deutschlandweit und international ein außerordentlich vielfältiges Angebot zur Auswahl. Diesem Wettbewerb darf sich die Stadt nicht entziehen. Beharren auf Erreichtem heißt auf Dauer Hinterher-Hinken.“

Aus Sicht der Schierker Bürgerinitiative steige durch das Waldsterben in der Region die Dringlichkeit, zusätzliche touristische Attraktionen für Schierke und den Oberharz zu schaffen.

Zudem würde ein Scheitern des Winterberg-Projektes die Wirtschaftlichkeitserwartungen nicht nur für die Hotelbranche mit ihren großen Neuinvestitionen in Schierke, sondern auch für von der Stadt Wernigerode geschaffene Infrastruktur, wie beispielsweise das Parkhaus, schwächen, heißt es in dem offenen Brief weiter.

„Unsere Bürgerinitiative entstand maßgeblich aus einem Ehrlichkeitsmotiv“, so Borchardt weiter. „Die Herauslösung des Winterberggebietes aus dem Nationalpark geschah ausdrücklich deshalb, dass dort eine touristische Nutzung ermöglicht werden sollte.“ Es ist ein „Wortbruch des Landes“, wenn es durch unangemessene Forderungen ganz offenbar diese Nutzung verhindern will. „Diesem Wortbruch sollte sich die Stadt Wernigerode nicht anschließen“, so der Sprecher der Bürgerinitiative.

Die Aufhebung des Grundsatzbeschlusses würde dem Land die „offenbar gewünschte Ablehnung des Vorhabens“ ersparen. „Diese Ablehnung sollte es schon selbst verkünden und der Tourismuswirtschaft, dem Investor und der Schierker und Oberharzer Bevölkerung erläutern.“

Wie Borchardt weiter schreibt, sei die Annahme des Antrages auch ein fatales Signal an den Investor Winterberg Schierke GmbH in Person von Gerhard Bürger und darüber hinaus an andere mögliche Investoren. Erinnert sei an den Rückzug der Investoren für das ehemalige Hotel „Wurmbergblick“.