Blankenburg/Derenburg/Heimburg l Was nach dem erneuten Herunterfahren des öffentlichen Lebens in Zeiten von Corona schon erwartet worden war, ist nun offiziell. Der Blankenburger Karnevalverein (BKV) hat nicht nur seinen närrischen Auftakt am 11.11. vor dem Rathaus abgesagt, sondern seine komplette Session. Das hat BKV-Vorsitzender Frank Wermuth mitgeteilt.

Ursprünglich sollte die Sessions-Eröffnung am Mittwoch, 11. November, um 11.11 Uhr mit der Schlüsselübergabe durch den Bürgermeister im kleinen Rahmen stattfinden. „Nach den neuesten Regelungen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie wird diese Sessions-Eröffnung offiziell abgesagt. Somit hält sich unser Verein strikt an die Eindämmungsverordnungen des Landes Sachsen-Anhalt“, erklärte Frank Wermuth. Auf der jüngsten Jahreshauptversammlung wurde nun aber ein noch weitreichenderer Beschluss gefasst: „Auf Grund der ungewissen Situation, den umfangreichen Hygienevorschriften und der jüngsten Eindämmungsverordnung, entschloss sich der Verein auf eine Absage des Karnevals im Februar 2021.“

Trotz Karnevalsabsage Kosten für Vereine

Für den BKV ein schwerer Schritt, wie Frank Wermuth betont. Denn nach wie vor hat der Verein Kosten zu tragen. „Trotz der Absagen des Karnevals in Blankenburg bitten wir deshalb unsere Sponsoren und Förderer, uns weiterhin wie bisher tatkräftig zu unterstützen“, so der BKV-Chef, der auf der Jahreshauptversammlung für weitere zwei Jahre in seinem Ehrenamt bestätigt wurde. Ebenfalls einstimmig für die nächste Amtszeit gewählt wurden sein Stellvertreter Volker Heinold und Schatzmeister Roland Vogeley. Als Beisitzer zum Vorstand wurden Johann Rasch, Ingo Wilde, Kerstin Gudat, Helke Buchheim, Veronika Schilling und Dagmar Böhme bestätigt. Ein großes Dankeschön richtete Frank Wermuth an das Team von Buchheimsharzhaus in Wienrode, das die Jahreshauptversammlung überhaupt erst möglich gemacht hat.

Die jüngste Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat auch den Derenburger Jecken einen dicken Strich durch die Sessionspläne gemacht. „Auf der Mitgliederversammlung im September hatten wie noch besprochen, am 14. 11. in kleinem Rahmen die Saison zu eröffnen“, so Vereinssprecher Wolfgang Zettl. Doch nach der neuesten Entwicklung sei dies nicht mehr umzusetzen. Und da niemand wisse, wie die Pandemie weiter verlaufe, sei es ein zu großes Wagnis, Großveranstaltungen im Saal des „Weißen Adler“ zu planen. Angefangen vom Ticketverkauf, der bei Absagen wieder rück abgewickelt werden müsste, bis hin zum Catering an den Abenden. Zu allem Überfluss fehlt dem Derenburger Carnevalverein bislang auch noch ein Prinzenpaar.

Derenburgs Karneval fiel nur dreimal aus

„Die Menschen würden sicher unsere Sitzungen dankbar annehmen, aber aktuell können wir es einfach nicht umsetzen“, so Wolfgang Zettl, der lange in der 1957 beginnenden Vereinschronik zurückblättern muss, um ein Jahr zu finden, an dem der Karneval in „Strohkoppshausen“ mal nicht stattgefunden hat. So waren beispielsweise 1963 alle öffentlichen Veranstaltungen in der DDR verboten worden, um das Ausbreiten der Maul- und Klauenseuche unter Rindern und Schweinen zu verhindern. Eine Zwangspause erlebte der Derenburger Karneval zwischen 1984 und 1985 weil das Gaststättengebäude des „Weißen Adlers“ abgerissen und neu aufgebaut wurde.

Bis ins Mark getroffen von den tiefgreifenden Einschränkungen zeigt sich auch Mathias Priesterjahn, der Chef des Heimburger Carneval Clubs (HCC). Denn der älteste Karnevalverein der Stadt - 1954 aus der Taufe gehoben - hatte bereits seine beliebte Walpurgisfeier auf der Horst während des ersten Lockdowns absagen müssen. Nun hat es die Büttensitzungen erwischt.

Keine Planungssicherheit

„Für uns gibt es keinerlei Planungssicherheit“, sagt Mathias Priesterjahn. Selbst wenn es möglich wäre, eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen: Wie soll die aussehen? „Es macht doch einfach keinen Sinn, mit Abstand Karneval zu feiern, mit 40 statt mit 90 Gästen im Saal, mit Maske, ohne Tanzen, Singen, Lachen, Fröhlich sein ....“ Ganz davon abgesehen, können aktuell keine Proben für die zahlreichen Akteure stattfinden. Denn auch der Heimburger Karneval lebt von den Darbietungen gleich mehrerer Kinder-Tanzgruppen, vom Damen-Elferrat und dem Männer-Ballett.