Blankenburg l „Boutique im Hotelnamen bedeutet, dass wir keiner Kette angehören. Außerdem ist hier alles individuell und persönlich, vor allem unsere zwölf Zimmer in verschiedenen Stilen“, erklärt Geschäftsführer sowie Eigentümer Knuth Kiefer.

Er stammt aus Karlsruhe (Baden-Württemberg) und ist gelernter Hotelfachmann. 28 Jahre lang war Kiefer im Ausland, vor allem in Asien, tätig. Der Badener leitete als Generaldirektor große Hotels. „Die Gegend hier kannte ich noch nicht. Als ich mir das Haus ansah, hat es mir sofort gefallen. Außerdem finde ich den Harz super. Und Blankenburg ist schön und hat eine zentrale Lage“, begründet er seinen Ortswechsel.

Am 30. März mussten der Hotel- und Restaurantbetrieb wegen Corona eingestellt werden. Knuth Kiefer: „Das war finanziell ein harter Einschnitt. Aber auf die Hilfen, wie zum Beispiel das Kurzarbeitergeld, mussten wir nicht lange warten, obwohl die Behörden viele Anträge zu bearbeiten hatten.“ Die unfreiwillige Pause wurde aber sinnvoll genutzt. Unter anderem bekam die Garage einen neuen Anstrich, Terrasse sowie Garten wurden auf Vordermann gebracht und in den Zimmern fanden kleine Renovierungen statt. Außerdem stehen nun neue Speisen auf der Karte. „Die ist klein - aber frisch“, sagt Kiefer. Beispielsweise sind dort Tatar vom Rauchlachs, klassische Rinderroulade mit hausgemachten Haselnuss-Schupfnudeln und Pilzen oder Bandnudeln mit geräuchertem Forellenfilet zu finden. Als Schutzmaßnahme liegen auf den Tischen keine herkömmlichen Karten aus, sondern die Gäste können die Angebote auf einer großen Tafel lesen. „Derzeit müssen sich Speisekarten in Restaurants wegen Corona in einer Folie befinden. Das sieht aber nicht sehr stilvoll aus“, begründet der Chef des Hauses. Als weitere Schutzmaßnahme trägt das Personal Gesichtsmasken. Das gilt auch für die Gäste. Jedoch nicht, wenn sie sich auf den Zimmern aufhalten oder die Speisen im Restaurant beziehungsweise auf der Terrasse genießen. Die Tische stehen weit auseinander. Damit wird der Sicherheitsabstand eingehalten. Gespart wird auch nicht an Desinfektionsmitteln. „Die kosten einiges“, so Knuth Kiefer.

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Das Gebäude in Form einer Jugendstilvilla wurde übrigens im Jahre 1893 am Fuße des Großvaterfelsens erbaut. Ab 1905 diente das stattliche Herrenhaus als Offizierskasino. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden dort leicht verletzte Soldaten gepflegt und nach 1945 war das Haus unter anderem als Trainingslager der einstigen DDR-Nationalmannschaft im Radsport bekannt. 1998 fand eine Kernsanierung statt, und ein Jahr später war das altehrwürdige Haus wieder ein Hotel.