Halberstadt/Blankenburg l Das stark beschädigte Leopold-Denkmal im Schlossgarten von Blankenburg soll mit Unterstützung der Freimaurer saniert werden. Das Projekt nahm jetzt der Alt-Halberstädter Friedrich-Wilhelm Schröter in die Hand, der auch Altstuhlmeister der Halberstädter Loge „Friedrich zur Morgenröte“ ist. „Den Anstoß gaben Hinweise von Annekatrin und Weinhändler Claus Wagner aus Blankenburg“, sagte er.

Vor Zerstörung gerettet

Das Denkmal für Herzog Maximilian Julius Leopold hatte die Braunschweiger Loge „Carl zur gekrönten Säule“ einst in ihrem Logengarten zur Erinnerung an den Fürsten Leopold aufgestellt, der bei der Rettung von Soldaten auf der vereisten Oder am 27. April 1785 ums Leben gekommen war. Bis 1935 zum Verbot der Logen durch die Nazis stand das Denkmal dort. Um es vor der Zerstörung zu retten, wurde es schließlich nach Blankenburg gebracht und in den hinteren Teil des Parks am Kleinen Schloss aufgestellt. Das Braunschweiger Logenhaus wurde 1945 bei einem Bombenangriff zerstört.

Das Denkmal jedoch überstand nicht nur den Krieg, sondern überdauerte in seinem Blankenburger Exil auch die Zeit der DDR. Aber nun hat der Zahn der Zeit dem Ehrenmal sehr zugesetzt.

Restaurierung angeregt

Friedrich-Wilhelm Schröter ergriff die Initiative und traf sich zunächst Ende 2017 mit den Vertretern der Braunschweiger Loge, einem Restaurator und einem Vertreter der Stadt Blankenburg. Hierbei wurde erörtert, wie eine Restaurierung in einem geschätzten Umfang von etwa 10 000 Euro erfolgen könne.

Arbeiten starten im Sommer

Anlässlich des Festaktes „275 Jahre Loge Carl zur singenden Sonne“ wurde Schröter mitgeteilt, dass es seitens mehrerer Logen Finanzierungszusagen in Höhe von 7500 Euro gibt. Nach mehreren Rücksprachen bei der Verwaltung in Blankenburg wurde zugesagt, dass nach Eingang der Spende die Beauftragung eines Fachbetriebes für die Restaurierung erfolgt.

Die Arbeiten könnten bereits im Juli/August dieses Jahres beginnen. „Es ist geplant, das nach der Restaurierung in einem Festakt das Freimaurerdenkmal der Stiftung „Barocke Schlossgärten und Parks“ in Blankenburg übergeben wird“, teilte Schröter mit.

Schüler geben Anstoß

Auslöser für die Rettungsaktion war Ende 2017 ein Schülerprojekt einer zehnten Klasse der Europa-und Ganztagssekundarschule „August Bebel“. Die Gruppe forschte mit Unterstützung von Stadtführerin Annekatrin Wagner zur Geschichte der Freimaurerei in Blankenburg und stieß bei ihren Recherchen auf das marode Denkmal im Barockgarten. Zum Projektabschluss trafen sich die Jugendlichen sogar mit Kurt Lemmer und Friedrich-Karl Schulz, Altstuhlmeister der Loge „Carl zur gekrönten Säule“ aus Braunschweig, sowie Friedrich-Wilhelm Schröter und informierten über ihre Arbeit. Gleichzeitig gaben sie ihnen einen Brief mit, in dem sie um Hilfe bei der Sanierung des desolaten Denkmals baten. Diese Bitte wird nun erfüllt.

Laut Unterlagen des Blankenburger Stadtarchivs lieferte Johann Dominicus Fiorillo (1748-1821) den Denkmalentwurf. Umgesetzt wurde er von Hofbildhauer Johann Heinrich Oden (1732-1979). Das Monument aus Sandstein erinnert an den Braunschweiger Herzog Leopold, der als Offizier bei einem Rettungseinsatz während der Oderflut am 27. April 1785 ertrank. Das Denkmal zeigt zwei trauernde Frauen, von denen eine ein Weihrauchgefäß und eine bekränzte Urne hält, sowie eine junge Mutter, die ihrer kleinen Tochter die Rettungstat des Fürsten Leopold erzählt und auf ein Reliefmedaillon zeigt. Zu erkennen sind die freimaurerischen Symbole Winkelmaß und Zirkel.