Jugend

Ehrenamtliche Betreuer gesucht

Jugendarbeit in der Stadt Oberharz am Brocken ist ohne das Engagement Freiwilliger nicht möglich, sagt die Stadtjugendpflegerin Evelyn Zinke. In den Ortschaftsräten soll die Werbetrommel gerührt werden.

Von Katrin Schröder
Der Grillplatz im Ortsteil Rotacker von Hasselfelde ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche.
Der Grillplatz im Ortsteil Rotacker von Hasselfelde ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche. Foto: Katrin Schröder

Hasselfelde - Die Jugendarbeit in der Stadt Oberharz am Brocken beschäftigt weiter die Gemüter. In den Ortsteilen werden Angebote für die jüngeren Einwohner vermisst, das wurde unlängst in den Gremiensitzungen erneut deutlich. Einen Jugendclub gibt es in Elbingerode, in Elend gebe es einen ehrenamtlich betreuten Treff, berichtete Stadtjugendpflegerin Evelyn Zinke. Weitere Angebote in anderen Orten, die an die Stadtjugendpflege angedockt waren, gebe es derzeit nicht.

Mangels Alternativen suchten sich Jugendliche ihre eigenen Treffpunkte. Einer befinde sich am Grillplatz auf dem Weg zum Waldseebad im Ortsteil Rotacker, berichtet Ilka Kersten, Mitglied im Hasselfelder Ortschaftsrat. „Irgendwo müssen sie einen Platz haben.“ Die Kehrseite sei, dass immer wieder Müll liegen bleibe – obwohl es auch Jugendliche gebe, die Abfall einsammeln und für Ordnung sorgen, so Ilka Kersten.

Die Jugendlichen kämen nicht nur aus Hasselfelde, sondern auch aus Stiege, Trautenstein und Allrode, hat Tobias Fritschka, sachkundiger Einwohner im Sozialausschuss, beobachtet. „Manche werden von den Eltern gebracht.“ Das Bedürfnis, sich zu treffen, könne nicht durch Angebote der örtlichen Vereine aufgefangen werden, sagt er. „Das ersetzt nicht das soziale Miteinander am Abend.“

Chance für Wir-Gefühl

Daher wäre es wünschenswert, wenn jeder Ortsteil einen Jugendclub hätte, sagte Hauptamtsleiter Dirk Heinemann im Sozialausschuss. Gemeinsame Angebote etwa in den Sommerferien würden zudem die Chance bieten, dass Jugendliche ihre Altersgenossen aus den Nachbarorten besser kennenlernen und mit der jungen Generation ein neues Gemeinschaftsgefühl in der Stadt entstehen könnte.

Allerdings sei das Interesse an den Ferienangeboten der Stadtjugendpflege in diesem Jahr sehr verhalten, sagt Stadtjugendpflegerin Evelyn Zinke. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie hielten sich offenbar viele Familien mit der Anmeldung zurück. Daher seien viele der angekündigten Veranstaltungen nicht zustande gekommen.

Grundsätzlich seien Angebote für Jugendliche aber nicht nur in Hasselfelde, sondern auch in anderen Orten gefragt, sagte die Sozialausschussvorsitzende Susann Thielecke (CDU). Man müsse daher Ehrenamtler suchen, die sich als Betreuer zur Verfügung stellen. „Wir sollten das Thema in die Ortschaftsräte tragen und dort dafür werben.“

Denn ohne ehrenamtliche Helfer seien Angebote in den Ortsteilen nicht möglich, betont die Stadtjugendpflegerin. „Wenn sich etwas tun soll, dann müssen sich die Leute aus den Orten melden.“ Zum einen gehe es darum zu erfahren, wo Bedarf bestehe. Zum anderen müssten sich vor Ort ehrenamtliche Helfer, die vor Ort die Betreuung der Jugendlichen absichern. Sie als einzige pädagogische Fachkraft für die zehn Ortsteile sei dazu nicht in der Lage. Eine Betreuung müsse aber gewährleistet sein, nicht zuletzt, damit den Maßgaben des Jugendschutzes Genüge getan werde. Freiwillige könnten in Schulungen von der Stadtjugendpflege auf die Aufgabe vorbereitet werden.

Jugendclub im Rathaus?

Eine weitere Voraussetzung sei, dass in den Orten geeignete Räume zur Verfügung stehen. In Hasselfelde könnte dies bald der Fall sein: Es gibt einen Kaufinteressenten für das Rathaus, der dort unter anderem einen Jugendclub einrichten möchte. Ein Konzept habe er bereits erarbeitet, sagte er auf Volksstimme-Anfrage.

Im Sinne der mobilen Jugendarbeit werde aber die Stadtjugendpflege im Sommer durch die Ortsteile fahren und Jugendliche an ihren Treffpunkten aufsuchen. „Uns ist es wichtig, dass wir in Kontakt bleiben“, so Evelyn Zinke.