Verkehr

Ein „Smiley“ fürs Langsamfahren auf Timmenrodes Ortsdurchfahrt

Sie gilt bei Anwohnern als „Rennstrecke“: die Ortsdurchfahrt der Landesstraße 92 in Timmenrode. Vier Wochen lang wird der Verkehr dort mit einer Geschwindigkeits-Messtafel der Harzer Blitzergruppe überwacht.

Von Jens Müller
In Timmenrode ist auf Initiative von Julia Werner  eine Geschwindigkeits-Messtafel installiert worden.  Denny Behrendt von der Harzer Blitzergruppe kann die Daten auswerten.  Bereits in den ersten Stunden fuhren einige Autofahrer an dieser Stelle viel zu schnell.
In Timmenrode ist auf Initiative von Julia Werner eine Geschwindigkeits-Messtafel installiert worden. Denny Behrendt von der Harzer Blitzergruppe kann die Daten auswerten. Bereits in den ersten Stunden fuhren einige Autofahrer an dieser Stelle viel zu schnell. Foto: Jens Müller

Timmenrode - Wer eine Weile an der Blankenburger Straße in Timmenrode steht, kann gut nachfühlen, wie es manch Anwohnern dort gehen mag. „Das hier ist eine Rennstrecke“, beschreibt Julia Werner das Verhalten vieler Auto- und Motorradfahrer auf der Ortsdurchfahrt der Landesstraße 92. Um zu beweisen, dass es nicht nur so ein Gefühl ist, hat sie sich an die Harzer Blitzergruppe gewandt und um Hilfe gebeten. Die von Denny Behrendt gegründete Initiative hat bereits in anderen Orten mit einer ihrer Geschwindigkeits-Messtafeln nachweisen können, wie hoch die Verkehrsdichte an vielen Stellen ist und mit welchem Tempo durch Dörfer und Städte gefahren wird.

Fahrzeug mit 108 km/h registriert

Seit Montag , 31. Mai, um 10 Uhr hängt nun in der Blankenburger Straße/Ecke Lindestraße eine solche Tafel und hat bereits die ersten Daten geliefert. „Zwischen 10 und 14 Uhr hatten wir an dieser Stelle 1000 Fahrzeuge, die in Richtung Thale gefahren sind und 800 in Richtung Blankenburg“, sagt Denny Behrendt mit Blick in seinen Laptop, mit dem er in Echtzeit die Daten der Tafel auswerten kann. Ein Wert sticht dabei besonders heraus: „Ein Fahrer wurde mit 108 km/h gemessen.“

Keine Rücksicht am Zebrastreifen

Für Julia Werner keine Überraschung. Die junge Mutter hat auch schon einiges andere erlebt: So erst am Montagmorgen, als sie mit ihren drei Kinder den nahegelegenen Fußgängerüberweg überqueren wollte. „Wir standen schon mitten auf dem Zebrastreifen, aber der Autofahrer hat einfach nicht angehalten und ist einfach drüber gefahren“, schildert sie diesen Schreckmoment. Für sie ist die Tafel deshalb eine gute Sache, und sie hänge auch an der richtigen Stelle. „Man merkt, dass die Tafel wahrgenommen wird. Viele treten automatisch auf die Bremse“, konnte sie bereits beobachten. Für richtiges Fahren zeigt die Tafel übrigens ein elektronisches „Smiley“ und ein „Danke“ an.

Blitzergruppe auch in anderen Orten aktiv

Das Messgerät wird nun vier Wochen lang die Verkehrsströme und die Geschwindigkeiten messen. Ein großes Dankeschön richtet Denny Behrendt an den Bauhof der Stadt Blankenburg für das Installieren sowie an Alexander Räuscher, der die Finanzierung übernommen hat. Wie Behrendt betont, können sich auch andere Orte für solch eine Aktion an ihn wenden - E-Mail: info@blitzergruppe.de.