Schierke l Allen Geldproblemen zum Trotz – die Bauarbeiten an der Feuerstein-Arena in Schierke laufen weiter. Wie ein weißes Band schwingt sich der äußere Ring der Dachkonstruktion über die Baustelle. Was aus der Ferne schwebend und fast federleicht erscheint, ist in Wirklichkeit etliche Tonnen schwer. Zehn Einzelteile bilden die geschwungene Stahlellipse – jedes wiegt im Schnitt 20 Tonnen. Produziert im polnischen Katowice, wurden sie in den letzten Wochen per Schwerlasttransport nach Wernigerode gebracht.

Fritz Edlinger hat auf der Baustelle derzeit nicht nur den Helm, sondern auch den Hut auf. Der Mitarbeiter des Stahlbau-Unternehmens Zeman leitet die Dachmontage. „Das ist Millimeterarbeit“, sagt der Österreicher. Die Bogenelemente seien jeweils von zwei Kränen angehoben, Millimeter für Millimeter austaxiert, in die richtige Position gedreht und dann mit Stahlbolzen ineinander gesteckt worden. „Gerade sind wir dabei, die Einzelteile zu verschweißen“, so Edlinger. In mehreren Zweierteams arbeiten die Schweißer an vier Stellen gleichzeitig und in bis zu 16 Metern Höhe.

Stahlnetz in der Dachkonstruktion

Als nächstes knüpfen die Bauarbeiter das Stahlseil, das später über den Ring gespannt wird. Wobei „knüpfen“ das falsche Wort ist. „Die Seile werden auf dem Boden ausgelegt und an den Kreuzungspunkten verschraubt“, erklärt Fritz Edlinger. Die Querseile hätten tragende Wirkung, die Längsseile eine ziehende. „Sobald das Stahlnetz genau justiert ist, wird es in einem Stück nach oben gezogen“, so Edlinger weiter .

Bilder

Die weiß-gelbliche Membran aus Fiberglas, die den Stahlring bedecken soll, liegt derweil noch verpackt in der Nähe der Baustelle. Nicht viel mehr als einen Millimeter dick, bringt die Folie auf einer Länge von 76 Metern ein Gewicht von acht Tonnen auf die Waage.

Innenausbau läuft parallel

„Wenn die Dachmontage beendet ist, folgt in der Arena der Asphalt“, informiert Andreas Meling, der im Wernigeröder Rathaus die Ortsentwicklung in Schierke koordiniert. Dabei handelt es sich um einen speziellen Drainage-Asphalt, auf dem das Eiswasser nach dem Abtauen versickern kann. Danach werde die Eistechnik eingebaut, so Meling.

Parallel läuft jetzt der Innenausbau der beiden Funktionsgebäude. Zudem müssen die Umkleidekabinen und Sanitärräume ausgestattet, das Restaurant mit Inventar bestückt werden. „Bis zur Eröffnung ist es ein sehr eng gestrickter Zeitplan“, sagt Andreas Meling. Die Feuerstein-Arena soll am 15. Dezember ihre Pforten öffnen.