Freizeit

Endlich: Harzer Freibäder starten am Wochenende in die Badesaison

Jetzt kann der Sommer wirklich kommen. Dank sinkender Infektionszahlen öffnen an diesem Wochenende fast alle Freibäder der Harzregion ihre Pforten.

Von Ivonne Sielaff und Sabine Scholz
Wernigerodes DLRG-Chef Ralf Schult und Schwimmmeisterin Peggy Witteborn testen schon einmal das Wasser im Wernigeröder Waldhofbad. Die ersten Badegäste erwartet am Sonnabend  um 10 Uhr  eine kleine Überraschung.
Wernigerodes DLRG-Chef Ralf Schult und Schwimmmeisterin Peggy Witteborn testen schon einmal das Wasser im Wernigeröder Waldhofbad. Die ersten Badegäste erwartet am Sonnabend um 10 Uhr eine kleine Überraschung. Foto: Ivonne Sielaff

Harzkreis - Erfrischende Nachrichten für alle Wasserratten: Der Harz startet am Sonnabend endlich so richtig in die Badesaison. Fast alle Freibäder in der Region öffnen ihre Pforten. „Ja, wie machen auf“, sagt Ralf Schult, Chef der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Wernigerode. Die DLRG-Ortsgruppe betreibt mehr als 20 Bäder im Harz - darunter auch das Wernigeröder Waldhofbad. „Das ist ein Riesenstress“, sagt Schult mit Blick auf die vergangenen Tage. „Aber wir freuen uns wirklich sehr auf die Badegäste und sind gespannt, wie es läuft.“

Bislang hatten die Freibäder im Harzkreis lediglich vereinzelt offen. „Wir als DLRG haben uns dagegen entschieden“, sagt Schult, der gleichzeitig Sachgebietsleiter der Wernigeröder Badeanlagen ist. Zum einen sei der Aufwand nicht zu stemmen gewesen. Zulass hätten nur Geimpfte, Genesene und aktuell Getestete gehabt. „Allein die Kontrolle hätte uns herausgefordert.“ Dazu kommen die Kontaktverfolgung und vor allem das zu erwartende Konfliktpotenzial. „Erklären Sie mal einem weinenden achtjährigen Kind, dass es nicht reindarf, weil es keinen Negativtest vorweisen kann. Wir wollten nicht als Kinderhasser bezeichnet werden.“ Anderswo sei dies nämlich passiert. Darüber hinaus seien zuhauf DLRG-Mitglieder in Impf- und Testzentren eingespannt gewesen. Kurzum: Es wäre nicht zu schaffen gewesen.

Kontaktdaten sammeln

Das ist nun anders: Weil die Sieben-Tage-Inzidenz seit fünf Tagen stabil unter 35 ist, fällt die Beschränkung auf Genesene, Geimpfte und Getestete. Soll heißen – jeder darf rein. Die Besucherzahlen seien allerdings nach wie vor begrenzt. Ins Wernigeröder Freibad dürfen beispielsweise nur 666 Badegäste auf einmal. Die genaue Zahl richte sich nach der Größe der jeweiligen Liegewiese. Zudem sollen Gruppierungen über zehn Personen vermieden werden.

Auch die Kontaktdaten der Besucher müssen erhoben werden. „Wir teilen dafür am Einlass vorgedruckte Zettel aus, die unsere Gäste während ihres Aufenthaltes ausfüllen und beim Verlassen des Bades abgeben sollen“, erläutert Schult. Sein Tipp für die Eltern jüngerer Kinder, die das Freibad allein besuchen dürfen: „Am besten zu Hause einen Zettel mit Name, Adresse und Telefonnummer vorbereiten, den die Kinder dann im Bad in Ruhe abschreiben können.“

In Halberstadt und Langenstein darf schon seit Anfang Juni gebadet werden. Die DLRG ist auch am Halberstädter See im Einsatz. Hier allerdings nicht als Betreiber, sondern als Unterstützer. Sowohl dort als auch im Freibad Langenstein sind hauptamtliche Mitarbeiter des Freizeit- und Sportzentrums Halberstadt (FSZ) tätig, das neben den beiden Freibädern auch das Hallenbad SeaLand samt dessen Außenliegebereich betreut.

Testzentrum ist aufwendig

„Dank der hauptamtlichen Kräfte konnten wir den zusätzlichen Aufwand in den vergangenen Tagen ganz gut stemmen“, sagt Gido Maak, Bäderchef des FSZ. „Aber es war schon grenzwertig.“ Während beim Hallenbad die Badefans mit einer Testpflicht gerechnet hatten, waren so manche Besucher am See überrascht, dass ihnen ohne Negativtest kein Zugang gewährt wurde. „Wer am Tor steht und das riesige Gelände sieht, hat dafür wenig Verständnis. Vor allem Gäste von außerhalb waren oft stinksauer“, berichtet Gido Maak. Man habe sogar kurzzeitig überlegt, am See ein eigenes Testzentrum aufzubauen. „Aber der Aufwand ist erheblich, deshalb werden wir, wenn überhaupt, nur am SeaLand solch eine Teststation aufbauen“, sagt Maak.

Allerdings bleibt auch am See und im Freibad Langenstein die Pflicht zur Kontaktdatenerfassung bestehen. Man nutze dafür die ePassGo-App. Oder Papierlisten, wenn jemand die App nicht auf dem Smartphone hat. „Rund 40 Prozent unserer Besucher haben die aber bereits“, berichtet Maak.

Wernigerodes DLRG-Chef Ralf Schult hofft indes darauf, dass in der neuen Corona-Verordnung für die Freibäder eine Regelung unabhängig von der 35er-Inzidenz gefunden wird. „Liegen wir drei Tage lang über 35, wären wir sonst nämlich wieder gezwungen zu schließen.“ Er setze auf eine „zuverlässige, praxisnahe“ Lösung, damit die Freibäder den Sommer über durchgängig offen bleiben können. Ansonsten wünsche er sich für die nächsten Wochen „viele Badegäste und schönes Wetter“.

  • Diese Bäder haben geöffnet:
  • Aderstedt
  • Altenbrak
  • Badersleben
  • Blankenburg
  • Darlingerode
  • Dedeleben (ab Sonntag)
  • Derenburg
  • Eilenstedt
  • Elend (ab 25./26. Juni)
  • Elbingerode (ab 1. Juli)
  • Halberstädter See
  • Halberstadt SeaLand
  • Harzgerode
  • Hasselfelde
  • Hessen
  • Ilsenburg
  • Langenstein
  • Osterwieck
  • Rübeland
  • Thale
  • Wasserleben
  • Wernigerode
  • Westerhausen
  • (Keine Gewähr auf Vollständigkeit)