Benneckenstein l Sie sind taff, schrecken vor Gefahren und körperlich harter Arbeit nicht zurück und beweisen sich in einer Männerdomäne. Doch Feuerwehrfrauen können auch anders. Ihre verführerische Seite präsentieren die Benneckensteiner Kameradinnen erstmals in einem Kalender.

„Auf die Idee gekommen sind wir, weil unsere Männer uns schon seit Jahren danach fragen. Sie wollten auch mal ihre Frauen in der Umkleide hängen haben“, erzählt Michelle Weissgärber schmunzelnd. Die 24-jährige Hauptfeuerwehrfrau ist eine von sieben Kameradinnen, die für den besonderen Jahreskalender vor der Kamera stand.

„Mitte Oktober sind wir auf die Schnapsidee gekommen, das umzusetzen“, ergänzt die erste Hauptfeuerwehrfrau Kathleén Drieling. Über eine WhatsApp-Gruppe seien alle aktiven Mädels angeschrieben worden. Bis auf die jüngste und eine schwangere Kameradin seien alle sofort dabei gewesen.

Bilder

Fotograf ist Stadtjugendwart im Oberharz

Auch der Fotograf stand gleich fest. Die Wahl fiel auf den Elender Feuerwehrmann und Stadtjugendwart Lars Meißner. „Da wir Lars kennen, haben wir gewusst, dass uns nichts vor ihm peinlich sein muss“, erklärt Michelle Weissgärber.

Und als Hobbyfotograf hat er schon ein wenig Erfahrung gesammelt, wenn auch eher im Festhalten von sogenannten Lost Places, also vergessenen Orten, oder dem Inszenieren von Playmobilfiguren. „Ich habe zwar auch schonmal mit Freunden geshootet, aber nie mit einer so großen Gruppe. Ich hatte schon großen Respekt davor, weil man bei Fotos von Personen auf so viele Kleinigkeiten achten muss“, erzählt der 40-Jährige.

Im Vorfeld des Shootings haben sich die Frauen und der Fotograf Anregungen im Internet geholt. „Ein Großteil der Motive ist aber aus der Situation heraus entstanden“, verrät Lars Meißner. Dabei habe er neben gestellten Bildern auch Momentaufnahmen eingefangen, während die Mädels rumgealbert und einfach Spaß gehabt hätten.

Genug Bilder für 38 Kalenderblätter

„Am Anfang waren wir noch etwas schüchtern, aber dann haben alle schnell die Hüllen fallen lassen“, verrät Michelle Weissgärber. „Wir hatten am Ende so viele Bilder, dass wir 38 Monate hätten füllen können“, freut sie sich. Deshalb sei das Kalenderblatt eines Monats meist auch mit mehreren Motiven gestaltet worden.

Ein geeignetes Gelände stellte Kamerad Frank Goldhammer vom Truck-Trial-Team Benneckenstein zur Verfügung. Maschinist René Wenglikowski war ebenfalls eingeweiht, um ein Feuerwehrauto als Kulisse an das Set zu fahren. „Wir möchten uns an der Stelle bei allen Unterstützern bedanken, ohne die wir das Projekt nicht hätten umsetzen können“, sagt Kathleén Drieling.

Von dem Ergebnis sind nicht nur die Mädels überzeugt. „Auch unsere Männer sind begeistert. Sie haben schon einen Platz für den Kalender ausgewählt“, erzählt Michelle Weissgärber. Versteckt in der Umkleide, wie ursprünglich geplant, werde er demnach nicht hängen. „Sie wollen, dass er in die Fahrzeughalle kommt, damit jeder ihn sehen kann, weil sie stolz darauf sind.“

Einnahmen für Kinder- und Jugendwehr

Dass nicht nur die Feuerwehrmänner etwas von den Bildern haben sollen, sei für die Frauen schnell klar gewesen. „Wir wollten den Kalender unter die Leute bringen, um damit Geld für die Kinder- und Jugendfeuerwehr zu sammeln. Sie können jeden Taler gebrauchen“, betont die Feuerwehrfrau. „Wir können derzeit zum Beispiel auch wegen Corona nichts machen. Und die Kinder und Jugendlichen kommen immer zu kurz“, ergänzt Kathleén Drieling, die als stellvertretende Jugendwartin engagiert ist.

Mit den Erlösen könnte neue Bekleidung gekauft oder ein Ausflug finanziert werden, so die Überlegung der 39-Jährigen. Um die Kosten für den Druck der Kalender zu decken und gleichzeitig genug Geld für den guten Zweck übrig zu haben, erbitten die Kameradinnen eine Spende von mindestens 14,50 Euro.

Der Kalender kann per E-Mail an kalender.112@web.de bestellt werden.