Wernigerode/Schierke l Die Arbeiten am neuen Eisstadion zwischen Kurpark und Sandbrinkstraße laufen auf Hochtouren. Doch wer soll die Schierker Feuerstein Arena betreiben, und vor allem: Wie soll sie genutzt werden? Mit diesen Fragen haben sich die Mitarbeiter von Nymoen beschäftigt. Im Ausschuss zur Schierker Ortsentwicklung haben Konstantin Herr und Immo Klaus Drobnik von der Berliner Unternehmensberatung ein „Konzept zum Konzept“ vorgestellt – sprich einen Fahrplan, mit dem der beste Betreiber ermittelt werden kann.

Rückblick: Bereits 2014 hatte die Wernigerode Tourismus GmbH ein „integriertes Betriebskonzept“ im Auftrag der Stadtverwaltung erarbeitet. Inhalt waren 30 Ansätze für den Sommer- und Winterbetrieb. Diese Ansätze spielen heute keine Rolle mehr, heißt es im Rathaus. „Sie sind damals weder beschlossen noch bestätigt worden“, sagte Schierke-Projektkoordinator Andreas Meling auf Nachfrage.

Der freie Markt soll entscheiden

„Wir haben uns vielmehr bewusst dafür entschieden, unsere Vorstellungen für den künftigen Betrieb der Arena sehr allgemein zu halten.“ Man wolle mit dieser Taktik „den Markt entscheiden lassen“, wie die Arena am besten genutzt werden kann. Meling: „Dadurch gewährleisten wir, dass viele verschiedene Ansätze eingebracht werden.“ Von der einstigen Idee, dass die WTG der Betreiber der Feuerstein Arena wird, sei man derweil abgerückt. „Wir wollen die WTG nicht überfordern“, so der Projektleiter.

Der künftige Betrieb werde im August europaweit ausgeschrieben. „Bis Ende des Jahres soll ein Betreiber ermittelt werden“, so Meling. „Und natürlich kann sich auch die WTG an der Ausschreibung beteiligen.“

Ganzjährige Nutzung ist Pflicht

Die Betreibersuche wird mit zentralen Bedingungen verknüpft. Vor allem drei Punkte sind dabei von integraler Bedeutung, wie Konstantin Herr verdeutlichte. Erstens: Der Betreiber muss die Feuerstein Arena ganzjährig öffnen. Zweitens: Die touristische Nutzung hat jederzeit Vorrang. Und drittens: Die Stadt kann strategischen Einfluss auf den Betrieb der Arena nehmen.

Weitere Bedingungen legt eine Komission aus Stadträten – jeweils ein Teilnehmer pro Fraktion – und Verwaltung fest. Dazu haben sich die Vertreter zu einem ersten Workshop am vergangenen Mittwoch getroffen. Für die Stadt nahmen unter anderem Kulturdezernent Andreas Heinrich, Mitarbeiter der Kämmerei und des Beteiligungscontrolling teil. Von Seiten des Stadtrates waren Michael Wiecker (CDU/Haus&Grund), Wilfried Pöhlert (Linke), Rainer Schulze (SPD) und Sabine Wetzel (Grüne/Piraten) dabei. Unter anderem einigten sie sich darauf, dass der Betreiber ein Restaurant anbieten müsse. „Thema waren aber vor allem grundlegende Rahmenbedingungen der Ausschreibung sowie Förderrecht und Vergaberecht“, so Andreas Meling.

Wettbewerb kann zum Ziel führen

Die europaweite Ausschreibung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. So raten die Experten von Nymoen zu einem wettbewerblichen Dialog. Vorteilhaft sei, dass sich die Teilnehmer der Workshops dabei direkt mit den Bewerbern austauschen können. „Ob wir diese Art der Ausschreibung wählen, wird sich im August entscheiden“, so Meling. Definitiv seien die Teilnehmer der Workshops aber am weiteren Verfahren beteiligt und hätten Mitsprache bei der Vergabe.

Der zweite und letzte Workshop zur Feuerstein Arena ist für August vorgesehen. Dann geht es auch darum, ob und in welcher Höhe eine finanzielle Obergrenze für die städtische Beteiligung in Vergabe und Vertrag eingearbeitet werden kann.