Darlingerode l Eigentlich war eine kleine feuerwehrinterne Feier geplant. Doch das neue Logistikfahrzeug der Feuerwehr der Stadt Ilsenburg, rollte am vergangenen Freitag eher freudlos an seinen neuen Standort, das Gerätehaus der Darlingeröder Ortsfeuerwehr.

Gut drei Jahre lang haben Konzeption, Planung und Umsetzung für das neue Fahrzeug gedauert, berichtet Hans-Christian Ramme, einer der Maschinisten, die das Fahrzeug künftig zum Einsatz lenken werden.

Das Fahrzeug ist speziell an die Bedürfnisse der Kameraden angepasst. „Das haben wir vor allem dem Kameraden Christian Sievert zu verdanken, der viele Monate die Bedürfnisse für den Einsatzfall erarbeitet und das Auto in großen Teilen konzipiert hat“, sagt Ortswehrleiter Milan Fulst mit höchstem Respekt für den Planer. Anhand der von Christian Sievert konzipierten Parameter ist das Fahrzeug dann gebaut worden.

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Und zu bedenken gab es dabei vieles. Einsatzszenarien wie Brände, Hochwasser, die vielfältigsten Arten der technischen Hilfeleistungen - alles musste irgendwie berücksichtigt werden. Deshalb wurden Christian Sieverts Vorschläge breit diskutiert und am Ende von allen für gut erachtet.

Nun ist es also da. Doch bevor es in Darlingerode vorfahren konnte, waren noch Bauarbeiter nötig, um die Einfahrt für das relativ große Fahrzeug von der Straße der Republik passend zu gestalten. „Das musste sein, denn es ist doch um einiges größer als sein Vorgänger“, sagt Hans-Christian Ramme.

Das Fahrzeug benötigt wegen seiner Größe auch mehr Platz zum Rangieren. Daher muss die im Bereich der Feuerwehr-Zufahrt ausgeschilderte Halteverbots-Zone strikt beachtet werden. „Es darf dort kein Fahrzeug abgestellt werden, auch nicht mal für kurz, oder nur einen Augenblick - schlicht gar nicht“, mahnt Ramme, der weiß, dass er mit dem großen Auto sonst nicht zur Einsatzstelle gelangen kann.

Bis das neue Auto allerdings in die Alarmierungspläne des Löschverbunds der Feuerwehr der Stadt Ilsenburg aufgenommen werden kann, werden mindestens noch etwa sechs Wochen vergehen. „Normaler Weise rollt das Fahrzeug vor, die Einsatzabteilung macht sich im Rahmen der Ausbildung damit vertraut, übt die Handhabung und macht Testfahrten. Das ist jetzt alles unter den Corona-Bedingungen nur sehr schwer möglich“, sagt Milan Fulst, der mit seiner Truppe fast ausschließlich über Telefon oder digitale Kanäle kommuniziert.

Dennoch soll das Fahrzeug soll schnell wie derzeit möglich einsatzbereit sein. Deshalb haben sich am vergangenen Sonntag mit Christian Ramme und Tim Becker auch nur zwei Kameraden am Gerätehaus getroffen.

Sie haben das neue Fahrzeug inspiziert und sind dann zu einer Testfahrt durch den Ort aufgebrochen. „Gerade an Wochenenden, wenn viele Menschen und damit verbunden auch deren oft vor der Tür stehende Autos anzutreffen sind, können wir Einsatzfahrten simulieren, die nahe an der Realität liegen. Und die Fahrer müssen sich mit dem neuen Auto vertraut machen. Es bringt ja nichts, gleich beim ersten Einsatz einen Unfall zu bauen“, sind sich die beiden Kameraden einig. Gekostet hat das neue Fahrzeug, auf das die Aktiven sehr stolz sind, übrigens etwa eine viertel Million Euro. Aber die Investition war nach den Einsätzen der vergangenen Jahren unerlässlich. „Wir können jetzt allein acht Euro-Paletten Sandsäcke mit einem Mal transportieren“, sagt Hans-Christian Ramme und nennt damit nur ein Beispiel der künftigen Nutzung.