Blankenburg l Neun Menschen und fünf Hunde sind in der Nacht zum Sonntag wegen eines Brandes in der Oesig evakuiert worden. Die Bewohner eines Doppelhauses im Schulweg wurden mit Verdacht auf Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung in die Krankenhäuser Wernigerode, Quedlinburg und Halberstadt gebracht. Das Gefährliche an dem geruchslosen Gas: Es dringt – im Fachjargon diffundiert – sogar durch Betonwände.

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Blankenburg waren um 23.26 Uhr zum Brand in das Wohngebiet im Westen Blankenburgs alarmiert worden. Nachbarn des betroffenen Hauses hatten starke Rauchentwicklung aus einem Schornstein beobachtet. Nachdem die Kameraden das Abzugsrohr von außen mit einer Drehleiter erkundet und die Bewohner befragt hatten, maßen sie die Kohlenstoffmonoxid-Konzentration. Ergebnis: Die Grenzwerte wurden weit überschritten.

„Nach Ermittlung der ersten Messwerte und Bestätigung durch ein zweites Messgerät wurden sofort die erforderlichen Einsatz- und Schutzmaßnahmen eingeleitet“, berichtet Einsatzleiter Alexander Beck. Sprich: Die Kameraden gingen nur noch unter Atemschutz vor, Rettungsdienst und eine Notärztin aus Wernigerode kümmerten sich um die Bewohner beider Haushälften. Unterdessen sperrte die Polizei gegen Mitternacht die Straße.

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Hunde aus Haus gerettet

Während die Feuerwehrleute beide Wohnungen maschinell belüfteten, wurden die Bewohner in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der Tierretter unter den 25 Kameraden der Blankenburger Wehr, die vor Ort waren, kümmerte sich um die Vierbeiner und brachte sie ins Gerätehaus an der Neuen Halberstädter Straße. Ein Hund sei sehr bissig gewesen und musste eingesperrt werden, berichtet Beck weiter.

Nach zwei Stunden Belüftung hatten sich die Kohlenmonoxid-Messwerte im Doppelhaus zwar halbiert, lagen aber immer noch deutlich oberhalb der festgelegten Grenzen. Die insgesamt 43 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Stadt Blankenburg, Polizei und Rettungsdienst verließen die Oesig gegen 3.30 Uhr.

Am Sonntag kein Kohlenmonoxid mehr gemessen

Entwarnung dann am Sonntagmorgen: Bei einer erneuten Messung wurde kein Kohlenstoffmonoxid mehr im Doppelhaus gefunden. Die Polizei sperrte die Hälfte, in der der Brand ausgebrochen war. Am Montag soll ein Ermittler die Ursache des Feuers untersuchen. So müssen die drei Bewohner weiter woanders schlafen. Ihre sechs Nachbarn konnten am Sonntag in ihre Wohnung zurückkehren.

Wehrleiter Alexander Beck lobte den „reibunglosen Ablauf“ des gemeinsamen Einsatzes seiner Kameraden und des Rettungsdienstes. Er bedankte sich für das professionelle Vorgehen seiner Einsatzkräfte.

Damit beginnt das neue Jahr für Blankenburgs Feuerwehr so, wie das alte endete – mit jeder Menge Einsätze. 2018 rückten die rund 60 Kameraden und Kameradinnen der aktiven Abteilung 337 mal aus – hochgerechnet also fast jeden Tag. Allein am vergangenen Wochenende wurde die Feuerwehr der Blütenstadt zu zwei weiteren Einsätzen gerufen – einem wegen Rauchentwicklung an einer Feuerschale am Wasserweg und einem Verkehrsunfall am Schieferberg. Dort war ein Motorradfahrer auf dem Split weggerutscht, sodass seine Maschine umkippte. Die alarmierten Kameraden streuten die ausgelaufenen Betriebsstoffe ab und sicherten die Einsatzstelle.