Wernigerode l Die Ursache für den Brand in einem Einfamilienhaus in Wernigerode ist gefunden: Das Netzteil eines Röhrenfernsehers im Obergeschoss des Hauses am Langen Stieg war am Samstagabend heiß gelaufen. „Unser Brandursachenermittler ist sicher, dass der technische Defekt das Feuer ausgelöst hat“, berichtet Bettina Moosbauer auf Volksstimme-Anfrage. Wie die Sprecherin vom Polizeirevier Harz informiert, war das Gerät im Standy-Modus.

Der Sachschaden am Gebäude in Hasserode wird auf 30.000 Euro geschätzt. Das Haus ist nicht mehr bewohnbar. Die betroffene Familie – „zum Glück befand sie sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Feuers im Garten“, so Moosbauer – ist unterdessen direkt nebenan im Hasseröder Burghotel untergekommen. Auf die Anfrage am Abend des Brandes hätte das Hotel-Team sofort reagiert und die Nachbarn aufgenommen, sagt Geschäftsführer Frank Kasselmann. „Sie werden so lange bei uns wohnen, bis sie eine Alternative gefunden haben.“ Er und seine Mitarbeiter seien froh, dass sie ihren Nachbarn „bei diesem persönlichen Drama helfen können“. Kasselmann gehe davon aus, dass auch andere Anwohner geholfen haben.

Als am Sonnabend um 19.53 Uhr die Alarmglocken schrillten, rückten die Freiwilligen Feuerwehren aus Wernigerode und Minsleben mit 20 Mann sowie fünf Fahrzeugen aus. Am Einsatzort in Hasserode betreute der Rettungsdienst bereits die Brandopfer. Unter schwerem Atemschutz hatten die Kameraden das „Feuer, das sich auf ein Zimmer beschränkte, in zehn Minuten unter Kontrolle“, berichtet Vize-Stadtwehrleiter Marco Söchting. Während der Löscharbeiten, die sich bis 21.45 Uhr hinzogen, wurde die Straße Langer Stieg gesperrt.

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Jeder dritte Brand durch Elektrogeräte

Vor dem Risiko durch Elektrogeräte im Ruhemodus warnen viele Versicherer – wie die Raiffeisen- und Volksbanken-Versicherung: „Denn Fernseher, Stereoanlagen und DVD-Player sind so ständig betriebsbereit und stehen unter Strom“, heißt es auf der Internet-Seite der Aktiengesellschaft. In alten Röhrenfernsehern sammele sich zudem viel Staub. „Hier genügt ein einziger Funke durch einen Kurzschluss und das Gerät fängt Feuer“, so der Versicherer.

Etwa ein Drittel aller Brände in Gebäuden werden durch Elektrogeräte ausgelöst, weist das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer hin. „Mit großem Abstand ist dies die häufigste Brandursache, wie sowohl die aktuelle Statistik als auch die Gesamtstatistik seit 2002 zeigt“, teilt die Einrichtung in Kiel mit.