Veckenstedt l „Auf meine große Helferschar ist Verlass. Danke dafür.“ Mit diesen Worten verabschiedete Teichwirt Diethard Trick seine 19 Helfer, die ihm beim Abfischen des Meineteiches in Veckenstedt geholfen hatten – alles Familienmitglieder, langjährige Anglerfreunde und gute Bekannte.

Helfer aus Ost und West

Zu den Helfern gehörte Günter Stark aus Winnigstedt bei Wolfenbüttel. Der in Schladen organisierte Angler gehört seit der Grenz­öffnung im Jahr 1989 zu den Mitstreitern bei der jährlichen Karpfenernte. Frank Meyer aus Veckenstedt „feierte“ jetzt ein kleines Jubiläum. Seit 15 Jahren ist er dabei. Diesmal hievte er die Fische mit einem Netz aus einem vom Teich führenden Kanal auf den Sortiertisch. Dort standen unter anderem Stephan Pattloch aus Wernigerode und André Schrader aus Darlingerode mit anderen Helfern Seite an Seite und trugen die Behälter zum Transportfahrzeug.

Eigentlich hätte es in diesem Jahr für die Veckenstedter Karpfenzüchter perfekt laufen können. Der Karpfen wächst bei hohen Temperaturen besonders gut und schnell. Doch die lange Trockenheit in Verbindung mit der großen Hitze hatte den Züchtern am Ende doch noch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dieser Mix führte zu Sauerstoffproblemen in den Teichen. „Das Jahr 2018 wird als ein sehr stressiges in die Firmengeschichte der Veckenstedter Teichwirte eingehen“, schätzte Diethard Trick ein.

Bilder

Hitze, Komorane und badende Hunde

Das längere Zeit sehr warme Wetter sorgte für steigende Temperaturen in den Fischteichen. Dazu kamen die vielen Kormorane, die über dem Wasser kreisten und sich Leckerbissen aus dem Wasser holten. Dann gab es noch Ärger mit einigen Ausflüglern, die ihre Hunde trotz des Verbotes ins Wasser ließen. Dort hielten sie die Fische davon ab, an das bereit gestellte Fischfutter zu gelangen. Der Stoffwechsel der Fische sei bei hohen Temperaturen angespannt, so der Teichwirt. Es habe auch einen höheren Arbeitsaufwand gegeben, weil die Karpfenzüchter stärker als sonst auf den Sauerstoffgehalt im Wasser achten mussten.

Für Teichwirt Diethard Trick und seinen Kollege Bernd Alisch sind diese Probleme inzwischen fast vergessen. Sie freuen sich, dass sie rund zehn Tonnen Karpfen aus dem Meineteich geholt haben und damit den Bedarf in der Region auch decken können.

Karpfen aus Veckenstedt beliebt

Zwar kommt etwa jeder zweite deutsche Karpfen aus Bayern, wissen beide Teichwirte. Da aber viele Kunden auf regionale Waren Wert legen, sind sie zuversichtlich, dass sie die jetzt geernteten Fische gut absetzen können. Bis dahin tummeln sich diese in den Hälterungsbecken, die mit klarem Wasser gefüllt sind. Die überwiegend aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen stammenden Kunden werden direkt beliefert oder kommen in die Anlage in Veckenstedt.

Bereits 1463 hatte Heinrich Graf zu Stolberg Ländereien in der Veckenstedter Auenlandschaft an die Benediktiner-Mönche aus Ilsenburg übergeben. Damit verbunden war die Genehmigung, Teiche zur Fischzucht anzulegen. So entstand auch der Meineteich als Teil des gepflegten Naturrefugiums mit 40 Hektar Wasserfläche.