Blankenburg l Schon der Vorgarten in der Westerhäuser Straße, Hausnummer 19, verrät: Hier wird mit viele Liebe zum Detail Hand angelegt. All die Blumen, Stauden und Bäume „sind mit Sinn und Verstand gepflanzt, sie können sich entfalten und passen vortrefflich zur Jugendstil-Villa“, sagt Sandra Thormeier. Die Gartenexpertin gehört wie auch Harzsparkassen-Filialleiter Steffen Raßfeld und Hanns-Michael Noll zur Jury, die bei der Fortsetzung der Gemeinschaftsaktion „Schau in den Garten“ diesmal die Familie Prassek besucht.

Zugezogen aus Dortmund

Es sind Zugezogene, die nicht nur mit viel Mühe die Gärten vor und hinter dem Haus neu angelegt, sondern auch in das Haus selbst viel Kraft und Schweiß gesteckt haben. „Es ist die einstige Mewes-Villa“, sagt Hans-Michael Noll. Der Jury-Vertreter des Vereins „Blankenburg blüht auf“ und der Stadtverwaltung verhehlt nicht, dass er stolz und begeistert sei, wie die neue Eigentümerfamilie diesem geschichtsträchtigen Haus wieder Leben geschenkt hat.

Für Bärbel und Peter Prassek war das zwar „ein langer arbeitsintensiver Weg, doch bereut haben wir ihn nie“, sagt die geborene Bitterfelderin und fügt hinzu: „Wir sind in Blankenburg angekommen, lieben die Stadt und sind vom Harz begeistert.“

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Einst Mewes-Villa

Peter Prassek ist ein waschechter Dortmunder. „Aber weder BVB- noch Schalke-Fan oder irgendein Anhänger eines Fußballvereins“, betont der 62-Jährige. Sein Hobby sei, Häuser zu renovieren. Als Handwerkermeister für Gas-Wasser-Heizung-Installation war er selbstständig. Bis zu elf Mitarbeiter beschäftigte er in seiner Firma, die er mit dem endgültigen Umzug von Dortmund in das 330 Kilometer entfernte Blankenburg aufgab. Das war vor vier Jahren, ergänzt Bärbel Prassek, die als gelernte Industriekauffrau in der Firma ihres Mannes tätig war.

„In Blankenburg sind wir aber schon seit 1993“, so die 62-Jährige weiter und berichtet, wie sie sich auf Anhieb in die alte Villa des Sämereifabrikanten Mewes verliebt habe. Sie sei auf dem Weg nach Bitterfeld auf Empfehlung ihrer Tochter durch den Harz gefahren. „Sie hatte sich damals gerade als Denkmalschützerin auf Jugendstil spezialisiert und schwärmte mir vor, dass es in dieser Hinsicht so viel Schönes im Harz zu entdecken gibt.“ So stieß die Mutter auf das Haus in der Westerhäuser Straße in Blankenburg, das damals zum Verkauf stand.

Siebeneckiger Pavillon

Peter Prassek erinnert sich noch gut, in welchem „erbärmlichen Zustand“ das leer stehende Gebäude damals war. Doch nun, nach grundhafter Sanierung und dem Ende der jahrelangen Pendelei zwischen Ruhrpott und Harz, „fühlen wir uns hier sehr wohl“, fügt er hinzu und wird von Merry geneckt. „Du auch“, sagt der Hausherr und streichelt seine junge Weimaraner-Hündin. Dann führt er die Jury zu seinem Lieblingsplatz, einem siebeneckigen Pavillon. Warum sieben Ecken? „Weil das etwas Besonderes ist, sechs kann jeder“, so Peter Prassek stolz über seine Eigenkreation.

Den grünen Daumen des Paares hat Bärbel Prassek, die nun endlich zum Zug kommt. Sie hegt und pflegt mit viel Hingabe den alten und jungen Baumbestand, Sträucher, Hecken, Blumen und Stauden. Darunter sind einige Raritäten wie Blutpflaume, Japanischer Ahorn, eine hängende Zeder am Goldfischteich und eine Sicheltanne in Kugelform sowie die Iris und ein roter hängender Zierapfelbaum. Alles gedeiht gut, aber die Trockenheit mache der Hobbygärtnerin zu schaffen.

Rosen wie Kühlschrank

Sandra Thormeier empfiehlt, das ausreichende Gießen unbedingt in die Abendstunden zu verlegen. Für ihre Rosen, die Bärbel Prassek „über alles liebt, die ihr aber Schwierigkeiten bereiten“, hat die Fachfrau den Tipp: „Rosen sind Starkzehrer und brauchen ausreichend Dünger.“ Zum Vergleich fügt sie hinzu: Das sei wie mit dem Kühlschrank, „der stets mit Nahrung aufgefüllt werden muss, damit wir satt werden. Nur, dass Rosen Pferdeäpfel mögen und wir nicht.“