Blankenburg l Eigentlich sollten die Bauarbeiten schon viel eher starten. Doch Baugenehmigungsverfahren und Förderzusagen zogen sich hin. Nun rollen aber die Bagger auf dem riesigen Areal am Hasenwinkel. Die Harzer Mineralquelle Blankenburg GmbH - Produzent von Mineralwässern, Schorlen und Limonaden - investiert neben ihrem Standort unweit der Nordharz-Autobahn rund fünf Millionen Euro in ein neues Büro- und Sozialgebäude sowie eine neue Lagerhalle mit dazugehörigen Logistikflächen.

Wie Geschäftsführerin Ricarda Weitemeyer informierte, hatte ihr Unternehmen bereits 2015 für 500.000 Euro ein 32.000 Quadratmeter großes Grundstück von der Stadt Blankenburg erworben, um sich in direkter Nachbarschaft erweitern zu können. "Die Harzer Mineralquelle hat sich in den letzten fünf Geschäftsjahren bezogen auf den Produktabsatz, Umsatz und Ertragslage positiv entwickelt und konnte stets positive Jahresergebnisse erwirtschaften", so Ricarda Weitemeyer. So stiegen die jährlichen Abfüllmengen von 50 Millionen Füllungen im Jahr 2013 auf 77 Millionen Füllungen im Jahr 2017. Im laufenden Jahr rechnet die Mineralquellen-Chefin mit rund 85 Millionen verkauften Füllungen.

"Vor diesem Hintergrund reichen die vorhandenen Lagerflächen für Voll- und Leergut sowie die Logistikflächen nicht mehr aus", erläutert Ricarda Weitemeyer. Aus diesem Grund wurde im vergangenen Jahr der Bau einer rund 4900 Quadratmeter großen Lagerhalle mit den dazugehörgen Logistikflächen sowie der Neubau eines 230 Quadratmeter großen Büro- und Sozialgebäudes geplant. Parallel bewarb sich das Unternehmen erfolgreich um eine Förderung aus der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur". So schießt das Land Sachsen-Anhalt mit Hilfe der Europäischen Union 684.571 Euro für dieses Projekt zu, das zusätzlich zu den bislang 74 Mitarbeitern weitere sechs neue Arbeitsplätze schaffen wird. Rund 570.000 Euro fließen am neuen Standort in neue Anlagen und Betriebsvorrichtungen.

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Rekordabsatz im Sommer

Dass dies auch dringend nötig ist, hat dieses Jahr deutlich gezeigt: "2018 ist für die Harzer Mineralquelle ein Rekord-Jahr", sagt Ricarda Weitemeyer. "Es ist das Absatzstärkste seit Bestehen der Firma." So seien in den Monaten Januar bis Oktober mehr als 75 Millionen Füllungen abgesetzt worden. "Das entspricht einer Steigerung von 18 Prozet im Vergleich zum Vorjahr." Die ab April anhaltend sommerlichen Temperaturen, Leergut-Knappheit sowie der deutschlandweite Mangel an Kohlensäure hätten ihr Unternehmen in diesem Sommer vor besondere Herausforderungen gestellt, die trotz allem gut gemeistert wurden, wie sie sagt. "Das haben wir vor allem unseren Mitarbeitern zu verdanken, die in diesem Jahr an zwei Anlagen in drei Schichten eingesetzt sind", so Ricarda Weitemeyer.

Laut ihrer Statistik entfielen fast 90 Prozent des Absatzes auf das natürliche Mineralwasser der Marken Blankenburger Wiesenquell und Regensteiner Mineralbrunnen. "Der Trend geht aktuell ganz klar zu Mineralwasser mit wenig Kohlensäure", so die Expertin Die meisten Flaschen wurden demnach von der Sorte "medium" verkauft.

Die Ursprünge der Harzer Mineralquelle reichen bis ins Jahr 1947 zurück. Seit 1997 führt die Familie Weitemeyer das Unternehmen. Ab 1998 wurde umfangreich modernisiert, um das Potenzial der natürlichen Quellen nachhaltig zu nutzen und Arbeitsplätze zu sichern. Dadurch entstand am Fuße der Burgruine Regenstein ein neuer Brunnenbetrieb, dessen moderne Abfüllanlagen die hohe Qualität des natürlichen Mineralwassers garantieren. Seither wurde auch die Produktpalette weiter ausgebaut, die von den natürlichen Mineralwässern über vegane Schorlen und Limonaden bis hin zu Bitter- und Iso-Sport-Getränken reicht.