Schnelles Internet

Glasfasernetz für Ilsenburgs Tiergarten

Nach mehrmonatigen Bauarbeiten ist das Glasfaserkabel von Heuer & Sack aus Wernigerode in Ilsenburg angekommen. Damit erhalten Bewohner nun schnelles Internet.

Von Jörg Niemann
EIn Druck auf den Knopf für schnelles Internet: Ilsenburgs Bürgermeister Denis Loeffke (links) und Andreas Sack geben am Mittwoch die Glasfaseranbindung für das Wohngebiet Tiergarten frei.
EIn Druck auf den Knopf für schnelles Internet: Ilsenburgs Bürgermeister Denis Loeffke (links) und Andreas Sack geben am Mittwoch die Glasfaseranbindung für das Wohngebiet Tiergarten frei. Foto: Jörg Niemann

Ilsenburg - Aufatmen am Ilsenburger Tiergarten und einigen Anliegergrundstücken: Nutzer aus dem Wohngebiet können nun ins „schnelle Internet“. Realisiert wurde die Investition vom Wernigeröder Unternehmen Heuer & Sack. Rund eine halbe Million Euro habe das Ganze gekostet, erklärte Mitinhaber Andreas Sack zum offiziellen Start der neuen Verbindung.

Was am Ende in den Ilsenburger Haushalten ankommt, nimmt seinen Anfang in Wernigerode. Von einem Knotenpunkt im Wohngebiet Harzblick hat ein Westerhäuser Bauunternehmen in mehrmonatiger Arbeit das Kabel entlang bereits bestehender Straßen bis nach Ilsenburg verlegt. „Sogar bei Schnee und Kälte haben die Arbeiter nicht aufgegeben. Das erlebt man auch nicht jeden Tag“, zollte Andreas Sack den Tiefbauern seinen Respekt.

Die Arbeiten an der 8,7 Kilometer langen Strecke haben von November 2020 bis zum Mai gedauert. Dann war erst einmal das längste Stück geschafft und die Gewerke wechselten. Die Tiefbauer übergaben an die Kabeltechniker, die je nach Kundenwunsch die Installationen vornahmen. Etwa 1000 Haushalte erreicht das Netz des Wernigeröder Unternehmens inzwischen in Ilsenburg. Neben dem Tiergarten liegen sie an der Karlstraße und am Mahrholzberg.

Mehr Tiefbauarbeiten 2022

Ein weiteres Netz betreibt Vodafone in der Innenstadt, für den Rest bereiten die Deutsche Telekom und ihr Partner MS Electronics in der Marienhöfer Straße Arbeiten vor. Zunächst soll das Kundeninteresse ermittelt und im nächsten Jahr mit Tiefbauarbeiten begonnen werden (die Volksstimme berichtete). Eine entsprechende symbolische Vereinbarung war dazu im Frühjahr zwischen der Telekom und der Stadt unterzeichnet wurden.

Bei der Inbetriebnahme des Heuer-und-Sack-Netzes bedankte sich Ilsenburgs Bürgermeister Denis Loeffke (CDU) für das Engagement des Wernigeröder Unternehmens. Zugleich wies der Verwaltungschef noch einmal darauf hin, dass Anfragen zu Glasfaser-Anschlüssen an die Stadt keinen Erfolg bringen – denn die Kommune selbst verlegt keine solchen Kabel.

„Das ist alles über Land und Kreis geregelt. Die Ilsenburger Stadtverwaltung wird nur in die Planungen eingebunden, wenn Unterlagen einzusehen oder Genehmigungen erteilt werden müssen. Wir sind also bestenfalls begleitend tätig“, sagte Loeffke.

Surfen mit bis zu 300 Mbit

Allerdings habe das Team im Rathaus bei seinen aktuellen und vergangenen Investitionen voraus geschaut. „Zumindest seit 2009, als ich Bürgermeister wurde, sind bei allen Straßenbauarbeiten die entsprechenden Leerrohre mit in die Erde gebaut worden. Diese können von den jeweiligen Investoren für Kabelnetze bei Bedarf mit genutzt werden“, sagte er.

Die Kunden von Heuer und Sack bekommen derzeit Netzleistungen von 300 Megabit pro Sekunde angeboten. „Wir bleiben aber dran und können schon in absehbarer Zeit unseren Kunden Leistungen bis zu 1000 Mbit pro Sekunde anbieten“, sagte Andreas Sack, nannte aber noch keinen konkrete Zeitpunkt. Zu viele Verhandlungen und Absprachen mit anderen Unternehmen seien noch nötig, argumentierte er.