Derenburg l Die Brandursache für das Feuer, das am zweiten Weihnachtsfeiertag die Rehtalbaude in Derenburg vernichtet hat, konnte direkt am Tag danach noch nicht geklärt werden. Mehrere Stunden arbeiteten sich die beiden Kriminaltechniker Christoph Heicke und Andreas Lehmann durch die Trümmer der einstigen Jugendherberge, dokumentierten mit Fotos und Skizzen die Lage jedes verkohlten Balkens, der eingestürzten Decken, Kabel und Leitungen. „Wir müssen in alle Richtungen ermitteln“, erklärte Heicke, der weder einen technischen Defekt noch Brandstiftung ausschließen konnte.

Um sicher zu gehen, forderte er am Donnerstagnachmittag noch einen Spürhund an. Damit soll die Ruine nach eventuell verwendeten Brandbeschleunigern abgesucht werden. Ob und wann der Brandmittel-Spürhund zum Einsatz kommt, konnten die Ermittler noch nicht sagen.

Fest stand derweil bereits nach der ersten Inaugenscheinnahme, dass das Feuer wohl im Bereich der Küche im Erdgeschoss ausgebrochen ist und sich durch das Treppenhaus rasant ins Obergeschoss ausgebreitet hat.

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Heizöltanks nach Brand unbeschadet

Glück hatten die Kameraden der Feuerwehr, dass die Heizöltanks im Keller des Hauses den Brand und die Hitze schadlos überstanden haben. Ronny Galitzki brach erst Donnerstagmittag die äußere Kellertür auf und begutachtete vorsichtig den unter Wasser stehenden Lagerraum. Dann gab er Entwarnung: Es war augenscheinlich kein Öl ausgelaufen. Der Keller konnte wenig später ausgepumpt werden.

Bis die Brandursachenermittlungen abgeschlossen sind, bleibt das Gebäude beschlagnahmt. Da nur noch die Grundmauern stehen, herrscht akute Einsturzgefahr rund um das Haus, das vom Technischen Eigenbetrieb Blankenburg noch gestern mit einem Bauzaun abgesperrt werden sollte.

Derweil richtete Derenburgs Wehrleiter André Salomon nochmals ein großes Kompliment an seine Kameraden und vor allem an die Helfer aus den Wehren der umliegenden Orte. „Es ist nicht selbstverständlich, dass sie am zweiten Weihnachtsfeiertag ausrücken, um uns zu helfen“, so Salomon, der ausdrücklich den Kameraden aus Heudeber, Danstedt, Langenstein, Silstedt, Benzingerode, Heimburg, Börnecke, Timmenrode, Wienrode und Blankenburg dankte. Die Blankenburger halfen am Donnerstag sogar noch einmal mit ihrer Drehleiter aus, um den Brandursachenermittlern einen Blick aus der Vogelperspektive auf den Brandort zu ermöglichen. Laut Salomon war am Donnerstag gegen 3 Uhr in der Nacht der Löscheinsatz beendet, der am Mittwochmorgen um 9.22 Uhr begonnen hatte.

Die Rehtalbaude war erst vor wenigen Wochen von einem Privatmann erworben worden, der bereits damit begonnen hatte, die einstige Jugendherberge zu Wohnzwecken umzubauen.