Blankenburg l Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht in der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (Zast) in Halberstadt neue Fälle von Corona-Infizierten vermeldet werden. Erst am gestrigen Mittwoch sind laut Mitteilung des Kreis-Gesundheitsamtes drei Bewohner der Zast positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Um besonders gefährdete Personengruppen in der Zast vorsorglich vor einer möglichen Ansteckung mit Covid-19-Viren zu schützen, sollen diese in einer weiteren Übergangsunterkunft extern untergebracht werden. Dazu wird nach Volksstimme-Informationen derzeit das Jugendgästehaus im Heidelberg in Blankenburg vorbereitet.

Vor Ort in Blankenburg sorgen diese Pläne für Gerüchte und Spekulationen. Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU) äußerte sich auf Anfrage der Volksstimme nicht und verwies an das zuständige Innenministerium. Dort kündigte ein Sprecher für heute eine Pressemitteilung mit Details an.

Nach Volksstimme-Informationen sind die Verantwortlichen auf Landes- und Kreis-ebene bestrebt, insbesondere jene von Covid-19-Infektionen besonders gefährdeten Personengruppen vorsorglich aus der Zast heraus zu bringen und anderweitig unterzubringen. Neben Familien mit Kindern soll die externe Unterbringungsofferte ausschließlich für Schwangere sowie gesundheitlich angeschlagene Zast-Bewohner, insbesondere ältere, gelten. Sie alle sollen, um eine Einschleppung des Virus zu verhindern, vor einer Verlegung nach Blankenburg auf eine Covid-19-Infektion getestet werden. Und: Nach Volksstimme-Informationen sollen keineswegs junge, alleinstehende Männer sowie mit Corona infizierte Patienten im Jugendgästehaus untergebracht werden.

Letztere werden – seit dem Ausbruch von Corona-Infektionen in der Zast – grundsätzlich in einer Zast-Außenstelle in Quedlinburg isoliert und behandelt. Diese Praxis hat sich mittlerweile bewährt und wird seit dem Frühsommer angewandt. Damals hatte es in der Zast wochenlang Covid-Infektionen gegeben. Letztlich konnte die weitere Ausbreitung damals nur mit strikten Isolierungen innerhalb der Zast und der Verlegung von infizierten Personen nach Quedlinburg gestoppt werden.

Mit Blick auf die weiterhin hohen Infektionszahlen wollen die Verantwortlichen auf Kreis- und Landesebene nun die sogenannten „vulnerablen Gruppen“ rein vorsorglich dezentral unterbringen, um sie nicht weiter dem Risiko einer Ansteckung in der Zast auszusetzen.

Nach Recherchen der Volksstimme arbeiten alle tangierten Behörden und Einrichtungen Hand in Hand, um das aktuell wegen der coronabedingten Beschränkungen ungenutzte Jugendgästehaus ab kommende Woche als Zast-Außenstelle nutzen zu können. Da ab Frühjahr mit einer Entspannung der Pandemie-Situation gerechnet wird, soll der Vertrag für die Nutzung der Jugendherberge als Übergangsheim nur bis April nächsten Jahres fixiert werden.