Inzidenzwert über 100

Harzer Landrat muss Corona-Notbremse ziehen

Thomas Balcerowski kündigt Schließung von Gastronomie, Läden und Schulen ab Samstag und Montag, 26. April, an. Der Inzidenzwert im Landkreis liegt bei 194.

Von Dennis Lotzmann
Im Landkreis Harz bleiben ab Samstag, 24. April, die Stühle von Gaststätten wieder verwaist - wie hier in Wernigerode. Mit der Corona-Notbremse ist das Modellprojekt zur Öffnung der Außengastronomie vorerst beendet. Foto: Matthias Bein/dpa

Landkreis Harz. Die Würfel sind gefallen: Ab Samstag, 24. April, greift auch im Harzkreis die bundesweit einheitliche und verbindliche Corona-Notbremse. Das hat Landrat Thomas Balcerowski (CDU) am Donnerstagabend nach einer Telefonschaltkonferenz mit Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) angekündigt.

Nachdem das von Bundestag und Bundesrat fortgeschriebene Bundes-Infektionsschutzgesetz seit Freitag, 0 Uhr, gelte, müsse er handeln. „Unsere Inzidenz liegt kreisweit seit drei Tagen über der kritischen Marke von 100, sodass ich am übernächsten Tag, also am Samstag, zwingend handeln muss.“ Damit greife die Ausgangssperre ab 22 Uhr, die weitgehende Schließung von Freizeiteinrichtungen und auch das Aus des gastronomischen Modellprojekts im Harzkreis. Faktisch untersagt wird auch der Kundenverkehr vieler Ladengeschäfte, ausgenommen sind Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und vergleichbare Geschäfte für wichtige Grundversorgung. Hier dürften ähnliche Regeln wie bei einem früheren Lockdown gelten. Zulässig ist jedoch die Abholung vorbestellter Artikel.

Weil die kreisweite Inzidenz mit aktuell 194 seit drei Tagen auch über der Marke von 165 liegt, müssen ab Montag auch alle Schulen im Harzkreis in den Distanzunterricht wechseln. Ausnahmen kann es lediglich für Abschlussklassen und Förderschulen geben. Es soll jedoch das Angebot einer Notbetreuung angeboten werden können.

Betroffen sind nach Balcerowskis Worten auch Kindertagesstätten, die ab Montag, 26. April, ebenfalls wieder in den Notbetreuungsmodus wechseln müssen.

Der CDU-Politiker bedauerte gegenüber der Volksstimme das überraschend kurzfristige Aus für das gastronomische Modellprojekt im Harzkreis. Allein am Freitag, 23. April, könnten die Außenbereiche der Cafes und Restaurants noch einmal besucht werden. Zuvor müssen sich Gäste jedoch in einem zertifizierten Covid-Testzentrum testen lassen. Der Besuch von gastronomischen Einrichtungen ist nur mit einem Negativattest möglich, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. „Es ist vorerst leider die letzte Chance, die heimische Gastronomie bewusst zu unterstützen - ich kann dazu nur jeden ermuntern“, so der Landrat am späten Donnerstagabend.

Die Volksstimme wird in der Printausgabe am Samstag, 24. April, ausführlich über die Notbremse sowie die Konsequenzen für den Harzkreis berichten.