Sommerabenteuer

Im Reich der roten Früchte

Beim ersten Volksstimme-Sommerabenteuer dieses Jahres ging es raus aufs Erdbeerfeld. Die Teilnehmer haben in Schladen nicht nur die roten Früchte gepflückt, sondern über sie auch Wissenswertes von Robert Vorlop erfahren.

Von Luisa Rühle und Johanna Ahlsleben
Doris Wonneberg (von links), Ingrid Menzel und Regina Langer freuen sich über ihre Ernte und über die Tipps für den Anbau im eigenen Garten.
Doris Wonneberg (von links), Ingrid Menzel und Regina Langer freuen sich über ihre Ernte und über die Tipps für den Anbau im eigenen Garten. Foto: Johanna Ahlsleben

Schladen - Bei strahlendem Sonnenschein und einem lauen Sommerlüftchen starteten die Teilnehmer am Mittwochvormittag ins diesjährige Sommerabenteuer der Volksstimme. Die Gruppe aus zwölf Volksstimme-Lesern durfte sich auf einen Besuch beim Erdbeerhof in Schladen freuen. Vor einem sommerlichen Wildblumenfeld der Familie begrüßte Geschäftsführer Robert Vorlop seine Gäste.

Vorlop informierte zunächst über historische Hintergründe und beantwortete Fragen rund um den Erdbeeranbau in Schladen. Dabei ist der Familienbetrieb der Vorlops besonders engagiert. Die Erdbeere werde als Sonderkultur neben Weizen, Raps und Zuckerrüben geführt, so Vorlop. Schon seit 1905 werden die roten Früchte im Landkreis Wolfenbüttel angebaut. Vorlops haben den Hof 1990 übernommen. „Insgesamt kommen wir hier auf 300 Hektar Acker, welchen wir im Betrieb bewirtschaften.“ Auf einem Hektar werden rund 30.000 Erdbeerpflanzen in die Erde gesetzt. Vier bis fünf verschiedene Sorte, darunter Malwina, kultivieren die Vorlops. Beim Anbau, der Ernte und dem Verkauf werden sie von einem fest angestellten Mitarbeiter, vierzig Verkaufskräften sowie zwanzig Pflückhelfern aus Polen unterstützt, so der 50-Jährige weiter.

Zehn Wochen Ernte

Nach der informativen Einführung durften die Gäste noch etwas Besonderes probieren. „Wir haben hier Erdbeernektar“, stellt Vorlop das Erzeugnis vor. Der Nektar werde im Landkreis Harz produziert. Freudig probierten die Besucher das dickflüssige rote Getränk, welcher pur sehr süß und zugleich etwas säuerlich schmeckt. „Mit etwas Wasser kann man ihn auch verdünnen“, fügt Vorlop hinzu. Noch besser sei allerdings Milch. Das Gemisch ergebe ein leckeres Getränk, was wie ein Erdbeermilchshake schmecke, verrät er.

Ein kurzer Besuch im anliegenden Hofladen wurde zum weiteren Highlight des Vormittages. Anschließend ging es in Karawane weiter zu den besagten Erdbeerfeldern des Betriebes in der Nähe des kleinen Örtchens Gielde. Nach einer zehnminütigen Autofahrt konnte man schon die fleißigen Erntehelfer erspähen.

Diese haben während der Erntezeit, die meist zehn Wochen dauert, einiges zu tun. Sieben Tage in der Woche seien sie im Einsatz. Morgens halb 5 beginne der Pflücktag, bis halb elf werde gearbeitet. Am späten Nachmittag werde dann noch einmal Arbeitseinsatz auf dem Feld gezeigt, wenn die erste Fuhre vergriffen ist.

Anfangs große Früchte

„Ein Feld wird alle vier Tage abgeerntet“, so Vorlop. Dabei gebe es große Unterschiede bei den roten Früchten: Die früh geernteten Beeren seien sehr groß und kräftig. Mit jedem Pflücken lasse die Fruchtgröße allerdings nach. „Je weicher die Erdbeeren sind, desto besser schmecken sie“, sagt der Fachmann. Zudem sind Erdbeeren ganz schöne Diven: Sie faulen, wenn sie auf dem Boden liegen. Dagegen legen Vorlops Stroh unter die Pflanzen. So liegen die Erdbeeren weich gepolstert und können reifen. Übrigens: Das nötige Wasser bekommen die Beeren über ein Tröpfchen-Bewässerungssystem. Trotz ihrer beachtlichen Anfangsgröße werden die Früchte in der Saison nicht gedüngt. „Eine hohe Düngung bewirkt viel Laubwachstum und schlechten Geschmack“, erklärt Vorlop. Außerdem gebe es auf dem Hof und im Laden sowie auf dem Wernigeröder Marktplatz nur erntefrische Erdbeeren für die Kunden. „Die Erdbeeren werden am selben Tag gepflückt, an dem sie auch gekauft werden“.

Mit Befall und Schädlingen würde er trotzdem zu kämpfen haben. Dieses Jahr sei es mit dem sogenannten Grauschimmel besonders schlimm gewesen.

Tipps füpr den Garten

Doch auch andere Lebewesen interessieren sich für die süßen Früchte: Milben und Läuse sowie Gewitterfliegen würden die Blüten der Pflanzen anfressen. „Dann ist die Ernte dahin, es kommen nur krumme Früchte raus“. Aber nicht nur kleine Tierchen vergehen sich an den Früchten. So beobachtet Robert Vorlop auch immer mal wieder Menschen, die unerlaubt in den Feldern knien.

Sabine Hornig aus Wernigerode holt sich beim Fachmann bei der Gelegenheit auch gleich ein paar Tipps für ihre Erdbeerpflanzen zu Hause. Der 89-jährige Hansjörg Berger aus Halberstadt hat sein Körbchen gut gefüllt. Beim neunjährigen Marek Herche landen die Erdbeeren gar nicht erst im Körbchen. Lieber lässt er sie gleich in seinen Mund wandern. Auch Doris Wonneberg, Ingrid Menzel und Regina Langer haben ihre Schale reichlich gefüllt. „Heute gibt es nur noch Erdbeeren“, sagt Regina Langer und lacht dabei fröhlich.

Mussten die ersten Sommerabenteuer-Teilnehmer in die Knie gehen zum Erdbeeren pflücken, so geht es Mittwoch (4. August) in Bad Harzburg hoch hinaus. Dann lädt Eva-Christin Ronkainen-Kolb von der Geschäftsführung der HarzVenture GmbH zu einer Fahrt mit der Burgberg-Seilbahn ein. Anschließend geht es wieder hinunter mit der Baumschwebebahn. Danach folgt ein Besuch beim Baumwipfelpfad. Dabei sein können bis zu 20 schwindelfreie Personen, die zwischen 2 und 120 Kilo wiegen. Hunde sind dabei tabu.

Robert Vorlop erläuterte für die Teilnehmer des Sommerabenteuers Wissenswertes über den Anbau, Ernte und Verwendung der süßen Früchte.
Robert Vorlop erläuterte für die Teilnehmer des Sommerabenteuers Wissenswertes über den Anbau, Ernte und Verwendung der süßen Früchte.
Foto: Johanna Ahlsleben
Ilka Herche und ihr Sohn Marek (9) sind fasziniert von der Vielfalt auf der Blühwiese neben einer Anbaufläche.
Ilka Herche und ihr Sohn Marek (9) sind fasziniert von der Vielfalt auf der Blühwiese neben einer Anbaufläche.
Foto: Johanna Ahlsleben