Wernigerode l Fast auf den Tag genau vor 120 Jahren ist im Wald bei Wernigerode das Lossendenkmal eingeweiht worden - zu Ehren des Geologen Karl August Lossen. Das Denkmal ist heute noch vielen Wanderern bekannt. Es steht am Naturkundlich-Geologischen-Lehrpfad in Hasserode.

„Die Einweihung fand am 17. Oktober 1896 unter Anteilnahme bekannter Persönlichkeiten und einer großen Menschenmenge statt“, informiert Gerhard Rösicke vom Wernigeröder Geschichts- und Heimatverein.

Zweite Heimat Harz

Lossen wurde 1841 in Bad Kreuznach geboren. Ursprünglich dem Bergbaufach zugewandt, widmete er sich später der Geologie, so Rösicke. 1866 promovierte er, danach wurde er in Berlin zum Königlichen Landesgeologen ernannt. „Aber sein Herz schlug fast 30 Jahre lang für das Harzgebirge, es wurde seine zweite Heimat“, weiß der Wernigeröder.

Als Wissenschaftler erarbeitete sich Lossen einen gut Ruf. Er erstellte unter anderem eine geologische Übersichtskarte des Harzes, die heute noch als Arbeitsgrundlage dient. Auch seine Untersuchungen zu den Eruptivgesteinen des Harzes brachten ihm deutschlandweit große Anerkennung. So wurde er beispielsweise zum Ehrenmitglied des Naturwissenschaftlichen Harzvereins zu Wernigerode ernannt. Viel zu früh verstarb er 1893 mit 52 Jahren in Berlin. Um an sein Leben und Wirken zu erinnern, ließ der Verein drei Jahre nach seinem Tod das Lossendenkmal erbauen.

Dessen Grundkörper besteht aus einem Granitmonolith, der säulenartig von aufgerichteten Harzgesteinen umgeben ist. „Man könnte es als geologischen Freiland-Museum bezeichnen.“ Leider war das Denkmal im Lauf der Jahre oft Ziel von Vandalismus. Zuletzt wurde es 1993 grundhaft repariert. „Es muss unser Ziel und unsere Aufgabe sein, dass die durch Denkmälern präsentierte Arbeitsleistung gewürdigt und gepflegt wird“, so Gerhard Rösicke. Der Wernigeröder Geschichts- und Heimatverein, der Harzklub sowie der Regionalverband Harz haben sich die Pflege des Lossendenkmals daher zur Aufgabe gemacht.