Wernigerode l „Für die Feuerwehr ist es eine relativ ruhige Nacht gewesen“, bilanziert Wernigerodes Vize-Stadtwehrleiter Marco Söchting. Acht Mal werden die Brandschützer der hauptamtlichen Wachbereitschaft zwischen 22 und 6 Uhr alarmiert. „Alles Containerbrände. Nichts Dramatisches“, so Söchting.

Diese Einschätzung teilt Heiko Schütz vom Polizeirevier Harz. „Der Jahreswechsel ist überwiegend ruhig verlaufen“, so sein Fazit. „Keine größeren Störungen, bis auf vereinzelte Körperverletzungen und Sachbeschädigungen durch Pyrotechnik.“ Dennoch haben die Polizisten in der Silvesternacht „einiges zu tun“, so Schütz gegenüber der Volksstimme. Zwischen 20 und 4 Uhr morgens rücken die Beamten im Bereich des Revierkommisariats Wernigerode 14 Mal aus – mehrfach zusammen mit der Feuerwehr.

Container in Flammen

Beispielsweise als kurz nach 22 Uhr hinter dem Aldi-Markt in der Theodor-Fontane-Straße und dem E-Center Müllbehälter in Flammen stehen. Um 0.14 Uhr heulen die Sirenen, weil in der Heidebreite ein Kleidercontainer brennt. „Die Tür war aufgebrochen“, so Schütz. Unbekannte hätten Feuerwerkskörper zwischen die Kleider gesteckt. Silvester sei, was die Fülle der Einsätze angeht, nicht mit anderen Nächten zu vergleichen. „Aber es gab keine Toten und keine Schwerverletzten. Deshalb ziehen wir eine durchaus positive Bilanz.“

Viel Arbeit haben auch die Ärzte, Schwestern und Pfleger im Harzklinikum. „Über den Silvestertag bis zum Neujahrsmorgen haben wir 65 Patienten behandelt“, informiert Kevin Gronik auf Volksstimme-Nachfrage. Das sind fast 20 Prozent mehr als an normalen Tagen, so der Pflegerische Leiter. „Aber das ist über den Jahreswechsel zu erwarten.“ Unter anderem müssen 15 Sturzverletzungen und acht Verbrennungen verarztet werden. „Alkohol und Drogen sind zu Silvester ebenso ein großes Problem“, sagt Gronik. Neben den üblichen Silvester-Notfällen werden Patienten mit Herz-Kreislauf-Problemen, zwei Schlaganfälle, einer sogar mit Reanimation, behandelt. Für die Mitarbeiter sei der Neujahrsdienst jedes Mal eine „extreme Belastung, obwohl wir gut vorbereitet sind“, so Gronik, der stolz und dankbar auf sein Team ist, weil „wir im Chaos den Überblick behalten haben“.

Neujahrsbaby Mathilda

In der Geburtenstation wird es zwei Stunden nach Mitternacht ernst. Zu dem Zeitpunkt setzen bei Christiane Döppelheuer leichte Wehen ein. Sechs Stunden später hält sie überglücklich Töchterchen Mathilda im Arm. „Eine ganz tolle, schöne Geburt“, blickt Krankenschwester Ulrike Lippe auf die anstrengenden Stunden zurück. Und vor allem eine schnelle Geburt. Obwohl es Mathildas große Schwester Greta vor drei Jahren noch eiliger hatte, wie Christiane Döppelheuer verrät. „Bei ihr hat es nur zwei Stunden gedauert“, so die 31-jährige Schmatzfelderin. Eine Niederkunft an Neujahr sei nicht geplant gewesen. „Die Geburt musste eingeleitet werden, weil ich Probleme mit dem Blutdruck hatte.“ Dennoch sei die kleine Mathilda das schönste Geschenk für das neue Jahr. Zuhause in Schmatzfeld freut sich neben Schwester Greta übrigens noch Papa Carsten Veckenstedt über den 3945 Gramm schweren und 56 Zentimeter großen Wonneproppen.

Während Schmatzfelds Neujahrsbaby zufrieden im Arm seiner Mutter schlummert, sind die Straßen in Wernigerode und den Ortsteilen bereits größtenteils von Böllerresten befreit. Zu verdanken ist das den Männern vom Bauhof, die von 6 bis 10 Uhr mit Kehrmaschinen und weiteren Fahrzeugen im Einsatz sind. Am dreckigsten sind die Wohngebiete Burgbreite und Stadtfeld gewesen, bilanziert Bauhof-Chef Torsten Friedrich. Jede Menge Unrat sammeln seine Mitarbeiter zudem rund um das Hermann-Löns-Denkmal ein. „Ein ganzes Fahrzeug voller Müll“, so Friedrich. In der Innenstadt sei die Lage seiner Einschätzung nach dagegen sehr entspannt gewesen.