Wernigerode l Wie ein Kampf sieht es auf den ersten Blick nicht aus, wenn Dennis Pomplun seinen Stock gezielt auf den von Frank Brüchert treffen lässt. Eher erinnert der Kampf an ein Schattentheater. „Wir werden gern nur auf den Stockkampf reduziert“, sagt Daniel Pomplun. „Aber die philippinische Kampfkunst besteht nicht nur aus dieser Technik, sie lässt es sich auch waffenlos anwenden.“

Er leitet seit 20 Jahren interessierte Sportler in südostasiatischer Kampfkunst an – seit 2017 unter dem Dach des Wernigeröder Sportvereins Rot Weiß. Inzwischen haben sie sich auf Kali Silat Evolution spezialisiert. Haupteinflüsse dieser Kampfkunst sind philippinisches Boxen, Kickboxen, Einzel- und Doppelstockkampf, Nahkampftechniken und Ringen und Hebeltechniken. „Wir sind eine kleine Community, die die Filipino Martial Arts in den Harz gebracht hat“, erklärt Trainer Pomplun. Die Sportarten haben ihren Ursprung in den kriegerischen Völkern Südostasiens. „Hier gilt die Philosophie, dass wer weiß, wie er mit Waffen umgehen muss, sich auch selbst verteidigen kann“, erklärt Daniel Pomplun.

Verteidigung im Vordergrund

Seit über 20 Jahren ist Frank Brüchert Kampfkünstler. Durch einen Zufall sei 1994 ein Platz in der Kampfsporthalle in Wernigerode frei gewesen. Seitdem hat er verschiedene asiatische Kampfsportarten ausprobiert und ist begeistert über die Effekte, die die sportliche Betätigung auf seinen Alltag haben. „Die Verteidigung steht im Vordergrund“, sagt der 47-Jährige, „und mit der Zeit wird man ruhiger und gelassener.“ Alle Kampfsportarten seien mit einer ordentlichen Portion Disziplin verbunden. Und ganz nebenbei werde man durch die vielfältigen Techniken geradliniger und offen für viele Sachen im Leben.

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Das Interesse an Kampsportarten steige immer mehr, sagt Trainer Pomplun. Neben der Fitness, die man durch das Ausüben der Kampfkunst erlangt, sieht er die Steigerung des Selbstwertgefühls als einen der Hauptgründe an, warum er Menschen als Ausgleich zum stressigen Alltag anzieht. „Es ist ein exotischer Sport, bei dem man coole Leute treffen kann“, sagt er mit vor Begeisterung leuchtenden Augen. Im Moment besteht seine Gruppe aus vier Männern verschiedener Altersklassen.

Kostenloses Probetraining

„Es ist kein Kindersport“, sagt der langjährige Martial-Arts-Enthusiast Brüchert. Denn der Sport wird - auch wenn dabei Schutzkleidung getragen wird, auch mit Messern ausgeführt. Kritik habe Frank Brüchert noch nicht gehört: „Bei dem Sport geht es darum, dass man die Waffen irgendwann nicht mehr braucht“, sagt der hauptberufliche Manager. Für Männer und Frauen ab 16 Jahren sei er aber geeignet und er wäre sehr froh darüber, neue Mitglieder zu gewinnen.

Zu diesem Zweck wird die Gruppe am Wochenende ein kostenloses Probetraining für alle Interessierten anbieten. Der Einsteigerlehrgang wird mit vollem Equipment auch für komplette Anfänger angeboten werden. „Es können Techniken ausprobiert werden, die nirgendwo anders in der Region gelehrt werden“, lockt Pomplun. Dazu reisen externe Trainer aus Frankfurt am Main an. Wie genau das Kursangebot aussieht, wird nach den Kenntnissen der Teilnehmer bestimmt. Der Lehrgang wird unabhängig von der Teilnehmerzahl stattfinden.

Ort des kostenlosen Workshops ist die Trendsporthalle im Gießerweg. Er findet am Sonnabend, 16. Juni, von 14 bis 18 Uhr und Sonntag, 17. Juni von 10 bis 14 Uhr statt. Die Anmeldung ist möglich unter danielpomplun@t-online.de, Telefon (0 1 52) 52 73 77 47 oder facebook.com/Kali-Silat-Evolution-Wernigerode-112961126036365.