Humanitäre Hilfe

Kenia-Projekt nimmt Fahrt auf

Mit mehr als 600 Euro hat die Hilfsinitiative von Stefanie Riefenstahl aus Ilsenburg Projekte in Kenia unterstützt.

Von Jörg Niemann
Für dieses Mädchen wird von der Hilfsinitiative ein neuer Rollstuhl bezahlt.
Für dieses Mädchen wird von der Hilfsinitiative ein neuer Rollstuhl bezahlt. Foto: Initiative Steffi gives Hope

Ilsenburg - Es ist erst einige Monate her, dass sich die Ilsenburgerin Stefanie Riefenstahl entschloss, eine eigene Hilfsinitiative für Kinder in Kenia zu gründen. Sie selbst hatte im Urlaub die Lebensumstände vieler Kinder in Afrika gesehen und sich daraufhin entschlossen, etwas dagegen zu tun. Entstanden ist aus diesem Vorsatz die private Hilfsinitiative „Steffi gives Hope“, was nichts anders bedeutet als „Steffi gibt Hoffnung“.

Zunächst wurden in Afrika selbst die Voraussetzungen geschaffen. Stefanie Riefenstahl suchte nach verlässlichen Partnern, die vor Ort alles koordinieren. Dabei erinnerte sie sich an Jane und Jonathan, zwei Kenianer mit großem Herz, die sich bereits um die Kinder kümmerten. Allerdings war deren ehrenamtliches Engagement so gut wie alles, was sie den Kindern geben konnten. Finanzielle Unterstützung war ihnen nicht möglich. Da kam Stefanie Riefenstahl.

Unterstützung für Kinder

Nachdem Partner gefunden waren, begann das Spendensammeln in Deutschland. Auch das war ebenso erfolgreich, wie die ersten Schritte vor Ort. Inzwischen sind schon einige tausend Euro in Richtung Kenia überwiesen worden. Die 600 Euro, die am zweiten Mai-Wochenende beim Flohmarkt zusammengekommen sind, entsprechen in Kenia etwa 80.000 heimischen Dollar.

Die Hilfe der Ilsenburgerin kommt nunmehr einer relativ festen Gruppe benachteiligter Kinder in den kenianischen Ortschaften Ukunda und Gongoni zugute. „Es handelt sich dabei um etwa zehn Kinder unterschiedlichen Alters, die ohne Familien sind und in einer Art Großfamilie betreut werden“, berichtet sie.

Stefanie Riefenstahl hat bei ihrem jüngsten Kenia-Aufenthalt deren Probleme vor Ort erlebt und sich danach zum Gründen einer Hilfsaktion entschlossen.

Operation, Medikamente und ein Rollstuhl

In den ersten Wochen wurden die nötigsten Dinge angeschafft. Für einen Jungen namens Kevin bedeutete dies eine wichtige Operation, da er sich schon monatelang mit einer zumeist offenen Verletzung herumplagte. Dank der Hilfe aus Ilsenburg konnte die nötige Operation bezahlt und auch die Medikamente für die anschließende Weiterbehandlung finanziert werden.

Ein weiteres Kind darf in Kürze einen neuen Rollstuhl sein eigen nennen – eine wichtige Lebenshilfe, die für das Kind vieles einfacher macht. Auch neue Schuluniformen gab es für die von der „Steffi gives Hope“-Initiative betreuten Kinder. Das macht diese nun auch optisch zu gleichwertigen Klassenkameraden in ihrer Schule.

Luxus Frühstücksei

Nach den dringendsten Unterstützungsprojekten, richtet die Hilfsinitiative nun ihren Fokus auf grundlegende Dinge. So wurde unter anderem mit dem Geld aus dem Flohmarkt eine Tierunterkunft gebaut. Dort sollen Hühner und Kühe gehalten werden, um für die Ernährung der Kinder sorgen. „Damit wollen wir absichern, dass die Kinder zumindest einmal pro Woche ein Glas Milch in der Schulpause und mehrmals in der Woche ein gekochtes Ei zum Frühstück bekommen können. Hier in Europa ist so etwas selbstverständlich, in Kenia hingegen ist dies für Waisenkinder purer Luxus“, sagt Stefanie Riefenstahl, die – sobald es die Corona-Lage in der Welt erlaubt, noch in diesem Jahr wieder persönlich ihr Hilfsprojekt besuchen will.

Bis dahin ist die Ilsenburgerin weiter auf Spenden angewiesen, die sie in voller Höhe zu ihren Partnern nach Kenia überweist und von dort auch die entsprechenden Rückmeldungen über den Einsatz des Geldes erhält. Zwangsläufig beschränkt sich dies auf digitalen Datenaustausch, aber bis zur Reise nach Kenia dauert es nicht mehr allzu lange, hofft Stefanie Riefenstahl.

Bis dahin sollen die Kinder weitere finanzielle Unterstützung erhalten, damit ihnen ein halbwegs normales Leben in einem sehr armen Land gewährt werden kann.

Patenschaften

Dazu sind neben der Spendenbereitschaft in Deutschland auch Ideen und Initiativen, vor allem aber auch Vertrauen gefragt. Vor allem auf Letzteres wird Stefanie Riefenstahl immer wieder angesprochen und auch einige Kommentare auf der Facebook-Seite von Steffi gives Hope deuten in die Richtung. „Ja sicherlich gibt es im großen Maßstab auch einige Probleme mit dem Vertrauen. Ich arbeite aber mit sehr wenigen Menschen zusammen, die ich auch noch persönlich kenne. Da ist das Vertrauen groß und außerdem kann sich an unserem kleinen Projekt nun wahrlich keiner die Taschen vollstopfen, wie es erst vor kurzem wieder anonym unterstellt wurde“, sagt Stefanie Riefenstahl, die beruflich das Gemeindebüro der Evangelischen Kirchengemeinde Ilsenburg betreut.

Ein nächstes Ziel der Initiative sollen persönliche Patenschaften für Kinder in Kenia sein. Dieses Vorhaben befindet sich gerade im Aufbau.

Wer an einer solchen Patenschaft interessiert ist, kann sich gern an Stefanie Riefenstahl wenden. Kontakte sind über die Facebook-Seite möglich.

Spenden können auf das Konto der Initiative mit der IBAN DE 468105 20001901537010 bei der Harzsparkasse oder über das Paypal-Konto stefanieriefen-stahl68@gmail.com eingezahlt werden.

Spendenquittungen dürfen und werden derzeit noch nicht ausgestellt werden, aber auch daran soll gearbeitet werden.