Kloster Michaelstein

Kloster rüstet digital auf: Mehr virtuelle Museumserlebnisse dank neuer Technik

Von Jens Müller
Während Sebastian Hösel die Software installiert, erläutert Guido Reuter dem Direktor der Landesmusikakademie am Kloster Michelstein, Peter Grunwald (von links), die neue Kameratechnik, um künftig Veranstaltungen in der Musikscheune via Livestream im Internet übertragen zu können. Jens Müller

Blankenburg

Auch wenn der Wunsch überwiegt, endlich wieder Museumsbesucher, Musikgruppen, Solisten, Referenten und Workshop-Teilnehmer aller Altersgruppen persönlich begrüßen zu können, wird aktuell die digitale Infrastruktur im Kloster Michaelstein weiter ausgebaut. Möglich wurde dies aus Bundesmitteln des „Förderprogramms Mitteldeutsche Schlösser- und Kulturlandschaft“, die nun von der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt umgesetzt wurden. In dieser Stiftung sind zahlreiche Klöster, Burgen, Schlösser, Museen und die Landesmusikakademie Michaelstein unter einem Dach vereint.

Sofort die Initiative ergriffen

Nachdem im Dezember vergangenen Jahres die Mittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zur Verfügung standen, ergriff das Kloster Michaelstein sofort die Initiative. „Wir haben zusammengestellt, was uns in Michaelstein helfen kann, die Ziele des Programms, zum Beispiel kulturelle Vermittlung und Digitalisierung, zu erfüllen“, erklärte Peter Grunwald, Direktor der Landesmusikakademie am Kloster Michael-stein, der sich gemeinsam mit Museumschef Simon Sosnitza nun über ein nachträgliches Ostergeschenk freuen konnte.

Streaming-Technik, Kamera und Beamer

In der Musikscheune richteten Sebastian Hösel und Guido Reuter vom Mediennetzwerk Harz Ende vergangener Woche die neu angeschaffte Streaming-Technik ein. Dazu zählt unter anderem ein hochmoderner Beamer, der auch Outdoor-Kino möglich macht, sowie weitere Lichttechnik, um beispielsweise bei Abendführungen noch stimmungsvollere Eindrücke zu vermitteln. Hinzu kam Kameratechnik samt Mischpult, um künftig Tagungen, Workshops und Führungen per Live-Stream im Internet übertragen zu können. Damit, so Sosnitza, werde nicht nur die museale Präsentation enorm aufgewertet. Wie Peter Grunwald ergänzte, kann nun beispielsweise ein Referent aus New York zugeschaltet werden, ohne dass er extra nach Michaelstein reisen müsse. Ebenfalls angeschafft wurden Tagungstische und ein Luftreinigungssystem für die Museumsbereiche. Neu ist auch ein Tour-Guide-System. „Wenn wir wieder öffnen dürfen, können wir unsere Gästeführer mit Headset und Sender ausstatten und Besucher mit Abstand durch das Kloster führen“, so Grunwald.

Digitaler Bereich wird erweitert

Wie Kommunikationschef Wolfgang Heger erläuterte, hatte das Kloster die Erweiterung seines digitalen Bereiches schon lange auf der Agenda. Umso mehr freue es ihn, dass es nun durch das Programm weiter umgesetzt werden konnte. „Wir sind sehr dankbar, dass wir das so machen können“, so Heger, der darauf verwies, dass Michael-stein sich schon recht früh auf digitale Angebote wie beispielsweise virtuelle Führungen eingestellt hat. „Es soll nicht nur als Notprogramm dienen, sondern auch langfristig die Arbeit unterstützen. Wir wollen damit auch Menschen erreichen, die den Weg ins Museum sonst vielleicht gar nicht finden können“, so Heger, der aber auch an Schüler denkt, die mit dieser neuen Technik begeistert werden sollen.

Virtueller Museumstag am 16. Mai

Einen ersten „heißen Probelauf“ der Streaming-Technik dürfte es zum Internationalen Museumstag am 16. Mai geben, der in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie rein digital stattfinden wird. Am dritten Sonntag im Mai werden dann mehrere Online-Referate aus dem Klostergarten angeboten.

Wie Gartenexpertin Sabine Volk weiter informierte, wird „Kräuterfrau“ Simone Detto aus Mansfeld über Wildkräuter sprechen. Simone Seiboth aus Quedlinburg wird darüber berichten, welche Pflanzen für das Immunsystem gut sind, während Dorothea Süß wertvolle Tipps zur Bodengesundheit geben wird. Ergänzt wird der etwas andere Museumstag durch eine virtuelle Gartenführung und ein Video von Museumspädagogin Susann Dreßler (Michaelstein) zum „Globalen Lernen.“