Wernigerode l „Wie geht es weiter mit dem Küchengarten?“ Diese Frage hat Matthias Winkelmann (CDU) im Stadtrat aufgeworfen. „Es hieß, dass in diesem Frühjahr ein Entwurf vorliegen sollte“, so das Stadtratsmitglied. „Mittlerweile haben wir Herbst und es ist immer noch nichts passiert.“

Stadtplaner Michael Zagrodnik zufolge sind in diesem Jahr diverse Gutachten für das innerstädtische Filetstück, auf dem einst die Gorki-Grundschule stand, erarbeitet worden. So erfolgten Untersuchungen zum Verkehrsaufkommen, zum Lärm und Grundwasserspiegel über zwei Jahre inklusive mehrerer Bohrungen. „Die artenschutzrechtliche Prüfung ist erst im August abgeschlossen worden“, so Zagrodnik.

Entwurf kommt im Februar

Die Verwaltung habe sich im September mit dem Wernigeröder Büro Planungsring zusammen gesetzt, um eine neue Vorlage für den Stadtrat auszuarbeiten. „Der Entwurf muss allerdings noch einmal öffentlich ausgelegt werden, da nach einem schalltechnischen Gutachten Änderungen erforderlich sind“, erläutert Michael Zagrodnik.

Bei Planungsring ist Axel Surowy von der ersten Stunde an mit dem Projekt betraut. „Wir sind derzeit noch dabei, die Fragen der Anwohner zu beantworten“, sagt der Architekt. In einem Sammelbrief hatten Anwohner erneut hydrologische Auswirkungen der geplanten Tiefgarage hinterfragt. „Wir haben den Wasserspiegel nun über einen langen Zeitraum und in allen Jahreszeiten beobachtet und können daher die Grundwasserentwicklung sicher voraussagen“, versichert der Planer und fügt hinzu: „Wir haben alle Wasserspiegel im Griff.“

Geändert werden muss die Einfahrt in die Tiefgaragen. Sie wird mit einer Art Trichter so abgeschirmt, dass die neuen Bewohner des Küchengartens nicht von den einfahrenden und ausfahrenden Autos gestört werden können.

Änderung an Einfahrt

Die Anordnung der Gebäude auf dem ehemaligen Grundschulareal bleibe derweil unverändert. Im Februar oder März soll der neue Entwurf dem Bauausschuss und dem Stadtrat präsentiert werden. Wie geht es dann weiter? „Die Änderungen erfordern eine Neuauslage, Anwohner können wieder Einsprüche einlegen“, so Axel Surowy. „Wenn nach dieser Phase der Wiederauslage der Bebauungsplan vom Stadtrat bestätigt wird, muss das Areal vermarktet werden.“

Sind die Grundstücke verkauft, würden die Stadtwerke mit der Erschließung beginnen. „Die Stadtwerke hatten in Bezug auf den Küchengarten ihr Interesse an der Erschließung des Gebietes auf Basis eines bestätigten Bebauungsplanes bekundet“, teilt Sprecherin Katja Bröker mit. Im Herbst könnten die künftigen Bewohner mit dem Bau ihrer Häuser auf Grundlage des Bebauungsplanes beginnen.

Hintergrund: Auf der Brache an der Walther-Rathenau-Straße soll eine moderne Siedlung aus luxuriösen Ein-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern samt Tiefgarage entstehen. Die Verwaltung hatte die Gestaltung des Küchengartens 2013 für den Wettbewerb „Mut zur Lücke“ ausgelobt. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass sich die Gewinnerin gestalterisch bei einem fremden Entwurf bedient hatte, wurde ihr der Preis aberkannt. Die Zweitplatzierten, das Wernigeröder Büro Planungsring und das Bernburger Büro Baumeister, rückten mit ihrem gemeinsamen Entwurf nach.