Wernigerode l Punkt 12.48 Uhr richten sich die Blicke der Menschenmenge am Kreisverkehr vor dem Wernigeröder Luftfahrtmuseum nach oben, Handys und Fotoapparate werden gen Himmel gerecktt. Die Transall „Silberne Gams“ hebt am Dienstagmittag zu ihrem letzten Flug ab. Dieser, am Seil eines 250-Tonnen-Krans, führt den Rumpf des Riesenvogels in etwa zwölf Meter Höhe. Knapp eine Viertelstunde später ist das Transportflugzeug auf dem Dach des Ausstellungshangars 1 gelandet.

„Erleichtert“ zeigt sich Mario Schmidt, als das neue Aushängeschild des Museums auf dem Dach festgeschraubt wird. Wie der Marketingchef der Ausstellung sagt, habe alles reibungslos funktioniert. „Strahlender Sonnenschein, Windstille – die Bedingungen waren optimal“, pflichtet ihm Simone Mahrholz bei. Die Logistik-Leiterin der Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen GmbH FAM hatte den Transport des ausrangierten Bundeswehr-Flugzeuges vom Flugplatz Ballenstedt zum Luftfahrtmuseum und den Kraneinsatz in Wernigerode koordiniert.

Bis zum Ende der Woche sollen Triebwerke, Höhen- und Seitenleitwerke sowie Tragflächen wieder am Rumpf montiert werden. „Es ist schön, endlich das Ergebnis der mehrmonatigen Planungs- und Vorbereitungsphase zu sehen“, zeigte sich Museumsleiter Clemens Aulich zufrieden.

Demontage der Bundeswehr-Transall

Ballenstedt (dt) l Bevor die ausgemusterte Bundeswehr-Transall ihren letzten Weg zum Luftfahrtmuseum in Wernigerode antreten konnte, wurde die Maschine am Flugplatz in Ballenstedt zerlegt.

  • In den Montagsmittagsstunden war es fast geschafft: Die Fahrwerke der Maschine waren eingefahren, der 17 Tonnen schwere Rumpf hing in den Seilen. Heute beginnt am Flugzeugmuseum Wernigerode die Montage. Foto: Dennis Lotzmann

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  • Reinhard Frenzel aus Rieder und der zehnjährige Bruno Schäfer beobachteten die Verladung. Foto: Dennis Lotzmann

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  • Franz Dröge im Cockpit der 51-01: Er und sein Kollege Max Knierer haben die Transall als Mechaniker bei der Bundeswehr ein Berufsleben lang begleitet – „eine tolle Maschine, einfach und robust konstruiert“. Foto: Dennis Lotzmann

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  • Transall-Besitzer Clemens Aulich half beim Verladen. Vor dem Demontieren seiner Maschine hatten er und Museumstechniker Mathias Kögler in Penzing beim Zerlegen einer alten Transall zugeschaut. Foto: Dennis Lotzmann

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  • Kranführer Thomas Einbeck traf in Ballenstedt eine ihm bestens bekannte Transall wieder. Foto: Dennis Lotzmann

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  • „Mann – der absolute Wahnsinn, und wir sind dabei“: Die beiden Bundeswehr-Mechaniker Franz Dröge und Max Knierer (r.) sind überglücklich, dass im Harz gleich zwei Transall erhalten bleiben. Bei der Maschine auf dem Flugplatz machten sie gleich noch die Laderampe flott. Foto: Dennis Lotzmann

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  • Huckepack übereinander: Zwei Teile der gewaltigen Tragfläche werden auf einem Tieflader platziert – bis zum Donnerstag soll die Transall auf dem Museumsdach in Wernigerode montiert werden. Foto: Dennis Lotzmann

    Huckepack übereinander: Zwei Teile der gewaltigen Tragfläche werden auf einem Tieflader...

Ab Dezember 2018 zugänglich

Die „Silberne Gams“ – den Spitznamen erhielt das Flugzeug aufgrund seiner Sonderlackierung – war im Dezember 2017 in Ballenstedt gelandet, wo sie demontiert wurde. Der ursprünglich für April geplante Transport musste jedoch wegen technischer und witterungsbedingeter Verzögerungen verschoben werden. Das größte Exponat des Luftfahrtmuseums können Besucher wahrscheinlich ab Dezember von innen besichtigen. Bis dahin sollen alle Arbeiten am Flugzeug – laut Mario Schmidt ein „1000-Teile-Puzzle für Erwachsene“ – abgeschlossen sein. Dann sei es auch möglich, auf einer Rutsche von der Transall aus auf die Terrasse der Museumscafeteria zu sausen.

Videos

Die Vorfreude darauf scheint geweckt: „Ein unvergesslicher Tag, das ist ein neues Wahrzeichen für Wernigerode“, sagt Christiane Böhlke begeistert. Die Nachbarin des Luftfahrtmuseums und ihre Schwester Barbara Wiesener wollen sich wie rund hundert andere Schaulustige das Spektakel am Gießerweg nicht entgehen lassen. Einige von ihnen harrten dafür seit dem Vormittag am Kreisverkehr zwischen Veckenstedter Weg und Gießerweg aus. „Ich hatte die Landung in Ballenstedt verpasst, das sollte nicht noch einmal passieren“, berichtet der Wernigeröder Eckhard Kaluza.