Wandern

Nationalpark Harz wandelt Borkenkäferpfad um und erneuert Besucherzentrum im Ilsetal

Das Ilsetal im Harz erlebt einen rapiden Wandel: Das Nationalparkhaus bleibt 2021 geschlossen. Dazu ist der Borkenkäferpfad bei Ilsenburg abgebaut worden.

Von Holger Manigk
Die Ranger des Nationalparkhauses im Ilsetal wie Stephan Sandtner arbeiten derzeit in einem Container. Denn ihr Domizil bleibt bis zum Jahresende 2021 Baustelle.
Die Ranger des Nationalparkhauses im Ilsetal wie Stephan Sandtner arbeiten derzeit in einem Container. Denn ihr Domizil bleibt bis zum Jahresende 2021 Baustelle. Foto: Holger Manigk

Ilsenburg. Aus dem Borkenkäferpfad soll der Wildnis-Stieg werden. Das ist die Vision der Verwaltung des Nationalparks Harz für den beliebten Themenweg am Südrand Ilsenburgs. Den Abbau der Infotafeln begründet Park-Sprecher Friedhart Knolle auf Volksstimme-Anfrage: „Die Entwicklung der Natur hat die von uns abgebildeten Inhalte überholt.“ So sei im Wald entlang der Route zum Buchberg im Wald schon viel mehr zu sehen als nur die Auswirkungen des Borkenkäfers.

Ein weiterer Grund der Entscheidung, die nach einer Begehung des Gebiets unter anderem mit dem scheidenden Nationalpark-Chef Andreas Pusch, Fachbereichsleitern und Revierförster fiel: Wegen der erhöhten Verkehrssicherungspflicht, die an Themenpfaden besteht, wären massive Eingriffe in den Buchenwald am aktuellen Aufstieg des Borkenkäferpfades notwendig geworden.

Um in diesen Wald nicht mehr als notwendig einzugreifen, „hat sich der Nationalpark dazu entschlossen, den Weg als normalen Wanderweg weiterhin anzubieten“, so Knolle. Sobald es die Verkehrssicherheitslage wieder zulasse, solle auf der Strecke ein neuer Themenweg unter dem Titel Wildnis-Stieg eingerichtet werden.

Barrierefrei und mit interaktiver Karte

Unterdessen bleibt das Nationalparkhaus im Ilsetal weiterhin für Gäste – normalerweise sind es rund 10.000 pro Jahr - geschlossen. Und das nicht nur wegen der Corona-Pandemie. Das Besucherzentrum erhält eine Grundsanierung, die schon lange geplant war, aber immer wieder verschoben wurde. „Derzeit werden im historischen Gebäude Innenwände entfernt und Fußböden erneuert“, berichtet Chefranger Henning Möller.

Ziel des Umbaus sei, das Erdgeschoss mit auf einen Meter verbreiterten Eingang und Türen für Rollstuhlfahrer bequem erreichbar zu gestalten. Gleiches gelte für den Sanitärbereich.

In den vier Räumen der unteren Etage des Nationalparkhauses sollen Besucher nach Abschluss der Arbeiten in einer Ausstellung weiter Informationen zur Waldentwicklung, Veränderungen des Landschaftsbildes direkt vor der Haustür bei Ilsenburg und zum Borkenkäfer erhalten. Inhalte will die Park-Verwaltung künftig in verschiedenen Sprachen, für Menschen mit Sehschwäche und in leichter Sprache vermitteln.

Wahrscheinlich bis Jahresende 2021 geschlossen

Wie gehabt soll ein Ranger die Gäste an einem Tresen begrüßen, so der Plan der Nationalpark-Verwaltung. Ergänzt werden soll dies aber durch eine interaktive Karte auf einem Monitor, die Auskunft zu Wanderwegen, Zielen und Erlebnissen in der Umgebung liefert. Das erste Obergeschoss soll laut Konzept weiter Platz für wechselnde Ausstellungen bieten, das zweite für Kindergruppen der Junior-Ranger sowie die Büros der Nationalparkwacht.

„Wir hoffen, dass der Umbau bis zum Jahresende geschafft ist – aber bei einem so alten Haus ist man nicht vor Überraschungen während der Arbeiten gefeit“, umreißt Henning Möller den Zeitplan. Die Nationalparkwacht ist während der Schließzeit im Ilsetal weiterhin unter Telefon (03 94 52) 46 22 77 in der Rangerstation Scharfenstein erreichbar.