Corona-Lockerungen

Neustart für Gastronomie und Freizeit in der Stadt Oberharz am Brocken

Am Wochenende konnten Gastronomie, Hotels und manche Freizeiteinrichtungen wieder Gäste willkommen heißen. Im Volksstimme-Gespräch zeigten sich die Anbieter zufrieden.

Von Katrin Schröder
Harald van Antwerpen vom Hotel Druidenstein in Trautenstein (links) serviert Cordia und Rainer Oeser Kaffee und Kuchen.
Harald van Antwerpen vom Hotel Druidenstein in Trautenstein (links) serviert Cordia und Rainer Oeser Kaffee und Kuchen. Foto: Katrin Schröder

Oberharzstadt - Sonnenschein, milde Temperaturen und zum Abschluss Milchkaffee, Cappuccino und Kuchen: Für Cordia und Rainer Oeser war der Sonnabend ein perfekter Tag. Das Ehepaar aus Thüringen hat einen Tagesausflug in den Harz unternommen. Nach einer ausgedehnten Wanderung zur Trageburg und der Rappbodevorsperre haben sich Cordia und Rainer Oeser auf den hölzernen Bänken an der Hasselfelder Straße niedergelassen. Sie gehören zu den ersten Gästen von Harald van Antwerpen, der mit Jerry Machielsen das Hotel Druidenstein in Trautenstein betreibt.

Der Hotelier und Gastronom freut sich, Gäste begrüßen zu können – im Restaurant und im Hotel. Obwohl erst Donnerstag klar war, dass er ab Sonnabend Gäste beherbergen durfte, habe er drei Zimmer vermieten können. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte er über das Geschäft am ersten Wochenende nach dem monatelangen Lockdown. Das größte Problem sei aus seiner Sicht die Testpflicht für Gäste, die sich an einem der Restauranttische niederlassen wollen.

Zum einen gebe es keine Testmöglichkeit in der Nähe, sagt van Antwerpen, der selbst Corona-Schnelltests für Gäste vorhält. Zum anderen sei es mitunter schwierig, den Besuchern zu erklären, dass kein Weg daran vorbeiführe. „Wir machen die Regeln nicht, bekommen aber Probleme, wenn wir sie nicht einhalten“, sagt der Hotelbetreiber. „Wir werden dadurch zum verlängerten Arm des Ordnungsamtes.“

Testpflicht als Schwelle

Dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind, müssen auch Besucher der Hängebrücke Titan RT an der Rappbodetalsperre nachweisen. „Das ist eine Schwelle, die nicht für jeden zu überbrücken ist – oder mit der sich nicht jeder abfinden möchte“, sagt Maik Berke von der Betreiberfirma Harzdrenalin. Er rechne aber damit, dass sich vieles im Lauf der Zeit einpegeln werde, zumal die Infektionszahlen weiter zurückgingen.

Rund um die Hängebrücke herrschte am Sonnabend ein stetes Kommen und Gehen, Warteschlangen gab es aber nicht. „Wir wollten einfach mal schauen, was wieder geöffnet hat“, sagen zum Beispiel Oliver Jäger und sein Sohn Niklas, die aus Emseloh bei Sangerhausen in den Harz gekommen waren. Der Zuspruch am Wochenende sei „angenehm, aber den Umständen entsprechend verhalten“ gewesen, so Berke – das sei außerhalb der Ferienzeit zu erwarten. „Wir sind mit dem Anfang zufrieden und schauen jetzt, wohin die Reise geht.“

Zufrieden zeigte sich auch Mario Tänzer vom Ostdeutschen Fahrzeugmuseum in Benneckenstein. „Die Leute waren alle sehr gut gelaunt“, sagte er am Sonnabend. Der Andrang sei nicht ganz so groß gewesen wie zu Vor-Corona-Zeiten, die Zahl der Gäste habe aber bei zirka 80 Prozent des normalen Aufkommens gelegen, schätzt er. Viele hätten sich stundenlang auf dem Areal aufgehalten, wo neben dem Museum und der Freiluftausstellung auch Mitfahrten in den historischen Panzern geboten wurden.

Gefragt war ebenso die Baumannshöhle, die am Sonnabend wieder geöffnet hat. 350 Besucher begaben sich am Sonnabend unter Tage, 300 waren es am Sonntag. „Das war für uns ein gutes Ergebnis“, sagt Höhlenbetriebsleiter Thomas Schult – gerade für den Wiedereinstieg.

Keine Wartezeiten

Ein Drittel der Gäste habe die Tickets vorab online gebucht, die Übrigen nutzten die Tageskasse. „Es gab weder Menschenansammlungen noch Wartezeiten“, so Schult. Er rechne damit, dass die Besucherzahlen sich steigern werden – zum einen mit Blick auf die bevorstehenden Sommerferien, zum anderen mit Blick auf das Wetter. „Man hat gesehen, dass es die Leute bei dem Sonnenschein am Wochenende nach draußen gezogen hat“, sagt Schult, dem auch der Tourismusbetrieb der Stadt Oberharz am Brocken untersteht.

Dieser öffnet ab sofort wieder seine Touristinformationen. In den Einrichtungen in Elbingerode, Elend und Hasselfelde stünden die Mitarbeiter montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr für Ratsuchende bereit. In Benneckenstein wird die Touristinfo unter der Woche von 9 bis 12 Uhr geöffnet.