Katze geköpft

Nordharz-Ort Stapelburg in Angst vor Katzenhasser

Besitzerin setzte Belohnung von über 2000 Euro aus

Von Holger Manigk
Hauskatze Coco hat ihren vierten Geburtstag nicht erlebt. Das Tier  wohnte erst seit gut einem Jahr in Stapelburg und wurde grausam enthauptet.
Hauskatze Coco hat ihren vierten Geburtstag nicht erlebt. Das Tier wohnte erst seit gut einem Jahr in Stapelburg und wurde grausam enthauptet. Foto: N. Salenga

Stapelburg

Coco wäre im Mai vier Jahre alt geworden. Doch die Hauskatze aus dem Nordharz-Ort Stapelburg wurde vor einer Woche tot aufgefunden – grausam geköpft. „Ich kann immer noch nicht begreifen, wie jemand dazu in der Lage ist, ein Haustier so abzuschlachten“, sagt ihre Besitzerin (Name ist der Redaktion bekannt).

Doch für sie gibt es einen Funken Hoffnung: Denn in und um Stapelburg hat sich schnell eine Welle der Solidarität breitgemacht. „Ich hatte zunächst eine Belohnung von 200 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen.“ Dank vieler Spender seien daraus bis Dienstag, 4. Mai, 2400 Euro geworden. Weitere Unterstützer seien willkommen.

Körper ohne Kopf im Garten beerdigt

Vom Kopf der „zutraulichen und neugierigen“ Samtpfote fehlt laut der Halterin weiter jede Spur. Dabei kann sie den Tatzeitraum am Mittwochabend, 28. April, relativ eng eingrenzen: „Gegen 22.30 Uhr hat ein Nachbar auf dem Weg zur Arbeit unsere Katze noch gesehen, gegen 23.15 Uhr haben wir sie gerufen – nur ohne Erfolg“, berichtet die Bewohnerin der Straße Teichdamm.

Am nächsten Morgen gegen 7 Uhr fand schließlich eine Spaziergängerin nur wenige Hundert Meter entfernt an einer Hecke am Mühlentor den leblosen Körper von Coco – ohne Kopf . Nachdem ihr der Torso übergeben worden sei, habe die Besitzerin ihren vierbeinigen Liebling im Garten bestattet. „So sauber wie der Kopf abgetrennt war, muss der Täter eine Machete, eine Axt oder Ähnliches benutzt haben.“

Auf ihre Anzeige, die sie noch am selben Tag bei der Polizei erstattete, gebe es noch keine Reaktion. Bislang seien keine neuen Hinweise eingegangen, bestätigt Uwe Becker, Sprecher des Harzreviers, am Mittwoch auf Volksstimme-Anfrage. Das Verfahren sei an die Staatsanwaltschaft abverfügt worden. Die Beamten nähmen weiter Hinweise unter Telefon (0 39 41) 67 42 93 entgegen.

Aufgeben will Cocos Frauchen nicht. „Ich bin mir sicher, dass das Verbrechen unmittelbar in unserer Umgebung geschehen sein muss.“ Nach Rücksprache mit mehreren Nachbarn habe sie einen Verdacht, könne aber nichts beweisen.

18 verschwundene oder getötete Katzen seit 2018

„Wie wir zusammengerechnet haben, sind seit 2018 in unserem Wohnviertel 18 Katzen verschwunden“, ergänzt die Stapelburgerin. Teilweise seien die Tier mit abgetrennten Köpfen oder Pfötchen auf Feldern gefunden worden. „Als wir im Februar 2020 in unser Haus zogen, erfuhren wir davon, dass es hier offenbar ein Problem gibt“, ergänzt die Katzenliebhaberin. Deshalb hätte sie Coco jeden Abend ins Haus geholt – nur einmal habe sie zu spät an der Tür gerufen.

Hintergrund: Wer eine Katze tötet oder ihr „aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden“ zufügt, dem drohen laut Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes eine dreijährige Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe. Dazu muss der Täter mit einem Tierhalteverbot rechnen. Die versuchte oder fahrlässige Misshandlung einer Katze gilt als Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld von bis zu 25?000 Euro geahndet werden.