Freizeit

Parkplatz von Harzdrenalin an der Rappbodetalsperre mit neuem System

Pünktlich zum Neustart seiner Angebote hat das Unternehmen Harzdrenalin seinen neuen Parkplatz für Besucher geöffnet. Mit der Millioneninvestition wollten die Betreiber die Parkprobleme an der Rappbodetalsperre lösen.

Von Katrin Schröder
Harzdrenalin-Geschäftsführer Maik Berke erklärt, wie Parken auf dem neuen Platz an der Rappbodetalsperre funktioniert.
Harzdrenalin-Geschäftsführer Maik Berke erklärt, wie Parken auf dem neuen Platz an der Rappbodetalsperre funktioniert. Foto: Katrin Schröder

Rübeland - 428 Parkplätze für Autos, 70 Stellplätze für Motorräder und zehn für Busse: Harzdrenalin hat auf dem neuen Parkplatz an der Rappbodetalsperre reichlich Raum für Besucher und ihre fahrbaren Untersätze geschaffen. Die Zeiten, in denen unzählige Autos an den Straßenrändern rund um die Talsperre standen, dürften damit Geschichte sein.

Dass die 120 Parkplätze, die zuvor bereitstanden, nicht ausreichen, sei ihnen frühzeitig klar gewesen, sagen Maik und Stefan Berke, Geschäftsführer des Unternehmens, das an der Talsperre mit der Hängeseilbrücke Titan RT, der Megazipline und dem Gigaswing verschiedene Attraktionen anbietet. Spätestens seit der Eröffnung der Hängebrücke im Frühjahr 2017 entwickelte sich das Areal nahe Rübeland zum Besuchermagneten. Ein jahrelanger Rechtsstreit verzögerte zunächst jedoch den Baustart (die Volksstimme berichtete).

Im Mai 2020 konnten dann aber die Bagger anrollen, gut ein Jahr später wurde der Platz fertiggestellt. Der zwischenzeitliche Wintereinbruch hat etwas Zeit gekostet: Kurz vor Weihnachten wurden die Bauarbeiten unterbrochen und konnten erst im April fortgesetzt werden. Doch pünktlich zur Wiedereröffnung der Attraktionen können ab Ende Mai die Autos der Besucher auf den nunmehr einen Hektar großen Parkplatz rollen.

Löschwassertank unter dem Parkplatz

Dort war zuvor jede Menge Arbeit erledigt worden: Das Gelände wurde grundhaft ausgebaut, unter den Stellflächen ist ein 200 Kubikmeter fassender Löschwassertank installiert worden. Die Landesstraße 96 wurde im Zuge der Bauarbeiten aufgeweitet, um eine Linksabbiegespur zum Parkplatz anzulegen. Die Bushaltestellen am Tunnel der Rappbodetalsperre sind barrierefrei neu errichtet worden. Für Reisebusse gibt es eine eigene, 90 Meter lange Busspur, auf der bis zu zehn Fahrzeuge halten können.

All dies hat seinen Preis: Rund zwei Millionen Euro hat das Projekt Parkplatz gekostet. „Alles selbst geplant, gemacht und bezahlt“, sagt Maik Berke – und das, ohne Fördergeld in Anspruch zu nehmen.

Ein Novum im Harz ist das Parksystem, mit dem die Gebühren für die Besucher erhoben und abgerechnet werden. Der augenfälligste Unterschied zu herkömmlichen Anlagen: Die Besucher ziehen bei der Einfahrt keinen Parkschein. Stattdessen werden die Nummernschilder ihrer Autos von speziellen Kameras registriert. Vor der Ausfahrt wird am Parkautomaten das Kennzeichen angegeben, der zu entrichtende Betrag wird angezeigt. Wer bezahlt hat, kann den Parkplatz verlassen – eine Kamera an der Ausfahrt erkennt das Nummernschild, die Schranke öffnet sich automatisch. Wer noch nicht gezahlt, kann einen weiteren Automaten an der Ausfahrt nutzen.

Kontaktlos und barrierefrei

Das System habe viele Vorteile, sagt Maik Berke: Es sei barrierefrei, funktioniere kontaktlos, man könne auf den Druck von Parkscheinen verzichten und müsse sich an der Ausfahrt nicht aus dem Fenster lehnen oder aussteigen, um das Ticket in den Automaten zu stecken.

In vielen Großstädten sei diese Art der Gebührenerhebung bereits gang und gäbe, so der Harzdrenalin-Geschäftsführer: Zum Beispiel könne man in Parkhäusern per App und unter Angabe des Kennzeichens Parkplätze reservieren und kontaktlos bezahlen. Weil man aber den Gästen an der Rappbodetalsperre die Möglichkeit bieten wolle, auch ohne Smartphone das Auto abzustellen, sind Parkautomaten installiert, an denen die Gebühr entrichtet werden kann.

Es gibt aber auch Skepsis – zum Beispiel bei Klaus Bittner. Der Blankenburger befürchtet, dass durch die Registrierung des Kennzeichens persönliche Daten preisgegeben werden könnten. „Ich möchte meine Personalien aber nicht freigeben.“ Das werde nicht geschehen, versichert Maik Berke. Das Nummernschild werde nicht als Vollbild oder Textdatei registriert, sondern als verschlüsselter Datensatz.

Kennzeichen sichtbar

Dieser werde nur während der Parkzeit verwendet. „Danach ist unser Datenanspruch erloschen“, erklärt Maik Berke und betont: „Es gibt kein Datenschutzproblem.“ Das Kennzeichen sei ohnehin stets sichtbar, ergänzt Stefan Berke. „Wer datenschutzrechtliche Bedenken hat, müsste konsequenterweise sein Nummernschild abdecken.“

Zwei Wochen nach dem Ende der Corona-Pause sei der Zuspruch „verhalten“, sagt Maik Berke. „Wir glauben, dass das Thema ,Dreimal G’ eine Hürde ist.“ Wer die Hängebrücke, Megazipline oder Gigaswing nutzen will, muss nachweisen, dass er geimpft, genesen oder negativ auf Corona getestet ist.

Zwar können Besucher das Testzentrum auf dem Parkplatz nutzen, das jedermann offensteht. Dennoch kehre im Schnitt ein Drittel der Gäste wieder um, berichtet Stefan Berke. Ein weiteres Drittel lasse sich testen, der Rest bringe einen Nachweis mit. Man müsse kontrollieren, dass jeder Besucher der Attraktionen die Schleuse vor dem Besucherzentrum passiert und den Gesundheitsnachweis vorgelegt hat, so Stefan Berke. „Wir hoffen aber, dass dies zeitnah aufgehoben werden kann.“