Braunlage (vs) l Diesen Ausflug in den Harz werden vier junge Thüringer bestimmt nicht vergessen. Die Verfügungseinheit der Polizeiinspektion Goslar prüfte am Sonntag von 9 bis 18.20 Uhr am Gefahrenpunkt Kesselberg auf der Bundesstraße 4 die Geschwindigkeit der Fahrer. Die Polizei erinnert in diesem Zusammenhang an die schweren Unfälle von Motorradfahrern in der jüngeren Vergangenheit. Angesichts des sonnigen Wetters waren zahlreiche Ausflügler unterwegs, darunter viele Motorradfahrer. An der ausgewählten Messstelle gilt für Motorradfahrer in beide Richtungen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Kilometern pro Stunde.

Die vier aus Mühlhausen stammenden Biker im Alter von 18 bis 27 Jahren lieferte sich in der Zeit von 14.10 bis 14.20 Uhr auf der Strecke ein Rennen und fuhren mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Messstelle. Dabei erreichten sie nach Polizeiangaben den Tageshöchstwert von 165 Kilometern pro Stunde.

Strafverfahren

Dass es dabei „geblitzt“ wurde, hatte das Quartett bemerkt. Die Motorradfahrer kehrten auf der Suche nach der Messstelle zurück, passierten die Stelle erneut schneller als erlaubt, konnten die Messvorrichtung jedoch nicht finden. Daher fuhren sie noch einmal an der Stelle vorbei, „warum auch immer“, so der Kommentar der Polizei, die sie beim vierten Versuch schließlich stoppen konnte. „Die Thüringer staunten nicht schlecht, als ihnen die Beamten die Eröffnung des entsprechenden Strafverfahrens eröffneten. Ihre Führerscheine wurden an Ort und Stelle beschlagnahmt und sie mussten ihre Maschinen vor Ort abstellen“, heißt es im Bericht der Polizeiinspektion Goslar weiter. Die jungen Biker müssen sich wegen eines verbotenen Kraftfahrzeug-rennens verantworten. Ob sie deshalb vor Gericht erscheinen müssen, entscheidet die Staatsanwaltschaft.

Um aus dem Harz wieder ins heimatliche Thüringen zu gelangen, mussten die Vier Angehörige und Freunde informieren, die sie und ihre Maschinen abholten. „Die Messbeamten wussten zu berichten, dass sich die vier Thüringer deutliche Worte anhören mussten, die wir an dieser Stelle so nicht wiedergeben möchten“, schreibt die Polizei in ihrem Bericht.

Die Beamten weisen darauf hin, dass es auch künftig im Bereich der Polizeiinspektion Goslar Geschwindigkeitskontrollen dieser Art geben wird. Die vier Biker aus Thüringen waren übrigens nicht die einzigen, denen ihr Ausflug teuer zu stehen kam. Am Sonntag waren 165 Motorradfahrer schneller als die Polizei erlaubt. 77 von ihnen müssen ein Verwarngeld zahlen, 88 ein Ordnungsgeld, 24 müssen sich vorübergehend von ihrem Führerschein verabschieden.