Polizeieinsatz

SEK muss in Familienstreit eingreifen

Ein Familienstreit in Wernigerode im Harz hat einen SEK-Einsatz ausgelöst. Ein Mann wurde in ein Fachkrankenhaus eingewiesen.

Von Dennis Lotzmann

Wernigerode l Ein heftiger Streit zwischen zwei Lebenspartnern, der von massiven verbalen Drohungen begleitet worden ist, hat am Abend des 30. Januar in Wernigerode ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei auf den Plan gerufen. Letztlich gelang es den Spezialisten des Landeskriminalamtes, die aufgeheizte Situation in einem Neubaublock in der Kopernikusstraße ohne Personenschaden zu klären. Ein 41 Jahre alter Mann wurde anschließend in eine Fachklinik eingewiesen.

Der Mann hatte gegen 19.50 Uhr den Anlass für den Polizeieinsatz gelegt, als er mit seiner 34-jährigen Lebenspartnerin in einen heftigen Streit geriet. Die Ursache ist bislang unklar. Der Frau gelang es nach Polizeiangaben, mit ihrem sieben Jahre alten Kind die Wohnung zu verlassen und in der Nachbarschaft unterzukommen. Während die geflüchtete 34-Jährige von dort aus die Polizei informierte, verbarrikadierte sich der Mann in der Wohnung. Da er laut Polizei obendrein damit drohte, „alles platt zu machen, wenn die Tür geöffnet wird“, gingen die Beamten vor Ort auf Nummer sicher und kontaktierten die speziell geschulten und trainierten SEK-Kollegen.

Eine augenscheinlich absolut richtige Entscheidung, denn gegen 20.50 Uhr begann der 41-Jährige damit, Mobiliar aus dem Fenster zu werfen und untermauerte sein angekündigtes Vorhaben noch einmal.

Daraufhin kamen die Kräfte des Spezialeinsatzkommandos zum Einsatz. Sie stürmten die betreffende Wohnung und überwältigten den Mann darin. Nach dessen Festnahme wurde in der Nacht zum Mittwoch entschieden, dass der 41-Jährige nicht haftfähig ist und stattdessen in ein Fachkrankenhaus eingewiesen wird.

Trotz des vergleichsweise großen Einsatzes mit zahlreichen Polizei- und SEK-Beamten blieb die Aktion in dem Neubauviertel bei den Anwohnern weitgehend unbemerkt. Ein Mann, der zwischen 20 und 21 Uhr mit seinem Hund auf Gassi-Tour war, berichtete am Folgetag lediglich von zahlreichen dunklen Fahrzeugen vor dem Eingang und Einsatzkräften, die mit Taschenlampen in Fenster des Wohnblocks geleuchtet hätten.

Bewohner des betreffenden Eingangs hielten sich am Tag danach mit jeglichen Äußerungen zurück. Ein Mitarbeiter der Wernigeröder Wohnungsbaugenossenschaft (WWG) war mit Aufräumarbeiten beschäftigt – womöglich reparierte er auch die Wohnungstür, die beim Zugriff wohl beschädigt worden ist. Glassplitter auf der Rasenfläche hinter dem Gebäude könnten die letzten Reste der zerstörten Möbel sein.