Wernigerode l Gute Nachrichten für die Mädchen und Jungen im Wohngebiet Stadtfeld. Vor der Grundschule soll ein Fußgängerüberweg eingerichtet werden, heißt es aus dem Werigeröder Rathaus. Für die Eltern und Lehrer der Stadtfeld-Grundschüler ist das ein Erfolg. Schon seit vielen Jahren machen sie sich für einen Fußgängerüberweg und für eine Verkehrsberuhigung stark. Vor allem in den Morgenstunden sind die Straßen rund um die Grundschule viel befahren – genau dann, wenn auch die Kinder auf dem Schulweg sind. Weil parkende Autos den Straßenrand säumen, ist die Sicht für Schüler, die die Fahrbahn queren wollen, stark eingeschränkt.

Die Sorgen der Eltern sind im Wernigeröder Rathaus seit langem bekannt. Bisher hat man da jedoch immer die Hände gehoben. So hieß es von den Veranwortlichen, als das Problem 2014 zuletzt hochkochte: „Wir haben keinen Handlungsspielraum“ und „Uns sind die Hände gebunden“. Denn für die Einrichtung eines Zebrastreifens gebe es Richtlinien. Eine veranlasste Verkehrszählung war ins Leere gelaufen, weil zu wenig Autos in dem Bereich registriert wurden. Zudem bezweifelte man, dass ein Zebrastreifen zu der gewünschten Verkehrsberuhigung führe. „Er würde lediglich trügerische Sicherheit bringen“, wurde damals argumentiert.

Verkehrszählung

Und nun ist alles anders? Auf Drängen der Eltern hat sich die Verwaltung erneut des Problems angenommen. So wurde für Ende Oktober eine weitere Verkehrszählung vor der Grundschule anberaumt. Der Verkehr sei mehr geworden, wird informiert. Ein Fußgängerüberweg in der Ernst-Pörner-Straße sei gerechtfertigt.

In den Straßen im Umfeld der Schule herrscht Tempo 30. „Das Verkehrsaufkommen ist weitestgehend durch Bewohnerverkehr geprägt“, schätzt Rathaussprecher Tobias Kascha ein. „Durchgangsverkehr spielt eine untergeordnete Rolle.“ Entsprechend ausgeprägt sei die „Zahl der Ein- und Ausparkvorgänge und der ruhende Verkehr an sich“ – sprich die parkenden Autos.

Unübersichtliche Situation

In den kurzen Zeiten vor und nach dem Unterricht erhöhe sich das Verkehrsaufkommen deutlich, weil die Eltern ihre Kinder zur Schule bringen beziehungsweise abholen. Und das ist das eigentliche Problem. Es würden mitunter „unübersichtliche bis gefährdende Situationen“ entstehen, so Kascha. Verbotsschilder werden missachtet, Autos entgegen der Fahrtrichtung geparkt. Kinder würden in Richtung des fließenden Verkehrs aus dem Auto aussteigen.

Laut Kascha bewältige eine „erfreulich hohe Anzahl“ von Eltern und Kindern den Weg zur und von der Schule zu Fuß. „Der zukünftige Fußgängerüberweg in der Ernst-Pörner-Straße soll das zu Fuß gehen weiter fördern.

Termin?

Und wann ist mit dem Zebrastreifen zu rechnen? Zuerst müsse die erforderliche Ausstattung des Fußgängerüberweges beschafft werden, die Stromversorgung mit den Stadtwerken abgestimmt und die bauliche Umsetzung geplant werden, informiert der Rathausprecher. Für die Realisierung wird mit Kosten in Höhe von 9000 Euro gerechnet. „In Abhängigkeit von Lieferzeiten, verfügbaren Bauunternehmen und dem entsprechenden Wetter soll die Umsetzung kurzfristig erfolgen.“

Etwas konkreter wird die Zeitschiene von Ordnungsamts-Mitarbeiter Andreas Gutjahr skizziert. „Wir versuchen es noch in diesem Jahr“, so Gutjahr im Ordnungsausschuss. „Aber das kann ich nicht versprechen.“ Es sei noch einiges zu planen. „Wahrscheinlich geht es eher im Frühjahr 2020 los.“ Kommentar