Luftfahrtmuseum

Silberne Transall in Wernigerode gelandet

Schaulustige tummeln sich vor dem Luftfahrtmuseum Wernigerode. Grund für die Aufregung: Die letzte Landung der Transall "Silberne Gams".

Von Holger Manigk 09.10.2018, 17:11

Wernigerode l Punkt 12.48 Uhr richten sich die Blicke der Menschenmenge am Kreisverkehr vor dem Wernigeröder Luftfahrtmuseum nach oben, Handys und Fotoapparate werden gen Himmel gerecktt. Die Transall „Silberne Gams“ hebt am Dienstagmittag zu ihrem letzten Flug ab. Dieser, am Seil eines 250-Tonnen-Krans, führt den Rumpf des Riesenvogels in etwa zwölf Meter Höhe. Knapp eine Viertelstunde später ist das Transportflugzeug auf dem Dach des Ausstellungshangars 1 gelandet.

„Erleichtert“ zeigt sich Mario Schmidt, als das neue Aushängeschild des Museums auf dem Dach festgeschraubt wird. Wie der Marketingchef der Ausstellung sagt, habe alles reibungslos funktioniert. „Strahlender Sonnenschein, Windstille – die Bedingungen waren optimal“, pflichtet ihm Simone Mahrholz bei. Die Logistik-Leiterin der Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen GmbH FAM hatte den Transport des ausrangierten Bundeswehr-Flugzeuges vom Flugplatz Ballenstedt zum Luftfahrtmuseum und den Kraneinsatz in Wernigerode koordiniert.

Bis zum Ende der Woche sollen Triebwerke, Höhen- und Seitenleitwerke sowie Tragflächen wieder am Rumpf montiert werden. „Es ist schön, endlich das Ergebnis der mehrmonatigen Planungs- und Vorbereitungsphase zu sehen“, zeigte sich Museumsleiter Clemens Aulich zufrieden.

Die „Silberne Gams“ – den Spitznamen erhielt das Flugzeug aufgrund seiner Sonderlackierung – war im Dezember 2017 in Ballenstedt gelandet, wo sie demontiert wurde. Der ursprünglich für April geplante Transport musste jedoch wegen technischer und witterungsbedingeter Verzögerungen verschoben werden. Das größte Exponat des Luftfahrtmuseums können Besucher wahrscheinlich ab Dezember von innen besichtigen. Bis dahin sollen alle Arbeiten am Flugzeug – laut Mario Schmidt ein „1000-Teile-Puzzle für Erwachsene“ – abgeschlossen sein. Dann sei es auch möglich, auf einer Rutsche von der Transall aus auf die Terrasse der Museumscafeteria zu sausen.

Die Vorfreude darauf scheint geweckt: „Ein unvergesslicher Tag, das ist ein neues Wahrzeichen für Wernigerode“, sagt Christiane Böhlke begeistert. Die Nachbarin des Luftfahrtmuseums und ihre Schwester Barbara Wiesener wollen sich wie rund hundert andere Schaulustige das Spektakel am Gießerweg nicht entgehen lassen. Einige von ihnen harrten dafür seit dem Vormittag am Kreisverkehr zwischen Veckenstedter Weg und Gießerweg aus. „Ich hatte die Landung in Ballenstedt verpasst, das sollte nicht noch einmal passieren“, berichtet der Wernigeröder Eckhard Kaluza.